Warum wirken Medikamente bei verschiedenen Ethnien anders?

vom 10.08.2014, 19:29 Uhr

Arzneimittel haben bei unterschiedlichen Ethnien auch unterschiedliche Wirkung. Biologen fanden heraus, dass mindestens 29 Arzneien unterschiedlich wirken bei verschiedenen ethnischen Gruppen. So wurde von der US-Gesundheitsbehörde ein Herzmittel entwickelt und zugelassen, das nur für spezifische ethnische Gruppen bestimmt ist. Das heißt, dass bei dunkelhäutigen Menschen nicht alle Arzneimittel so wirken wie bei hellhäutigen.

Aber nun für jede Gruppe die Medikamente passend abzustimmen, würde zu teuer werden. Aber mit dem Herzmittel wurde der Versuch gestartet. Möglich ist, dass hier die verschiedenen Stickstoffmoleküle eine Rolle spielen. Woran könnte es sonst noch liegen? Auf keinen Fall reicht die Farbe der Haut aus für die Wirkungsweise des Medikamentes. Es muss immer ein Test vorgenommen werden, um tödliche Nebenwirkungen zu vermeiden. Warum ist der Stoffwechsel so verschieden zwischen den einzelnen Gruppen?

» Cid » Beiträge: 20027 » Talkpoints: -1,03 » Auszeichnung für 20000 Beiträge



Dieses Problem wurde mal in einer Folge Dr. House thematisiert, die ich zufälligerweise mitbekommen habe. Dort ging es darum, dass ein dunkelhäutiger Mann irgendwelche Beschwerden hatte (genaueres ist mir jetzt entfallen) und ein ganz bestimmtes Medikament verschrieben haben wollte, was die Ärzte ihm aber nicht geben wollten.

In der Folge wurde dann argumentiert, dass besagtes Medikament nur bei hellhäutigen wirken würde und dass dunkelhäutige wegen ihres Stoffwechsels und anderer Faktoren nicht den richtigen Nährboden für diese Medikamente bieten würden. Der dunkelhäutige Patient wollte diese Argumentation aber nicht wirklich hören und warf den Ärzten Rassismus vor und dass die "gute Medizin" nur für die "guten, Weißen" bestimmt sei.

Ich bin selbst weder Biologe, noch Mediziner, daher weiß ich auch nicht wirklich, was genau da anders läuft. Wie du schon sagst, kann es ja nicht nur die Pigmentierung sein, die aufnahmefähig macht für bestimmte Stoffe in Medikamenten.

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» Olly173 » Beiträge: 14700 » Talkpoints: -2,56 » Auszeichnung für 14000 Beiträge


Was du da schreibst, dass der Patient dem Arzt Rassismus vorgeworfen hat, habe ich in der Form auch gelesen, dass das die Meinung vieler dunkelhäutiger Menschen ist. Sie wollen den Grund nicht wissen, warum die Medizin nichts für sie ist. Sie setzen einfach voraus, dass sie schlechter behandelt werden und auch keine gute Medizin bekommen. Manche, die nicht aus ihren kleinen Dörfern hinausgekommen sind, können das nicht verstehen, weil ihnen die Zusammenhänge unklar sind.

» Cid » Beiträge: 20027 » Talkpoints: -1,03 » Auszeichnung für 20000 Beiträge



Cid hat geschrieben:Manche, die nicht aus ihren kleinen Dörfern hinausgekommen sind, können das nicht verstehen, weil ihnen die Zusammenhänge unklar sind.

Dir sind die Zusammenhänge doch auch nicht klar. Dazu braucht man schon ziemliches Fachwissen oder wenigstens Verständnis über Genetik. Aber wenn man sein Leben lang wegen seiner Hautfarbe diskriminiert wurde, bei Jobs übergangen, bei Verkehrskontrollen rigoroser behandelt wurde, weiß, dass die Gefängnisse unverhältnsmäßig mit Schwarzen überbelegt sind und solche Sachen. Da würden bei mir auch die Alarmglocken schrillen, wenn ein weißer Arzt mir aufgrund meiner Hautfarbe Medikamente vorenthält.

Ich könnte mir vorstellen, dass es mit den Chromosomen zusammenhängt, auf denen die Gene für die Hautpigmentierung liegen. Auf so einem Chromosom können ganz unterschiedliche Gene versammelt sein. Dreifarbige Katzen sind beispielsweise immer Weibchen, weil das Gen dafür eben auf dem X-Chromosom liegt. Ein Männchen hat hingegen neben dem X- auch ein Y-Chromosom, das dominiert und so wird ein Kater niemals dreifarbig. Also obwohl Geschlecht und Fellfarbe eigentlich gar nichts miteinander zu tun haben, gehören sie halt doch chromosomentechnisch zusammen.

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» Bienenkönigin » Beiträge: 9448 » Talkpoints: 19,93 » Auszeichnung für 9000 Beiträge



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