Patient verschweigen, dass er todkrank ist?

vom 06.11.2014, 15:55 Uhr

Ich habe gerade diesen Artikel gelesen, in dem es um die Frage geht, ob man einem scherkranken Patienten mitteilen sollte, dass er nicht mehr lange zu leben hat oder ob man ihm das letzte Quäntchen Lebensfreude erhalten sollte. In dem Text wird auch angesprochen, dass es natürlich für die Angehörigen in so einer Situation sehr schwer ist, so zu tun, als würde er vielleicht wieder gesund werden obwohl dem nicht so ist.

Könnt ihr einem Verwandten oder guten Freund verheimlich, dass er todkrank ist? Findet ihr das gegenüber demjenigen fair oder ist es nur zu seinem besten, damit er seine letzten Tage noch genießen kann?

» *sophie » Beiträge: 3506 » Talkpoints: 1,38 » Auszeichnung für 3000 Beiträge



Das kommt darauf an. In dem Artikel, den du verlinkt hast geht es ja darum, dass es die angehörigen wussten, der Patient selbst aber nicht. Grund war seine schwache Psyche.

Im Grunde finde ich es nicht richtig, die Wahrheit zu verschweigen. Sowohl der Patient als auch die Angehörigen haben ein Recht darauf. Vielleicht will der Patient es ja wissen, nur die Angehörigen denken, dass es die Person zu stark aufregt.

Wenn natürlich eine Person sehr stark psychisch labil ist, dass sie mit der Wahrheit nicht klar kommt, ist ein Verschweigen vielleicht in Ordnung. Wenn sich der Patient wegen weniger dramatischen Dingen schon extrem aufregt, kann man einen solchen Schritt gehen.

Meiner Meinung nach, muss eine Person dann aber wirklich sehr große psychische Probleme haben. So einfach kann und darf man es sich einfach nicht machen. Nur in Ausnahmefällen und nach guter und reiflicher Überlegung, denn das ist eine Sache, die man nicht mehr gut machen kann.

» Youdid » Beiträge: 421 » Talkpoints: 4,87 » Auszeichnung für 100 Beiträge


Jeder sollte wissen wo der eigene Weg hinführt und so sollte man einem Patienten immer sagen, dass er bald sterben wird. Vielleicht hat er ja noch Dinge, die er machen will oder Dinge, die er wieder gut machen will diese Möglichkeit muss man einfach geben und darf nicht aus Egoismus heraus das Ende verschweigen. Was ich auch wichtig finde ist den Leuten zu sagen, wie es sein wird, also durch was genau, weil sie dann entscheiden können, was gemacht werden soll.

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» Ramones » Beiträge: 47758 » Talkpoints: 8,52 » Auszeichnung für 47000 Beiträge



Nicht nur die Angehörigen, sondern auch die Ärzte sind hier in der Pflicht, die Wahrheit zu sagen. Jede ernste Krankheit wird die Psyche eines Menschen belasten, das wissen besonders die Ärzte.

Ich finde es ganz schlimm, dass man einen Todkranken in dem Glauben lässt, dass er wieder gesund wird. Das ist unverantwortlich und die größte Heuchelei die es gibt. Genau dieser Kranke will vielleicht noch unbedingt etwas gut machen bei einem Menschen. Er kann noch Wünsche haben, die er unbedingt noch erfüllen will. Auch Verwandte können nicht wissen, was er heimlich gemacht hat, beziehungsweise, welche Geheimnisse er behütete vor ihnen. Warum gibt man ihm nicht die Möglichkeit, hier etwas offen zu legen, was vielleicht alle verblüffen würde?

Dass man sterben muss, ist jedem bekannt. Nicht jeder nimmt es einfach so hin, das wäre wohl zu viel verlangt. Auch wenn man psychisch angeknackst ist, wird man sich mit dieser Wahrheit nach kurzer Zeit abfinden und dankbar sein für die Offenheit, die man ihm entgegenbrachte. Man findet sich eher mit den Unpässlichkeiten durch die Krankheit ab und wird wissen wollen, wie viel Tage oder Wochen man noch die Chance hat, Verfügungen zu treffen. Vielleicht kommt ein ganz besonderer Wunsch auf, der alle verblüfft.

Wieso geht man davon aus, dass der Kranke noch Lebensfreude hat, wenn er psychisch schon angeschlagen ist? Warum denkt man, dass man ihm diese Lebensfreude nehmen wird, die nur angenommen wird, durch die Mitteilung der Wahrheit?

» Cid » Beiträge: 20027 » Talkpoints: -1,03 » Auszeichnung für 20000 Beiträge



Also ich würde es wissen wollen, wenn ich nicht mehr lange zu leben hätte und ich finde es auch unverantwortlich, wenn man es einem Menschen gezielt verschweigt. Ich würde mir eher Selbstvorwürfe machen und Schuldgefühle haben, wenn durch mich jemand in Unwissenheit sterben würde. Denn sonst hätte diese Person ja auch vieles noch erledigen können und sich eben auf den Tod vorbereiten könnten. Ich finde, wenn man es vorhersehen kann, dann sollte jeder die Chance haben, sich auf den nahen Tod vorzubereiten. Alles andere finde ich unmenschlich.

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» Olly173 » Beiträge: 14700 » Talkpoints: -2,56 » Auszeichnung für 14000 Beiträge


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