Seelischen Gemütszustand durch Aktivität ausgleichen?

vom 16.09.2014, 20:20 Uhr

Dass die Seele durch Essen und Trinken zusammen gehalten wird, besagt ein Sprichwort. Doch nicht nur gutes Essen und Trinken sorgen für einen ausgeglichenen Gemütszustand, sondern doch auch körperliche Aktivität. Ob man sich nun auspowert oder doch lieber gemächlich Bewegung betreibt, ist letztendlich doch jedem selbst überlassen.

Aber hat die Bewegung und ein aktives Leben wirklich Einfluss auf einen ausgeglichen Gemütszustand? Wie schafft Ihr es, einen angenehmen Gemütszustand zu erreichen? Benötigt Ihr dazu wirklich Bewegung/ Aktivität oder schafft Ihr es auch, mit einem guten Buch oder entsprechender Musik ausgeglichen zu werden?

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» *steph* » Beiträge: 18439 » Talkpoints: 38,79 » Auszeichnung für 18000 Beiträge



Mein Physiotherapeut hat immer gepredigt: Wir haben einen Bewegungsapparat, keinen Sitzapparat. ;) Meiner Meinung nach ist zumindest ein Minimum an körperlicher Aktivität nötig, um sich in seiner Haut wohl zu fühlen. Muskeln, Gelenke und Organe danken es einem durchaus, wenn sie ab und zu mal benutzt und ordentlich durchbewegt werden. Dass durch Bewegung an frischer Luft Glückshormone freigesetzt werden, die die Laune heben und sogar gegen leichtere Depressionen helfen können, ist zudem wissenschaftlich erwiesen.

Wieviel Bewegung im Einzelfall für einen ausgeglichenen Gemütszustand nötig ist, hängt natürlich von den individuellen Vorlieben ab. Manche Zeitgenossen werden schon kribblig, wenn sie nicht jeden Tag zum Joggen kommen, andere fühlen sich im Fernsehsessel umso wohler. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass man ganz ohne Bewegung und Aktivität dauerhaft zufrieden und ausgeglichen sein kann.

» Gerbera » Beiträge: 11346 » Talkpoints: 56,04 » Auszeichnung für 11000 Beiträge


Ich brauche definitiv Bewegung, um ausgeglichen zu sein. Das liegt erst einmal daran, dass ich, nachdem ich Sport gemacht habe, entspannter bin als vorher, aber auch daran, dass ich, wenn ich mich zu wenig bewege, sehr schlecht schlafe. Ich bin dann nur mental müde, mein Körper ist aber eben nicht ausgelastet. Und wenn ich schlecht schlafe, bin ich einfach kein guter Mensch. Ich bin dann schlecht gelaunt, sehr schnell gereizt und unzufrieden mit mir selbst, was ungefähr das genaue Gegenteil von meinem normalem Ich ist. :D

Deswegen würde ich schon sagen, dass ich Bewegung brauche, um ausgeglichen zu sein. Nur Essen und Trinken hält meine Seele nicht zusammen. :D

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» Fluffeltuch » Beiträge: 797 » Talkpoints: 3,85 » Auszeichnung für 500 Beiträge



Ich kann mir schon vorstellen, dass an deiner Aussage etwas dran ist, also dass sich Bewegung auf den Gemütszustand auswirkt. Ich habe schon beide Extreme erlebt. Zum einen war ich schonmal auf Geländeexkursionen, bei denen ich im Gebirge rauf und runtergescheucht wurde und das von morgens bis abends. Ich bin so viel Bewegung nicht gewöhnt, dementsprechend war ich abends ziemlich erschöpft und kaputt und fühlte mich eher "angematscht".

Ich habe aber auch schon erlebt, wenn ich mich beispielsweise durch Krankheit zu wenig bewege, dass dann die Gelenke schmerzen weil ich körperlich nicht ausgelastet genug bin. Das äußert sich dann auch dadurch, dass ich schlecht schlafen kann und ein wenig gereizt bin. Daher versuche ich immer auf das gesunde Mittelmaß zu achten, steige auch schonmal eine Haltestelle früher oder später aus dem Bus, damit ich den Rest des Weges zu Fuß gehen kann.

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» Olly173 » Beiträge: 14700 » Talkpoints: -2,56 » Auszeichnung für 14000 Beiträge



Ich bekenne, ich bin ein Sportmuffel. Wenn mich etwas zur wirklichen Bewegung bringt, dann ist es Reitsport oder Hundesport. Und da meine ich dann auch wirklich Sport, der auch den Menschen fit macht und beansprucht. Aber das berauche ich nicht für das Gemüt.

Was ich aber in jedem Fall brauche, das ist moderate Bewegung an der frischen Luft, natürliches Licht und die Gerüche und Geräusche der Natur. Ohne regelmäßige Radtouren und Spaziergänge werde ich dauerhaft müde, unglücklich und träge. Ich würde die "Beschwerden" als depressive Verstimmung beschreiben. Aber ebenso wichtig ist für mich die Entspannung mit einem guten Buch oder das Treffen von Freunden. Ich brauche von allem etwas, um immer ausgeglichen zu sein.

» cooper75 » Beiträge: 13450 » Talkpoints: 524,56 » Auszeichnung für 13000 Beiträge


Mir hilft es immer sehr, dass ich täglich mit den Hunden spazieren gehen und noch dazu auch mehrmals die Woche Sport mache. Auch wenn ich keine Lust zum Sport habe und mich dann doch aufraffen konnte, bin ich hinterher total geschafft aber auch irgendwie zufriedener. Mit den Hunden zu gehen, lenkt mich auch jedes mal. Ich muss aufpassen wo sie hin laufen und das sie nichts anstellen und wenn sie dann toben oder Blödsinn machen, heitert es mich doch oftmals wieder etwas auf.

Ich habe auch oft ein befriedigendes Gefühl wenn ich zu Hause etwas geschafft habe und sei es nur, dass ich einen Schrank ausgemistet habe oder ähnliches. Ich denke daher auch, dass Bewegung durchaus wichtig für die Seele und das allgemeine Wohlbefinden ist.

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» Nelchen » Beiträge: 32238 » Talkpoints: -0,25 » Auszeichnung für 32000 Beiträge


Ich würde von mir sagen, dass ich beides brauche. Um mich wirklich ausgeglichen zu fühlen, brauche ich auch ausreichend Bewegung. Das kann nun entweder durch eine ausgiebige Wanderung in den Bergen sein, oder aber eben auch durch Laufen. Allerdings brauche ich ebenso durchaus auch meine Zeit für eine Auszeit in meiner Hängematte mit einem gemütlichen Buch und so weiter. Also um mich rundum ausgeglichen zu fühlen, brauche ich eine Kombination aus genügend Bewegung, aber auch Ruhephasen wie Buch lesen und Co. Ebenso bräuchte ich für einen rundum ausgeglichenen Zustand im Idealfall am besten einen Halbtagsjob.

Nur wer hat schon all diese Möglichkeiten? Die Realität sieht oft anders aus. Ein Halbtagsjob geht bei mir leider nicht, aber zumindest habe ich die Möglichkeit "blockweise" zu arbeiten. Also ich arbeite ein paar Wochen / Monate mehr als mir eigentlich gut tut und dann habe ich dafür mehrere Wochen / Monate Pause. Die brauche ich dann aber ehrlich gesagt auch.

Und bezüglich Bewegung versuche ich schon sehr darauf zu schauen, dass ich da genügend Möglichkeiten habe. Erst diese Woche war es am Montag so, dass ich einen sehr stressigen Arbeitstag hatte. Noch dazu war mein Sohn krank, wo zum Glück die Oma einspringen konnte. Aber gleich nach der Arbeit ging es zur Kinderärztin, wo auch Blut abgenommen wurde, was dann eben auch so seine Prozedur für sich ist. Dann noch einkaufen und so weiter. Jedenfalls war ich dann am Abend so richtig geschlaucht. Und obwohl ich einfach nur noch k.o. war, bin ich dann Laufen gegangen. Zum Glück ging das eben, weil ja Oma noch da war. Und ich muss sagen, dass mir das so richtig gut getan hat. Hier habe ich beim Laufen meinen Ausgleich gefunden. Und dieses Laufen hat mir wieder gezeigt, wie wichtig Bewegung für ein ausgeglichenes Gefühl ist.

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» tournesol » Beiträge: 7773 » Talkpoints: 0,38 » Auszeichnung für 7000 Beiträge



Ich denke, dass die Mischung es macht. Manchmal kann Bewegung einen wirklich weiterhelfen und manchmal muss es eben das Buch auf dem Sofa sein. Nur Bewegung und der ständige Drang sportlich zu sein finde ich stressig, aber regelmäßig ein bisschen finde ich völlig entspannend und auch angenehm. Ansonsten kann es einem aber auch weiterhelfen immer mal ganz entspannt irgendwo zu chillen.

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» Ramones » Beiträge: 47758 » Talkpoints: 8,52 » Auszeichnung für 47000 Beiträge


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