Mit Behinderung ein selbstbestimmtes Leben in WG möglich?
Das Kind von A und B ist mittlerweile 20 Jahre und ist geistig behindert. Der junge Mann möchte ein selbstständigeres Leben führen und den Eltern, also A und B wurde geraten den jungen Mann in eine Behinderten Wohngemeinschaft zu lassen. Der Therapeut meinte, dass er da ein selbstständigeres und selbstbestimmtes Leben führen kann. Kann man in einer Behinderten Wohngemeinschaft wirklich als Behindertet ein selbstbestimmtes Leben führen? Habt ihr Erfahrungen durch Bekannte oder Verwandte, die in so einer Wohngemeinschaft leben oder lebten?
Selbst kenne ich bisher keine Menschen persönlich, die in einer solchen WG leben. Aber ich hatte erst vor wenigen Tagen mit einer Frau einen Termin, die eine WG für Autisten anbietet. Es kommt dabei aber nicht darauf an, dass diese Menschen eine geistige Behinderung haben, sondern wie schwer sie ist. Denn es gibt durchaus Menschen, die trotz geistiger Behinderung, in der Lage sind ihre Wünsche zu äußern.
Gerade wenn die betroffene Person den Wunsch äußert ist es doch ein Zeichen, dass die Eltern sich zu viel kümmern. Der junge Mann fühlt sich demnach in der Lage gewisse Entscheidungen allein treffen zu können. Der Therapeut befürwortet das ja auch und somit sollte man eine entsprechende WG für ihn suchen. Und da es nicht dringend notwendig ist, kann man sich da auch in Ruhe mehrere Angebote anschauen, damit der junge Mann sich da auch auf Dauer wohl fühlt.
Es ist natürlich möglich für den jungen Mann einen Platz in einer speziellen WG zu finden. Es ist die Frage wie eingeschränkt die Person ist, dementsprechend wird auch eine Wohngemeinschaft für ihn ausgesucht. Wenn er den Wunsch schon von alleine äußert, jetzt sein Leben selber führen zu wollen ist bei ihm der Punkt gekommen wo er sich abnabeln möchte. Das ist sehr schön wenn er die Entscheidung für sich getroffen hat, und sollte für die Eltern kein Angstfaktor sein. Er kann von jetzt an selber dazulernen, und wird sich bei fragen sicherlich an die Eltern wenden.
Es gibt in allen größeren Städten, einige dieser Wohngemeinschaften. Es wird meist drauf geachtet das sich die Bewohner gut ergänzen, es kann eine Gemeinschaft sein wo alle Personen eingeschränkt sind. Und gibt durchaus auch gemischte Wohngruppen. Der junge Mann soll ruhig Mut haben, und ein Probewohnen in verschiedenen Gruppen ausmachen. So findet er seine persönliche Gruppe, mit der gut leben kann.
Ich habe mein freiwilliges soziales Jahr in einer WG mit acht menschen mit Behinderung gemacht und fand schon, dass sie dort ein recht selbstbestimmtes Leben hatten. Sie müssen natürlich, wie in jeder WG, sich an einige Regeln halten und je nachdem wie stark seine Behinderung ist, wird eben auch seine Selbstbestimmtheit sein. Er kann in so einer WG zum Beispiel nicht jeden Tag bestimmen, was er essen möchte und muss den anderen Bewohnern auch ihre Freiheiten lassen. Generell finde ich aber, dass die Bewohner dort sehr viel selbst bestimmen können und, zumindest in der, in der ich gearbeitet habe, auch sehr oft gefragt wurden, wie sie es denn haben wollen, was sie gerne unternehmen wollen und ob sie ihre Eltern besuchen wollen, oder eben nicht.
Wenn er nicht so stark behindert ist, gab es dort auch die Möglichkeit, mit einem anderen Menschen mit ebenfalls niedriger (weiß nicht, wie man das sonst nennt
) Behinderung zusammenzuwohnen. Dort würde dann alle paar Tage ein Mitarbeiter vorbeikommen, der dabei hilft, den Alltag zu strukturieren. Wie genau das abläuft und wie oft der Mitarbeiter vorbeikommt, weiß ich leider nicht, weil ich nicht in dem Bereich gearbeitet habe.
Generell ist es aber gut, wenn er ausziehen möchte, es muss aber natürlich eine gute WG gefunden werden. Von einem Wohnheim mit etwa 80 Bewohnern würde ich abraten, da dem Behinderten dann nicht gerecht geworden wird. Man sollte sich die WG auf jeden Fall ansehen und gucken, ob dort genug Mitarbeiter vorhanden sind. Bei uns waren es in der Wohngruppe für acht Bewohner (4 Rollstuhlfahrer, 4 etwas Selbstständigere) immer etwas drei Mitarbeiter im Dienst.
Der Entschluss, auszuziehen, ist aber wirklich gut. Bisher habe ich sowohl von jedem Behinderten als auch von jedem der Elternteile gehört, dass es eine große Entlastung ist. Die "Kinder" sind selbstständiger und die Eltern können sich auch wieder auf ihr Leben konzentrieren und nicht nur auf das ihres Kindes, was ja auch wirklich gut ist. Viel Erfolg bei der Suche.
Das kann auf jeden Fall funktionieren und man sollte das einfach mal testen. Es ist ja auch die Frage, ob er bisher seine Aufgaben übernehmen kann, wichtige Dinge im Alltag selber machen kann und wenig Hilfe braucht. Ich meine, da ist ja auch immer ein bisschen Fachpersonal da, ansonsten ist es aber sicherlich ganz schön, wenn er auch mal selber zeigen kann, was er kann. Ich würde es einfach testen zurückkommen kann er immer und so viel sollte da eigentlich nicht schiefgehen können. Wenn er es einfordert sollte man im das Vertrauen entgegenbringen.
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