Alte und kranke Angehörige ins Ausland, weil Pflege billig

vom 18.09.2014, 21:53 Uhr

A und B sind Geschwister und ihre Eltern werden immer "seltsamer". Sie sind alt und krank und die Demenz scheint immer mehr vor zu rücken. A und B sind beide zwar berufstätig, aber sie wollen auch nicht ihr "sauer verdientes Geld" einfach ins Pflegeheim stecken. Sie überlegen nun die Eltern ins Ausland in ein Pflegeheim zu geben. Thailand soll da sehr günstig sein und auch die Ostblockländer sind da nicht so teuer wie Deutschland.

A und B haben sich nun auch schon Prospekte geholt von etlichen Pflegeheimen im Ausland und staunen nur über die günstigen Preise. Sie sind auch beide der Meinung, dass die Eltern mit fortschreitender Demenz auch nicht mehr alles mit bekommen.

Ich finde so etwas einfach schrecklich und ich könnte mir heute nicht vorstellen, dass ich meine Eltern oder meine Großeltern im Ausland weiß, wo ich nicht immer mal hingehen kann um sie zu besuchen. Hier habe ich auch einen Bericht gelesen. Das scheint nicht mal so wenig vorzukommen.

Was haltet ihr davon und würdet ihr eure Angehörigen ins Ausland in ein Pflegeheim geben, weil es da billiger ist? Welches Gefühl hättet ihr, wenn zum Beispiel ein Verwandter von den Kindern in ein ausländisches Pflegeheim gesteckt wird?

Benutzeravatar

» MissMarple » Beiträge: 6786 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 6000 Beiträge



Das finde ich jetzt gerade total heftig. Man kann doch nicht einfach seine Eltern ins Ausland abschieben, wo man sie vielleicht nie mehr wiedersieht. Schließlich haben sich die Eltern auch um ihre Kinder gekümmert als diese noch klein waren. Ich sehe das so, dass man im Alter das alles zurückgibt und sich genauso gut um die Eltern kümmert, besonders wenn das Geld scheinbar keine große Rolle spielt. Die Eltern bekommen ja immerhin auch noch zusätzlich Rente, bei einer Pflegestufe sogar noch Pflegegeld.

Benutzeravatar

» ninjafan » Beiträge: 1455 » Talkpoints: -0,16 » Auszeichnung für 1000 Beiträge


Ich denke, das kommt ganz auf die jeweilige Situation an. Ich habe meine Eltern selbst gepflegt, aber nicht jeder kann das leisten, denn bei fortschreitender Demenz wird es zu einem Job ohne Pausen und Freizeit und die Unterstützung ist gering. Viele Angebote lassen sich dann auch nicht umsetzen, weil der Betroffene diese Veränderungen nicht mehr akzeptiert.

Wenn ich allerdings sehe, wie viel liebevolle Zuwendung und Anregung demente Senioren in manch fernem Land bekommen, dann ist die Situation für den Betroffenen selbst sicherlich angenehmer als im typischen deutschen Seniorenheim, wo Personal- und Zeitmangel den Takt vorgeben. Eine eigene Pflegerin, die sogar mit im Raum schläft und immer da ist, das ist für einen schwer Dementen einfach richtig gut. Nur kann man das hier nicht bezahlen.

Trotzdem hätte ich große Schwierigkeiten, meine Eltern hilflos und allein so weit entfernt zu wissen. Denn wer bemerkt, wenn es nicht gut läuft? Wer kontrolliert die Versorgung und das Wohlbefinden? Ich kann die Idee sehr gut verstehen, aber trotzdem könnte ich es nicht.

» cooper75 » Beiträge: 13450 » Talkpoints: 524,56 » Auszeichnung für 13000 Beiträge



Ähnliche Themen

Weitere interessante Themen

^