Kein Antibiotikum bei Blasenentzündung - Arzt wechseln?

vom 16.10.2014, 13:31 Uhr

In einem anderen Thread habe heute ja schon von unterschiedlichen Empfindungen und Auswirkungen einer Blasenentzündung berichtet und es gibt hier im Forum ja auch schon einige Threads über die Einnahme von pflanzlichen Mitteln bei Blasenentzündung. In diesem Thread geht es mir aber eigentlich eher darum, was man macht, wenn einem der Arzt partout kein Antibiotikum verschreiben möchte.

Eine gute Freundin von mir bekommt recht häufig eine Blasenentzündung, an sich kann man sagen, dass sie etwa 4-5 Mal im Jahr eine hat und wenn dies eintritt, dann kommt sie meistens auch für wenige Tage nicht zur Uni, weil sie dann eben Schmerzen hat. Seit sie umgezogen ist, hat sie auch eine neue Ärztin und diese beschäftigt sich auch mit Naturheilkunde und empfiehlt ihr dann immer pflanzliche Mittel. Mir selbst helfen pflanzliche Mittel sehr gut, aber wenn man starke Schmerzen hat und die Entzündung stärker ist, dann kann ich mir schon vorstellen, dass man sowas nicht will.

Auf jeden Fall war meine Freundin dann etwa zum dritten Mal bei der Ärztin, wieder wegen einer Blasenentzündung und diese hat dann dazu geraten, erstmal für eine Woche ein pflanzliches Mittel zu probieren und wenn dieses nicht funktionieren würde, könnte man ja immer noch ein Antibiotikum versuchen. Meine Freundin war von dieser Idee gar nicht begeistert, denn wenn man starke Schmerzen hat, ist es ja klar, dass einem ein Antibiotikum eher hilft, als ein pflanzliches Mittel, was länger braucht, bis es seine Wirkung entfaltet. Auf die Bitte hin, dennoch ein Rezept auszustellen, hat die Ärztin aber auf dem pflanzlichen Mittel bestanden.

Meine Freundin hat direkt danach einen Termin bei einer anderen Ärztin gemacht und hat dort ihr Antibiotikum bekommen. Das die regelmäßige Einnahme von Antibiotikum nicht gerade gesundheitsfördernd ist, dürfte jedem klar sein, aber das Schleppen einer Blasenentzündung ist es auch nicht, besonders dann nicht, wenn es sich zu einer Nierenbeckenentzündung entwickeln kann. In dieser Hinsicht denke ich schon, dass der Patient ein Mitspracherecht haben sollte und wenn man mit pflanzlichen Mitteln bisher schlechte Erfahrungen gemacht, sollte man das Antibiotikum auch bekommen.

Wie seht ihr das? Seit ihr auch schon auf Ärzte gestoßen, die vielleicht von bestimmten Mitteln überzeugt waren und euch diese dann andrehen wollten, obwohl ihr damit schon negative Erfahrungen gemacht habt und vielleicht dann auch so stark beeinträchtigt wart, wie meine Freundin, so dass man keine Lust hat, sich noch auf Experimente einzulassen? Würdet ihr dann auch direkt den Arzt wechseln? Ich denke schon, dass ich in diesem Fall auch so handeln würde, denn mit einer Blasenentzündung ist nicht zu scherzen.

» Crispin » Beiträge: 14916 » Talkpoints: -0,43 » Auszeichnung für 14000 Beiträge



Von weiten kann man so etwas immer schlecht beurteilen. Aber gerade bei häufigen Blasenentzündungen sind bei vielen Frauen keine Bakterien der Auslöser der Beschwerden. Die sogenannte interstitielle Zystitis ist relativ weit verbreitet und reagiert kaum auf eine Therapie mit Antibiotika. Welche Ursache die häufigen Beschwerden haben, kann man aus der Ferne nicht beurteilen, Gründe gibt es ziemlich viele.

Natürlich kann ich verstehen, wenn man sich schnelle Abhilfe wünscht. Eine Blasenentzündung ist einfach unangenehm und schmerzhaft. Aber je nach Auswahl des pflanzlichen Mittels kann man in den meisten Fällen ebenso schnelle Erfolge erwarten wie unter einer Therapie mit Antibiotika.

Ich habe auch gerne mal Last mit meiner Blase und konnte über Jahre mit Tabletten mit Bärentraubenblätterextrakt in den meisten Fällen die Einnahme von einem Antibiotikum vermeiden. Und das obwohl meine Beschwerden eindeutig von Bakterien ausgelöst werden. Trotzdem reichte in mehr als 90 Prozent der Fälle das pflanzliche Präparat vollkommen aus und linderte die Beschwerden bereits nach wenigen Stunden deutlich.

Ich fand das sehr angenehm, denn ich musste nicht erst auf einen Termin beim Arzt warten, sondern konnte direkt mit der Einnahme beginnen. In der Regel findet auch auch leichter eine Apotheke mit Notdienst als ein diensthabender Arzt. leider wird mit mittlerweile von den Tabletten unglaublich übel. Ansonsten wären die auch heute noch meine erste Wahl. Ob nun eine Therapie mit einem Antibiotikum sinnvoll ist, das hängt wirklich vom Befund ab. Viele Ärzte verschreiben ohne irgendeine Untersuchung sofort ein Antibiotikum, wenn die Blase ziept. Das kann es auch nicht sein.

» cooper75 » Beiträge: 13450 » Talkpoints: 524,56 » Auszeichnung für 13000 Beiträge


Gerade wenn man häufiger darunter leidet muss man auch die Ursache finden. Beispielsweise kann man so etwas ja auch durch den Partner bekommen und dieser kann da etwas haben, was ihm selber nicht schadet, aber bei der Frau eine Blasenentzündung hervorruft. Abgesehen davon finde ich aber, dass man das geben sollte was hilft. Ein Antibiotikum kann nicht immer gegeben werden und sollte als letzter Schritt dienen, manchmal ist dies dann aber auch nötig. Ein Arzt muss das aber erkennen können und dann dementsprechend handeln.

Benutzeravatar

» Ramones » Beiträge: 47758 » Talkpoints: 8,52 » Auszeichnung für 47000 Beiträge



Ich habe überhaupt keine Erfahrungen mit Blasenentzündung. Aber darum soll es hier ja gar nicht gehen. Deine Freundin geht mit dem Wunsch nach einem Antibiotikum zu einer Ärztin, die Naturheilverfahren bevorzugt. Meiner Meinung nach muss sie sich da nicht wundern, wenn sie ein pflanzliches Mittel empfohlen bekommt. Wenn sie dem generell skeptisch gegenübersteht, ist das einfach nicht die richtige Ärztin für sie.

Man sollte auch beachten, dass deine Freundin vielleicht schon häufiger Antibiotika gegen ihre Blasenentzündung verschrieben bekam. Dennoch ist sie eine Laie ohne medizinische Ausbildung. Und zur Ursache der Blasenentzündung sagst du auch gar nichts. Es gibt also sicherlich nicht nur die eine mögliche Lösung. Von daher ist es doch das gute Recht der Ärztin, ein Mittel zu verschreiben, von dem sie überzeugt ist.

Und meiner Meinung nach ist es auch ihr gutes Recht, ein Mittel, von dem sie nicht überzeugt ist, zu verweigern. Eine Ärztin ist doch nicht verpflichtet, etwas zu verschreiben, nur weil der Patient das will. Das wäre ja großartig für Schmerz- und Betäubungsmittelabhängige. Für die meisten Krankheiten gibt es zahlreiche Wege der Bekämpfung. Wenn man mit dem Vorschlag des einen Arztes nicht einverstanden ist, muss man eben zu einem anderen gehen.

Benutzeravatar

» Bienenkönigin » Beiträge: 9448 » Talkpoints: 19,93 » Auszeichnung für 9000 Beiträge



Ich kann aus eigener Erfahrung berichten und habe auch immer wieder Blasenentzünden und dabei die Erfahrung gemacht, dass die Ärzte eigentlich viel zu schnell Antibiotika verschreiben, ohne eigentlich vorher erst einmal richtig zu untersuchen. So hatte ich schon das Pech das sich regelrechte Residenzen gebildet haben. Ich hatte das irgendwann alles satt und bin zu einem Urologen gegangen. Dies kann ich deiner Freundin auch nur dringend empfehlen. Denn dort wird zuerst gründlich untersucht und der Urin auch im Labor untersucht und eine Kultur angelegt und erst wenn da etwas wächst, bekommt man auch ein Antibiotikum.

Bei meinem Urologen war es so, dass einige Untersuchungen gemacht wurden, aber auch nie wirklich heraus gefunden wurde, warum ich häufig die Blasenentzünden bekomme. Bei mir ist es dann auch eher, dass ich die Symptome einer Blasenentzündung habe, aber keine Bakterien gefunden werden. Ich habe nun pflanzliche Notfall Tabletten mitbekommen, die ich mir auch immer nachkaufen soll, wenn sie leer sind. Wenn ich dann meine, dass ich eine Blasenentzündung habe, soll ich diese nach Anweisung nehmen. Und wenn das nicht hilft, kann ich jeder Zeit ohne Termin in die urologische Praxis kommen und dort wird dann erst einmal der Urin untersucht. Bei mir wurde es vom Urologen auch schon verordnet, dass ich ein Langzeitantibiotikum bekommen habe. Dies hat die Blase dann wirklich mal ruhig gestellt, dass hat mir auch gut geholfen. Ich hatte irgendwann auf den Hausarzt und das ewige Antibiotikum keine Lust mehr, was dann eh oft nicht mehr anschlug.

Ich rate deiner Freundin da auch eindeutig zum Gang zum Facharzt. Es ist leider oftmals immer noch der Irrglaube im Umlauf, dass ein Urologe nur rein ein Arzt für Männer ist. Aber dort sitzen auch viele Frauen im Wartezimmer. Bei richtig schlimmen Schmerzen hilft meist wirklich nur ein Antibiotikum und da kann der Urologe auch viel besser entscheiden welches das richtige Medikament ist.

Benutzeravatar

» Nelchen » Beiträge: 32238 » Talkpoints: -0,25 » Auszeichnung für 32000 Beiträge


Nelchen hat geschrieben:Dies kann ich deiner Freundin auch nur dringend empfehlen. Denn dort wird zuerst gründlich untersucht und der Urin auch im Labor untersucht und eine Kultur angelegt und erst wenn da etwas wächst, bekommt man auch ein Antibiotikum.

Das ist prinzipiell nicht verkehrt. Je nachdem aber wann die Blasenentzündung begonnen hat und wann man den Termin beim Urologen hat und wann diese sich um die Kulturen kümmern, kann sich aus der harmlosen Blasenentzündung auch schon längst eine lebensbedrohliche Nierenbeckenentzündung gebildet haben. Deswegen sollte man bei einer Blasenentzündung auch schnell reagieren, da es sich sonst verschleppt. Grundsätzlich ist der Gang zum Facharzt aber sicherlich nicht verkehrt.

» Crispin » Beiträge: 14916 » Talkpoints: -0,43 » Auszeichnung für 14000 Beiträge


Ich habe zwar keine Probleme mit Blasenentzündungen, aber ich habe auch eher den Eindruck, dass die meisten Ärzte eher schneller zum Antibiotikum greifen als dass sie zu zögerlich wären. Wenn natürlich bekannt ist, dass ein Arzt eher auf Naturheilmittel spezialisiert ist und diese eben immer erst mal verordnet, dann würde ich mich auch nicht mit dem Wunsch nach der Verordnung eines Antibiotikums an diesen Arzt wenden. Dann ist es ja abzusehen, dass dieser vermutlich nicht erfüllt wird. Sinnvoll hätte ich es aber gefunden, wenn wenigstens in der Zeit, in der deine Freundin das pflanzliche Mittel nehmen sollte, untersucht worden wäre, ob Bakterien der Auslöser sind und welche Sorte es ist, damit eben gezielt behandelt werden kann.

Wenn diese Untersuchung nicht erfolgt, sehe ich die Zeit auch als verschwendet an, wenn das pflanzliche Mittel eben nicht hilft. Ansonsten gibt es ja auch Teststreifen in der Apotheke zu kaufen, mit denen man den Urin auf Nitrit untersuchen kann. Das ist ein Abbauprodukt von Bakterien und wenn dieser Wert erhöht ist, dann kann man eben davon ausgehen, dass ein bakterieller Infekt vorliegt. Mit dem Beleg kann man einen Arzt dann vielleicht eher davon überzeugen, ein Antibiotikum zu verordnen. Wenn man häufiger Probleme mit Harnwegsinfekten hat, wäre es vielleicht nicht schlecht, diese Teststreifen im Haus zu haben.

» Barbara Ann » Beiträge: 28946 » Talkpoints: 58,66 » Auszeichnung für 28000 Beiträge



Ähnliche Themen

Weitere interessante Themen

^