Können schlechte Zähne das Herz schädigen?

vom 23.08.2014, 21:36 Uhr

Eine Bekannte hat sehr schlechte Zähne. Der Hausarzt redet schon jahrelang auf sie ein, dass sie zum Zahnarzt geht. Aber sie hat tierische Angst und hat nun auch eine Überweisung zu einem Psychotherapeuten bekommen, weil der Hausarzt meinte, dass schlechte Zähne auch das Herz schädigen können.

Meine Bekannte hat dann auch nicht weiter nachgefragt. Aber mich würde mal interessieren, wie das sein kann, dass schlechte Zähne auch das Herz schädigen können. Oder hat meine Bekannte sich da eher verhört?

Benutzeravatar

» kleine Schwester » Beiträge: 105 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 100 Beiträge



Nein, deine Bekannte hat sich nicht verhört. Bei dem Thema geht es darum, dass schlechte Zähne ja nicht nur äußerlich schlecht aussehen. Oftmals geht das mit Entzündungen einher oder Bakterien, die sich dadurch bilden. Diese gelangen in den Blutkreislauf und können so Schäden verursachen. Dann müssen die Zahnprobleme aber schon schlimm sein, wenn so etwas passiert. Wenn man schlechte Zähne hat, kann das aber nicht nur das Herz schädigen, sondern auch andere Krankheiten hervorrufen. Das hängt alles zusammen, da Entzündungen im Mundbereich oder auch Zahnfleisch ja mit dem Blut in den ganzen Körper gelangen können.

Benutzeravatar

» Vampirin » Beiträge: 5979 » Talkpoints: 30,32 » Auszeichnung für 5000 Beiträge


Wie dir schon geschrieben wurde, hat deine Bekannte sich nicht verhört. Durch übermäßigen Zahnbelag kann sich das Zahnfleisch entzünden. Die Zähne werden angegriffen und einige fallen aus. Lücken entstehen, die Bakterien Platz bieten. Entzündungen entstehen also durch schlechte Zähne. Gesundheitsschädliche Keime nehmen überhand und gelangen über Zahnfleischverletzungen ins Blut. Bakterien können sich so in Halsgefäßen ansiedeln und im Herzen an Verkalkungen. Das kann zum Gefäßverschluss führen und die Folgen sind: Schlaganfall und Herzinfarkt.

Jede Entzündung aktiviert die körpereigene Abwehr. Die Blutplättchen können durch das ausgeschüttete Fibrinogen verklumpen und für den Verschluß von Arterien sorgen. Das Verkalken passiert ebenso in den Beingefäßen und Nieren. Ein chronisches Nierenversagen kann sich entwickeln. Ebenso erhöht sich das Risiko für Diabetes durch Parodontitis. Sogar Demenzerkrankungen werden teilweise den schlechten Zähnen neuerdings zugeschrieben.

Ramses II hatte Paradontose, die sich durchgefressen hatte bis zum Knochen. Abszesse saßen auf dem Unterkiefer und die abgekauten Zähne waren nur noch kleine Kegel. Einige Pharaonen sollen durch Blutvergiftung gestorben sein. Bei allen waren die Zähne eine Katastrophe.

» Cid » Beiträge: 20027 » Talkpoints: -1,03 » Auszeichnung für 20000 Beiträge



Ähnliche Themen

Weitere interessante Themen

^