Gedanken laut aussprechen müssen - ist es heilbar?

vom 10.11.2014, 22:37 Uhr

Ich kenne einen Mann aus dem Bus und der Straßenbahn, der früher hochgebildet war beziehungsweise es sicherlich noch ist und dann aber irgendwann daran zerbrochen zu sein scheint. Er hat darüber mal mit jemanden geredet, deswegen weiß ich es. Er war in einem anstrengenden Job und dann irgendwann hat er angefangen seine Gedanken aussprechen zu müssen. Er kann das nicht stoppen und deswegen ist er auch schon einige Male angebrüllt wurden. Da bin ich auch schon mal dazwischen gegangen und habe gesagt, dass er das nicht mit Absicht macht.

Er kann das nicht steuern. Wie gesagt ich erlebe ihn jeden Tag immer wieder in der Stadt, in Bus und Bahn. Er ist viel unterwegs mittlerweile muss er Flaschen sammeln. Früher waren seine Aussprachen immer lauter, mittlerweile kann er es recht leise sagen. Ich denke deswegen, dass er in Therapie ist. Versteht mich nicht falsch, aber ich begegne diesem Mann jeden Tag seit Jahren und kann daher einiges über ihn sagen ohne mit ihm wirklich bekannt zu sein. Ich möchte später mal als Psychologin arbeiten und deswegen finde ich ihn schon immer interessant.

Denkt ihr dass das irgendwie heilbar ist, sodass er irgendwann nicht seine Gedanken aussprechen muss? Er hat ja schon unglaubliche Fortschritte gemacht und so wünsche ich ihm auch, dass das wieder etwas wird.

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» Ramones » Beiträge: 47758 » Talkpoints: 8,52 » Auszeichnung für 47000 Beiträge



"Heilbar"? Das klingt ja so als wäre es eine neurologische Störung oder eine Krankheit. In meinen Augen ist es keine Krankheit, wenn man sagt, was man denkt. Ich würde eher sagen, dass er sich ein anderes Verhalten antrainiert hat auf Grund von klassischer Konditionierung. Das hat aber nichts mit einem Krankheitsbild nach meinem Verständnis zu tun und ich finde es auch ein wenig übertrieben, es gleich als Krankheit darzustellen.

Du denkst, dass er in Therapie ist, obwohl er Flaschen sammelt? Du sagst, dass er mittlerweile Flaschen sammeln muss, da würde ich persönlich nicht annehmen, dass er da zu einer Therapie geht. Menschen, die auf das Flaschen sammeln angewiesen sind, geben das Pfandgeld für Lebensmittel und zur Befriedigung der Grundbedürfnisse und nicht für Therapiesitzungen, die in der Regel nicht von den Krankenkassen übernommen werden.

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» Olly173 » Beiträge: 14700 » Talkpoints: -2,56 » Auszeichnung für 14000 Beiträge


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