Selbsthilfegruppen für Menschen mit dauerhaften Schmerzen
Ich kenne eine Person, die dauerhaft Schmerzen hat, am ganzen Körper und darüber auch sehr depressiv wird. Deswegen würde sich die Person gerne mit einer Selbsthilfegruppe zu dem Thema treffen, die es auch vor Ort gibt. Selber kann ich mir nicht so recht vorstellen, dass man da so viel machen kann, immerhin haben die ja alle Schmerzen. Meint ihr, dass so eine Gruppe etwas bringen würde oder würde das die Depression eher verstärken? Kann so eine Gruppe die seelische Situation besser machen?
Generell sind gerade in diesem Bereich Selbsthilfegruppen Gold wert. Wie gut so eine Gruppe funktioniert, das hängt natürlich immer von der jeweiligen Konstellation in den einzelnen Gruppen ab.
Aber Schmerzen und Depression sind wie ein altes Ehepaar, sie treten meist gemeinsam auf. Und damit hat der Betroffene viel mehr Probleme, als man sich als Gesunder einfach so vorstellen kann. Die schwierige Gemütslage verstärkt das Schmerzempfinden. Gleichzeitig wirken beide Erkrankungen wie ein Gefängnis. Mals schränkt der Schmerz jegliche Aktivität ein, dann hemmt die Depression Aktivitäten.
Selbsthilfegruppen bieten den Betroffenen einen festen Termin, bei dem sie häufig den Antrieb finden, auch an schlechten Tagen aktiv zu sein und unter Menschen zu gehen. Alle Anwesenden kennen die Probleme sehr gut, es muss nicht krampfhaft die Fassade aufrecht erhalten werden. Allein das ist bereits eine große Erleichterung.
Außerdem können Therapiemöglichkeiten an -ansätze offen besprochen werden. Man kann Erfahrungen über Ärzte und Kliniken austauschen. Auch das ist wichtig. So mancher Mediziner verhält sich wie Elefant im Porzellanladen, lässt die Betroffenen allein und verschlimmert das Beschwerdebild ganz nebenbei. Es sind halt auch nur Menschen.
Und ein wichtiger Punkt ist, dass es dort Menschen gibt, die Schmerzen verstehen. Du bist offensichtlich gesund, denn du sagst, "die haben doch alle nur Schmerzen, was soll das bringen?" Das ist eine völlig typische Reaktion. Versteh das nicht als Vorwurf. Deine Haltung ist normal und nicht herzlos oder ähnliches. Ohne selbst betroffen zu sein oder einen nahen Angehörigen sehr gut zu kennen, denkt man so. Das ist aber für die Betroffenen total hart. Entweder werden sie bemitleidet oder mit Samthandschuhen angefasst. Beides brauchen sie nicht wirklich. Daher kann so eine Gruppe wirklich hilfreich sein und dabei unterstützen schrittweise wieder mehr Lebensqualität zu erreichen.
Ähnliche Themen
Weitere interessante Themen
- Junge Generation kennt deutsche Wörter nicht mehr 4072mal aufgerufen · 18 Antworten · Autor: anlupa · Letzter Beitrag von Wibbeldribbel
Forum: Alltägliches
- Junge Generation kennt deutsche Wörter nicht mehr
- Ungerechte / ungleiche Freundschaft 2180mal aufgerufen · 6 Antworten · Autor: merlinda · Letzter Beitrag von Hufeisen
Forum: Alltägliches
- Ungerechte / ungleiche Freundschaft
- Welche Bindung habt oder hattet ihr zu euren Urgroßeltern? 1396mal aufgerufen · 6 Antworten · Autor: Ampelmännchen · Letzter Beitrag von Verbena
Forum: Familie & Kinder
- Welche Bindung habt oder hattet ihr zu euren Urgroßeltern?
- Angst haben, bei Texten für Uni versehentlich zu plagiieren? 4187mal aufgerufen · 11 Antworten · Autor: Prinzessin_90 · Letzter Beitrag von pattyblack
Forum: Schule, Ausbildung & Studium
- Angst haben, bei Texten für Uni versehentlich zu plagiieren?
- Spazieren - In der Stadt oder auf dem Land? 2711mal aufgerufen · 19 Antworten · Autor: damomo · Letzter Beitrag von bambi7
Forum: Freizeit & Lifestyle
- Spazieren - In der Stadt oder auf dem Land?
