Nitrofurantoin als Reserveantibiotikum - wann notwendig?

vom 27.10.2014, 18:46 Uhr

Eine Kommilitonin von mir, mit der ich mich auch häufiger mal privat treffe, hat häufiger mal eine Blasenentzündung und momentan ist es mal wieder soweit. Sie hat von der Ärztin Ciprofloxacin verschrieben bekommen, ein gängiges Antibiotikum gegen Blasenentzündung. Zwei Wochen nach Ende der Einnahme ging es aber leider wieder los und sie war mit Beschwerden wieder bei der gleichen Ärztin, die ihr daraufhin direkt ein Reserveantibiotikum verschrieben hat: Nitrofurantoin.

Seitdem hat sie starke Nebenwirkungen und fühlt sich sehr müde und erschöpft. Das wird voraussichtlich auch noch einige Tage anhalten, denn sie muss das Antibiotikum 10 Tage lang einnehmen und danach wieder zur Kontrolle kommen. Bezüglich des Antibiotikums ist sie der Ansicht, dass die Verschrieben eines Reserveantibiotikums absolut übereilt war. Eigentlich hätte man erstmal ein anderes, besser verträgliches Antibiotikum verschrieben sollen, welches aber dann auch über einen längeren Zeitraum verschrieben wird.

Das die Entzündung überhaupt zurückgekommen ist, schreibt sie der Tatsache zu, dass sie das erste Antibiotikum nur über 5 Tage verschrieben bekommen hat. Aus pharmazeutischer Sicht sei das einfach zu wenig und die Gefahr besteht dann allemal, dass man die Entzündung wieder bekommt, weil die Bakterien noch nicht alle tot sind und Resistenzen ausgebildet haben. Ich habe in einem anderen Thread bereits davon berichtet, dass ich ebenfalls der Ansicht bin, dass Ärzte aus Ahnungslosigkeit oder wegen besseren Verdienstes zu wenig Antibiotika verschreiben.

Dennoch kenne ich mich nicht wirklich mit Reserveantibiotika aus und dachte eigentlich auch, dass man diese eher dann verschreibt, wenn man schon andere ausprobiert hat, die gängig sind und nicht anschlagen. Ist es normal, dass man bereits im zweiten Anlauf Nitrofurantoin als Reserveantibiotikum verschreibt, obwohl es starke Nebenwirkungen haben kann? Welche Erfahrungen habt ihr damit gemacht und was denkt ihr, wäre am verantwortungsvollsten?

» Crispin » Beiträge: 14916 » Talkpoints: -0,43 » Auszeichnung für 14000 Beiträge



Der Arzt wird schon wissen was er macht. Das Mittel kenne ich persönlich nicht und habe somit auch keine Erfahrungen. Hat deine Bekannte denn einen Partner? An ihrer Stelle würde ich diesen mal zum Arzt schicken um sich untersuchen zu lassen. Es kann sein, dass er daran Schuld ist, dass sie immer wieder eine Blasenentzündung bekommt. Er selber muss da keine Probleme haben. Ansonsten haben Medikamente immer auch Nebenwirkungen und man muss sehen, was höher ist der Nutzen oder die Nebenwirkungen. Manchmal muss man diese ertragen um wieder gesund zu werden.

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» Ramones » Beiträge: 47758 » Talkpoints: 8,52 » Auszeichnung für 47000 Beiträge


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