Liegt es nun im "Trend", Gegner der Pille zu sein?

vom 04.10.2014, 16:55 Uhr

In letzter Zeit höre ich einfach ständig etwas von Frauen, die über die Pille schimpfen und deshalb auf andere Verhütungsmittel zurückgreifen, die keine Hormone haben. Sowohl im Internet, als auch im Fernsehen oder in meinem Freundeskreis habe ich in den letzten Monaten mitbekommen, dass immer mehr Frauen die Pille absetzen, weil sie nun auf eine Verhütungsmethode ohne Hormone zurück greifen wollen. Mir kommt es fast schon so vor, als würde es nun angesagt sein, gegen die Pille zu wettern und immer mehr Frauen scheinen tatsächlich nachzudenken, ob sie nicht auf eine andere Methode zurückgreifen wollen.

Ich muss sagen, dass ich mich nun auch etwas mit der ganzen Thematik auseinander gesetzt habe. Viele Frauen sind ja der festen Meinung, dass es absolut nicht gut sei, sich so lange mit Hormonen vollzupumpen. Sie meinen, dass die Pille sehr viele Nebenwirkungen hätte, die man jedoch im Laufe der Jahre gar nicht merken würde, weil sie erst so schleichend kommen würden. Würde man die Pille dann absetzen, würde man erst merken, dass man sich charakterlich zum Guten verändern würde. Man wäre viel ausgelassener, fröhlicher und hätte auch weniger Kopfschmerzen. Von daher raten viele Frauen dazu, zu einer hormonfreien Verhütungsmethode, also beispielsweise zur Kupferspirale zu wechseln, obwohl die meisten Frauenärzte stur weiterhin nur die Pille empfehlen.

Ich nehme nun schon seit sehr vielen Jahren die Pille, wobei mir durchaus aufgefallen ist, dass ich mit den Jahren nun immer mehr Kopfschmerzen bekomme und durchaus nervöser bin, als noch vor einigen Jahren. Ob das nun an der Pille liegt, kann ich jedoch gar nicht sagen, wobei es mich durchaus interessieren würde, wie es denn wäre, wenn ich meinen Körper von den ganzen Hormonen befreien würde. Von daher überlege ich, eine längere Pause zu machen oder ganz auf ein anderes Verhütungsmittel umzusteigen. Immerhin muss ja an den ganzen Aussagen doch etwas Wahres dran sein.

Habt ihr es auch schon mitbekommen, dass es nun quasi im "Trend" liegt, Gegner der Pille zu sein? Hat euch diese Thematik auch schon zum Nachdenken angeregt und wie steht ihr dazu?

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» Prinzessin_90 » Beiträge: 35273 » Talkpoints: -0,01 » Auszeichnung für 35000 Beiträge



Ich bin kein Gegner der Pille, ich hatte nur bereits in der Vergangenheit genügend Probleme mit verschiedensten Präparaten dieser Art, Ich verwende wahrscheinlich auch in Zukunft weiterhin ein hormonelles Präparat, aber nicht mehr die Pille. Ich vertraue ihr einfach nicht mehr, weil ich genügend Nebenwirkungen davon hatte. Von einem Trend der Pillengegner kann ich nicht sprechen, ich nehme in meinem Umfeld zum Beispiel kaum negative Kritik der Pille gegenüber wahr, außer von meiner Seite.

» Wibbeldribbel » Beiträge: 12618 » Talkpoints: 5,12 » Auszeichnung für 12000 Beiträge


Ich glaube nicht unbedingt, dass es im Trend liegt, Gegner der Pille zu sein. Man muss auch immer noch die Menschen beachten, die leise sind und die Pille schon jahrelang ohne Probleme einnehmen. Da gehöre ich zum Beispiel auch dazu und ich denke, „wir“ sind da noch in der Überzahl, auch wenn das vielleicht anders wirkt, weil sich nur diejenigen bemerkbar machen, die etwas Schlechtes zu sagen haben. Das ist ja im Grunde meistens so – wenn es einem gut geht, dann hat man keinen Grund, darüber zu reden oder zu schreiben, wenn es einem hingegen schlecht geht und man etwas hat, worüber man sich beschweren kann, dann äußert man seine Meinung viel eher.

Ich muss aber auch dazu sagen, dass ich gar nicht mit so vielen Menschen über die Pille spreche. Von den meisten Personen in meinem Umkreis weiß ich gar nicht, wie sie verhüten, außer ich habe mal gesehen, wie sie die Pille eingenommen haben, weil ich eben gerade da war, als es Zeit war, sie zu nehmen.

Das einzige, was ich an der Pille zu kritisieren habe, ist, dass dafür Tierversuche vorgeschrieben sind, genauso wie für alle anderen hormonell wirksamen Verhütungsmittel, also beispielsweise auch die Spirale oder das Verhütungspflaster. Das finde ich traurig, ist aber natürlich ein Thema für sich, über das man stundenlang diskutieren könnte. Es nützt ja nichts, wenn ich da jetzt auf die Hersteller der Pille einschieße, Tierversuche ist ein Thema, das viel mehr umfasst, als nur hormonelle Verhütung.

» *sophie » Beiträge: 3506 » Talkpoints: 1,38 » Auszeichnung für 3000 Beiträge



Ich habe neulich auch eine Studie gelesen. Es war beim Frauenarzt im Wartezimmer. Dort wurde geschrieben, dass die Paare, wo die Frauen wegen dem Kinderwunsch die Pille absetzen sich sehr oft trennen, weil der Instinkt der Männer die Frauen "nicht mehr riechen können". Es geschieht unbewusst. Aber es ist wohl doch ein Urinstinkt, dass man den Partner auch nach dem Geruch aussucht und meist nehmen Frauen schon die Pille, wenn sie einen Partner kennenlernen. In Amerika hat wohl auch ein Mann gegen seine Frau geklagt, weil er unter Vortäuschung falscher Tatsachen die Ehe eingegangen ist. Er hat gewonnen. Denn er hätte die Frau wohl nie geheiratet, wenn sie die Pille nicht genommen hätte.

Die Pille verändert eine Person auf jeden Fall, auch wenn die Frau es selber nicht merkt oder auch der Mann die Veränderung nur im Unterbewusstsein aufnimmt und dann sich einer anderen Frau zuwendet, die er eben "eher riechen kann".

Auch ist es so, dass eine Frau, die immer die Pille nimmt, nicht in die Wechseljahre kommen kann und das auch nur, weil dem Körper etwas vorgetäuscht wird. Während der Einnahme wird dem Körper praktisch vorgetäuscht, dass er schwanger ist und keine Befruchtung stattfinden kann. Die Regelblutung ist nur eine Abbruchblutung und keine Blutung, die durch den Eisprung verursacht wird. Es ist also ein großer Eingriff in den Körper.

Gerade, weil die Hormone den ganzen Körper betreffen. Anders als bei der Hormonspirale, wo eben diese Hormone nur an die Gebärmutter abgegeben werden. Aber selbst das ist umstritten, was Krebs, Zysten und Geschwüre betrifft. Denn es ist nun mal ein Stoff, der einfach zu viel im Körper ist.

Ich nehme schon jahrelang keine Pille mehr, weil schon die Nebenwirkungen, wie Thrombose, besonders bei Rauchern, sehr hoch ist. Auch wenn ich nicht mehr rauche, ist es doch nicht gerade gesund und ich finde es gut, wenn die Frauen nun doch langsam mal nachdenken, was sie ihrem Körper antun und kaum ein Mann würde das seinem Körper antun, weil er Angst um seine Männlichkeit hätte, Aber dass die Frauen auch Angst um ihre Weiblichkeit haben könnten ist vielen egal. Denn nicht selten entsteht durch die Hormone Brustkrebs oder Gebärmutterkrebs. Und das kommt nicht nach 10 Jahren Pilleneinnahme auf einmal. Es kommt erst im Alter, aber hervorgerufen durch die Pilleneinnahme.

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» Diamante » Beiträge: 41749 » Talkpoints: -4,74 » Auszeichnung für 41000 Beiträge



Ich würde das nicht als Trend bezeichnen. Eher als Lernen aus Erfahrungswerten. Als man in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts die Pille als Innovation eingeführt hat, war das natürlich eine vollkommen positiv bewertete Sensation. Schon damals gab es Frauen, die die Hormone einfach nicht vertragen haben. Wahrscheinlich auch deshalb zusätzlich, weil die Dosis damals einfach vergleichsweise hoch war. Natürlich wird das unter Frauen kommuniziert.

Später kommen dann immer neuere Präparatgenerationen auf den Markt, die jeweils immer wieder als entscheidend verbesserter Durchbruch angepriesen wurden. Eine meiner weiblichen Verwandten hatten dann genau eine Pille genommen, die dann vom Markt genommen wurde, weil sie angeblich nicht sicher ist. Kann sich ein außenstehender vorstellen, wie sich solche Frauen fühlen, die diese Pille auch jahrelang genommen haben? Beschissen. Ich habe das miterlebt. Ich habe auch eine Weile Cilest genommen, die nun vom Markt verschwunden ist (oder zumindest war). Allerdings nicht lange, denn ich habe sie damals nicht vertragen. Auch Diane 35 hat man in Frankreich zeitweise vom Markt genommen.

Nachdem ich sowieso mit den Pillen teilweise ganz unschöne Nebenwirkungen hatte, habe ich auch das Vertrauen verloren. Und wenn man in die Arztpraxis ist, wird einem das verkauft, als wäre man die einzige Frau mit Unverträglichkeiten. Wenn man dann Frau Google nach ähnlichen Erfahrungen fragt, wird man zugeschüttet.

Natürlich ist man dann eher geneigt, sich nach Alternativen umzusehen, wenn man das Gefühl dann hat, dass man eben nicht alleine mit solchen Reaktionen ist! Und Meldungen über Gesundheitsrisiken machen einen nunmal unsicher. Da habe ich mich irgendwann schon gefragt, was für mich mittlerweile das größere Risiko ist. Ein Baby, oder die Pille. Nach meinem ersten Kind fiel die Antwort dann relativ schnell klar aus. Und ich denke, das wird einfach mal einigen anderen Frauen nach reiflicher Überlegung auch so gehen. Ich denke, das ist kein Trend, sondern einfach die Wirkung davon, dass wir Frauen eben vernetzt sind und an solche Erfahrungswerte kommen, die man sich früher eben mühsam im begrenzten Bekanntenkreis zusammen suchen musste. Das geht heute eben einfacher.

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» trüffelsucher » Beiträge: 12446 » Talkpoints: 3,92 » Auszeichnung für 12000 Beiträge


Ob das zur Zeit ein Trend ist, kann ich nicht sagen. Ich konnte noch nie etwas mit der Pille anfangen, habe sie aber noch nicht genommen. Allerdings kenne ich auch keine Frau, die keine Probleme mit dem Präparat hatte. Das fängt bei Stimmungsschwankungen an, geht über Pickel und Gewichtszunahme und endet bei Thrombosen, die auch tödliche Folgen haben können. Natürlich muss es nicht soweit kommen, aber um ehrlich zu sein nehme ich lieber Kondome und gehe keine Risiken ein.

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» ninjafan » Beiträge: 1455 » Talkpoints: -0,16 » Auszeichnung für 1000 Beiträge


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