Nulldiät beste Lösung bei starkem Übergewicht?

vom 30.10.2014, 20:41 Uhr

Eine Bekannte von mir beendet bald ihr Studium und möchte dann als Beamte arbeiten. Wie die meisten wissen, muss man dafür auch bestimmte körperliche Voraussetzungen mitbringen und starkes Übergewicht ist da nicht das Optimum. Meine Bekannte hat einen BMI über 35 und muss daher etwas abspecken, wenn sie Chancen auf eine Verbeamtung haben möchte. Da sie einen sehr vollen Tag hat, kann sie aber auch kein Sport machen und hat sich daher für eine Nulldiät entschieden, die von einem Arzt begleitet wird.

Gehört habe ich von so was bisher nicht, aber offenbar scheinen einige Ärzte das zu unterstützen, gerade dann wenn die Zeit knapp bemessen ist. Es schaut jetzt so aus, dass sie jeden Tag ein bestimmtes Präparat einnimmt, welches alle lebensnotwendigen Fettsäuren, Spurenelemente und Vitamine enthält, sie wird also während der Diät an keinem Mangel leiden. Ich habe schon einmal in einer Zeitung von einem stark übergewichtigen Mann gelesen, der auch 1,5 Jahre nur ein Vitaminpräparat unter ärztlicher Begleitung eingenommen hat und die ganze Zeit nur von seinen Fettvorräten gezerrt hat. So wird das bei meiner Bekannten jetzt wohl auch aussehen.

Wenn sie sich schlapp fühlt soll sie eventuell eine Apfelschorle trinken oder ein Stück Obst essen. Aber auch das sollte sich in Grenzen halten und im Prinzip sieht ihr Tag jetzt wirklich so aus, dass sie nichts isst. Einmal die Woche soll sie zum Arzt gehen und ihre Werte kontrollieren lassen. Jetzt macht sie diese Nulldiät wohl schon seit einigen Tagen und fühlt sich ihrer Aussage nach sehr gut. Am Anfang war das Magenknurren noch sehr nervig, aber jetzt hat es sich eingependelt und sie kommt mit den Vitaminen bestens um den Tag.

Die Nulldiät wird ja immer sehr verteufelt, danach soll es direkt einen Jojo-Effekt geben, wenn die Leute auf das normale Essen umsteigen. Es ist aber natürlich auch dumm, auf normales Essen umzusteigen. Nulldiät ist in dem Punkt sinnvoll, dass man dem Körper die regelmäßige Zuckerzufuhr und Kohlenhydrate abgewöhnt und wenn man dann nach einigen Wochen wieder Essen möchte, dann kann man das essen, was gesund ist, beispielsweise mit Obst und Gemüse anfangen ohne das der Körper direkt wieder nach Kohlenhydraten und Zucker schreit, weil er daran gewöhnt ist.

Außerdem habe ich bisher auch schon mehr Beispiele gesehen, wo eine Nulldiät sinnvoll war, als eine andere Diät. Eine Bekannte von mir geht dauernd auf Diät und macht Sport und isst danach wieder normal und sie nimmt immer wieder sehr zu und wieder ab. Eine Freundin von mir die während der Schulzeit eine Nulldiät gemacht hat, ist seitdem schlank geblieben. Die Nulldiät hilft auch dabei, sich an kleinere Portionen zu gewöhnen. Und wenn man das von einem Arzt begleiten lässt und keine Mangelerscheinungen hat, dann weiß ich auch nicht, warum man das so verteufeln sollte. Kennt ihr Leute, die mit einer Nulldiät Erfolg hatten? Könnt ihr euch so was vorstellen?

» Crispin » Beiträge: 14916 » Talkpoints: -0,43 » Auszeichnung für 14000 Beiträge



Ich persönlich halte nichts davon. Wenn schon die Zeit fehlt, um sich mehr zu bewegen, dann sollte man sein Essverhalten langfristig umstellen. Und sollte heißen, dass man schaut wie hoch der Kalorienbedarf ist und dass man eben knapp darunter bleibt. Damit verliert man auch Gewicht, aber langsamer. Zumal eben immer wieder dazu geraten wird, dass man langsam Gewicht abbaut.

Dass so eine Nulldiät sogar von Ärzten unterstützt wird, kann ich dabei gar nicht so wirklich verstehen. Denn ich sehe da eher die Gefahr, dass man sich dann in die Richtung Magersucht bewegt. Ging ja schnell das Gewicht zu verlieren und man kommt eben auch schnell an einen Punkt, wo man denkt, dass noch was geht und so weiter.

» Punktedieb » Beiträge: 17970 » Talkpoints: 16,03 » Auszeichnung für 17000 Beiträge


Es sollte doch inzwischen allgemein bekannt sein, dass man bei einer Diät nicht nur Fett abbaut sondern auch Muskelmasse, vor allem natürlich dann, wenn man nichts für den Erhalt seiner Muskeln tut. Der berühmte Jojo-Effekt wird nicht nur von einem veränderten Stoffwechsel verursacht sondern auch von der reduzierten Muskelmasse, denn Muskeln brauchen auch im Ruhezustand mehr Energie als Fett.

Deshalb raten die Leute, die sich damit auskennen, ja von Diäten ab und zu einer Ernährungsumstellung, bei der das Kaloriendefizit vorwiegend durch zusätzliche Bewegung erreicht wird. Ich würde an der Kompetenz eines Arztes jedenfalls zweifeln, der eine solche Mangeldiät verordnet, bei der man noch dazu absolut nichts über gesund und ausgewogene Ernährung lernt. Denn natürlich ist das eine Mangeldiät, wenn man nur Vitamine schluckt und alle andere Bestandteile der normalen Ernährung einfach weg lässt.

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» Cloudy24 » Beiträge: 27476 » Talkpoints: 0,60 » Auszeichnung für 27000 Beiträge



Ich sehe diese Nulldiäten als kritisch an. Selbst wenn man die notwendigen Fettsäuren per Tablette zu sich nimmt, wird man vermutlich auf kurz oder lang eine Essstörung entwickeln. Eine langfristige Umstellung bewegt mehr, als eine Nulldiät. Vielleicht braucht deine Bekannte nur einen Auslöser, damit sie überhaupt in die Pötte kommt.

Ich habe nun in vier Monaten 25 Kilo abgenommen, durch den Verzicht auf einen Großteil der Getreideprodukte. Kohlenhydrate befinden sich schließlich auch in Obst und Gemüse, also ganz daran vorbei, wird man wahrscheinlich nicht kommen. Man muss sich in das Thema Abnehmen hineinfinden, sich reinarbeiten und darauf achten, dass man sich selbst nicht schadet.

» Wibbeldribbel » Beiträge: 12618 » Talkpoints: 5,12 » Auszeichnung für 12000 Beiträge



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