Darf ein Patient im Ausnahmefall Rezept abändern?

vom 27.10.2014, 19:15 Uhr

Auch heute gibt es noch Ärzte, die Rezepte handschriftlich ausstellen, nehme ich an.

Wenn sich der Arzt beim Ausstellen eines Rezeptes vertut und den Wirkstoff der Medizin in einer zu niedrigen Dosis angibt, die aus Erfahrung nicht wirkt, darf nur der Arzt selbst oder nach Rücksprache der Apotheker das Rezept abändern, oder kann in einem Ausnahmefall auch der Patient diese Korrektur vornehmen?

Es handelt sich um einen Patienten, der noch gerade bevor die Praxis freitags schloss, den Arzt erreichte. Erst in der Apotheke stellte der Mann anhand der Packung fest, dass der Arzt die falsche Dosis angegeben hatte. Der Apotheker versuchte den Arzt zu erreichen, aber vergebens. Der Mann wollte noch am gleichen Abend in Urlaub fahren und brauchte die Medizin.

Bevor ich den Rest des Gespräches mithören konnte, kam mein Bus. Doch dann machte ich mir Gedanken über dieses Gespräch. Wie dem Mann nun geholfen werden konnte und ob überhaupt, das weiß ich nicht. Ich meine nur, dass eine eigene Abänderung des Rezeptes strafbar ist.

Wie kann in einem solchen Fall geholfen werden? Natürlich ist der Patient ganz klar selbst schuld. Er hätte früher daran denken müssen. Aber es ist auch eine Verkettung unglücklicher Umstände.

» Cid » Beiträge: 20027 » Talkpoints: -1,03 » Auszeichnung für 20000 Beiträge



Ich glaube eher nicht, dass ein Patient das Rezept abändern darf, auch nicht in Ausnahmefällen. Ich denke, dass nur ein Arzt oder ein Apotheker mit Rücksprache ein Rezept abändern darf. Alles andere wäre ja kurios. Immer hin wäre es doch komisch, wenn ein Patient einfach sein Rezept abändern darf, auch in Ausnahmefällen. Auch, wenn es nur die Dosis oder die Höhe des Wirkstoffes betrifft, ist das Abändern eines Rezeptes von dem Patienten nicht möglich.

Nun ist es natürlich doof für den Patienten, wenn der Arzt nun geschossen hat und der Apotheker auch nicht mehr viel bei dem Arzt erreichen kann, um die Änderung des Rezeptes zu erlangen. Sicherlich wird der Apotheker aber eine Lösung für den Mann gefunden haben.

Vielleicht gab es dort ja eine Ausnahme und der Apotheker hat dem Mann das Rezept abgeändert oder ihm das richtige Medikament ausgehändigt, um am nächsten Werktag das Rezept mit dem Arzt zu ändern, da der Mann ja im Urlaub ist. Das könnte natürlich gut möglich sein. Ich denke nicht, dass der Mann so ganz ohne Hilfe stehen gelassen wurde. Immer hin hatte er ein Rezept, wo darauf stand, welches Medikament er benötigt.

» kai0409 » Beiträge: 3345 » Talkpoints: 72,64 » Auszeichnung für 3000 Beiträge


Meiner Meinung nach ist es absolut unmöglich, ein Rezept zu ändern. Nicht umsonst dürfen nur Ärzte mit Approbation ein Rezept ausstellen. Wenn es nun Ausnahmefälle gäbe, bräuchte es diese Regelung nicht mehr. Und angesichts der Tatsache, dass einige Medikamente süchtig machen, ist das auch sehr sinnvoll. Oder dass man Medikamente gut auf dem Schwarzmarkt verkaufen könnte, wenn man sie nicht braucht. Ich meine, wenn man Rezepte ändern könnte, wäre das ein sehr breites, einträgliches Geschäftsfeld.

Ich denke, der Mann hat einfach Pech gehabt. Wenn man Medikamente braucht und einen Urlaub plant, sollte man sich rechtzeitig darum kümmern. Der Apotheker geht sicherlich nicht das Risiko ein, einem Kunden zu viel von einem Medikament mitzugeben. Selbst wenn es sich um einen Stammkunden handelt, der seit Jahren immer das gleiche Medikament in der gleichen Dosis verschrieben bekommt. Es kann ja immer sein, dass der Arzt die Dosis aus verschiedenen Gründen abgeändert hat.

Denn wenn es das Medikament nur auf Rezept gibt, sind es schon mal keine harmlosen Zuckerpastillen. Jedes Medikament birgt ein gewisses Risiko und daher muss ein Arzt das Risiko für jeden einzelnen Patienten abwägen. Dazu gehört eine Untersuchung oder das Wissen um die Vorgeschichte. All das kann ein Apotheker nicht leisten. Von den Fähigkeiten her vielleicht, aber eben nicht in der Apotheke an der Bezahltheke.

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» Bienenkönigin » Beiträge: 9448 » Talkpoints: 19,93 » Auszeichnung für 9000 Beiträge



Ich glaube nicht, dass ein Patient eigenmächtig sein Rezept ändern darf. Es ist zwar früher vorgekommen, dass ich mit Rezept zum Apotheker bin und dieser mich dann fragte, ob die Dosis und das Mittel korrekt ist. Aber ich glaube nicht, dass die das ohne Absprache vom Arzt einfach ändern würden, wenn ich behaupten würde, der Arzt hätte sich vertan und ich müsste eigentlich eine andere Dosierung bekommen.

Ich hatte das auch mal, dass ich beim Arzt war und die Arzthelferin mir ein falsches Rezept gegeben hatte. Sie gab mir nämlich ein Rezept für normale Tabletten und ich brauchte aber Retard-Tabletten. Ich wunderte mich schon in der Apotheke, weil die Packung des Mittels so anders aussah wie gewohnt, aber der Apotheker versicherte mir es sei genau das was auf dem Rezept verordnet wurde. Zu Hause habe ich dann aber leider gemerkt, dass die Tabletten überhaupt nicht gewirkt haben.

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» Olly173 » Beiträge: 14700 » Talkpoints: -2,56 » Auszeichnung für 14000 Beiträge



Das geht überhaupt gar nicht. Man darf das Rezept natürlich nicht ändern, weil der Arzt eben genau das da drauf geschrieben hat und er am besten weiß, welche Dosierung für den Patienten am besten ist. Wenn er einen Fehler gemacht hat, kann man die Apotheke darum bitten da mal kurz anzurufen. In der Regel kann der Arzt dann das Rezept noch mal mit richtiger Dosierung dorthin schicken. Selber sollte man dieses Dokument nicht verändern, weil man sich damit strafbar macht.

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» Ramones » Beiträge: 47758 » Talkpoints: 8,52 » Auszeichnung für 47000 Beiträge


Ich bin ja auch eurer Meinung, dass ein Rezept nicht abgeändert werden darf vom Patienten. Da könnte er theoretisch alles Mögliche geschickt abändern und sich so Medizin verschaffen, die er nicht haben darf und auch nicht benötigt.

Normalerweise bemühe ich mich ja, die Gespräche andere Menschen zu ignorieren, aber bei der Nähe der Gesprächspartner und der Lautstärke war das nicht möglich. Ich hätte vielleicht besser daran getan, eine Haltestelle weiter mitzufahren, dann wüsste man jetzt, wie die Apotheke das eventuell gelöst hat. Aber bepackt dann ein ganzes Stück zurück zu gehen, ist nun auch nicht angenehm.

» Cid » Beiträge: 20027 » Talkpoints: -1,03 » Auszeichnung für 20000 Beiträge


Ein vom Arzt ausgestelltes und unterschriebenes Rezept ist eine Urkunde. Wer nachträglich daran etwas ändert, begeht eine Urkundenfälschung und diese ist strafbar.

In diesem Falle kann man also nur den Arzt erneut aufsuchen und um ein neues Rezept bitten. In absoluten Ausnahmefällen kann eventuell ein Angestellter der Apotheke nach Rücksprache mit dem Arzt etwas am Rezept ändern, dazu müssen aber schon schwerwiegende Gründe vorliegen.

» Squeeky » Beiträge: 2793 » Talkpoints: 6,25 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



Ich habe mir heute bei meiner Ärztin Medizin aufschreiben lassen. Das habe ich genutzt, um die Sprechstundenhilfe mal zu fragen, wie der Patient an seine benötigte Medizin kommt. Ihr Aussage war, wenn ein Patient immer oder meistens die Rezepte in einer bestimmten Apotheke vorlegt und seine Medizin dort bekommt, sind die Verordnungen aus dem Computer zu ersehen.

In einem solchen Fall würde der Apotheker kulanterweise dem Patienten die Medizin aushändigen. Der Apotheker würde sich telefonisch am nächsten Arbeitstag vom Arzt bestätigen lassen, dass das Rezept mit der richtigen Dosis abgeändert würde. Ob ein Apotheker das allerdings so handhabt, wird in seinem eigenen Ermessen liegen.

» Cid » Beiträge: 20027 » Talkpoints: -1,03 » Auszeichnung für 20000 Beiträge


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