Ist häufiger Waschzwang gleich eine Zwangsneurose?
Ich wasche am Tag sehr oft meine Hände. Wenn ich in der Küche bin, dann wasche ich vor und nach der Zubereitung der Speisen sehr gründlich meine Hände und auch zwischendurch. Natürlich auch, wenn ich auf der Toilette war, was eigentlich nicht erwähnt werden muss, weil ich das alles für selbstverständlich halte. Wenn ich unterwegs war und nach hause komme, dann wasche ich auch meine Hände. Ich finde das alles ganz normal, weil ich denke, dass es schon wichtig ist. Gerade bei der Essenszubereitung und nach dem Toilettengang und auch nachdem man unterwegs war uns vieles angefasst hat.
Eine Bekannte meinte, dass es schon an einer Zwangsneurose grenzt und ich den Psychologen aufsuchen sollte. Ich finde es aber wirklich nicht schlimm und ich denke, dass es sich auch in Grenzen hält. Denkt ihr, dass häufiges Händewaschen, was ich schon irgendwie unbewusst mache eine Zwangsneurose ist? Wascht ihr euch seltener die Hände? Wann ist das Händewaschen für euch überflüssig?
Es ist auf jeden Fall nicht zu viel. Man muss in der Küche ganz klar öfter die Hände waschen und nach dem Toilettengang sollte es auch normal sein. Wenn man nach Hause kommt ist es sicherlich auch sinnvoll. Es ist dann eine Neurose, wenn es dich kontrolliert, wenn du es beispielsweise nicht aushalten könntest es ein mal nicht zu machen, wenn es nicht nötig ist. Ich finde auf jeden Fall nicht, dass du wegen normaler Hygiene zum Psychologen musst.
Deine Bekannte hat leider keine Ahnung, das sieht man alleine schon daran, dass sie das Wort Neurose gibt was einfach nicht mehr genutzt wird und absolut nicht zeitgemäß ist. Wenn, dann wäre es eine Zwangsstörung.
Aber selbst das trifft nicht auf dich zu. Hättest du tatsächlich einen Waschzwang, würdest du dir die Hände vor dem Essen zubereiten waschen, dann nochmal waschen, dann mit Desinfektionsmittel abreiben, nochmal waschen und so weiter. Menschen mit einem Waschzwang haben es sehr schwierig im Alltag. Wenn sie sich die Hände gewaschen haben und irgend etwas berühren, müssen sie sich die Hände häufig sofort wieder waschen, oder drei mal.
Zu einer Zwangsstörung gehört gleichfalls dazu, dass man wenigstens zu Anfang einen gewissen Widerstand hatte die Handlung so auszuführen, der dann aber immer wieder gebrochen wird, bis der Widerstand fast gar nicht mehr spürbar ist. Also du kannst ganz unbesorgt sein, deine Verhaltensweisen sind ganz normal. Lasse dir da nichts einreden. ![]()
Ich habe vor Kurzem gelesen, dass sich die meisten Leute zu selten die Hände waschen, also würde ich mir erst mal überhaupt keine Sorgen machen, wenn ich mir die Hände etwas öfter als der Durchschnitt wasche, weil der Durchschnitt es ja anscheinend falsch macht.
Ich würde mir dann Gedanken machen, wenn es eigentlich keinen objektiven Grund für das Händewaschen gibt. Wenn ich etwas anfasse, was dreckig war, oder wenn ich etwas anfassen werde, das nicht dreckig werden soll, wasche ich mir natürlich die Hände, das finde ich völlig normal. Was ich nicht mehr normal finden würde wäre der Wunsch mir die Hände zu waschen, nachdem ich irgendwas Sauberes angefasst habe, jemandem die Hand geschüttelt habe oder etwas in der Art.
Wenn man eine psychische Erkrankung hat gibt es ja auch gewisse "Entzugserscheinungen", wenn man die Handlungen nicht ausführt. Wasche dir doch einfach mal nicht die Hände und schau, was mit dir passiert. Macht natürlich Sinn sich dafür dann keine Situation auszusuchen, in der die Hände von der Gartenarbeit dreckig sind oder nach Zwiebeln riechen, damit würde sich wohl jeder unwohl fühlen, sondern eine Situation, in der es vernünftig ist sich die Hände zu waschen, aber nicht dringend notwendig.
Deine Bekannte hat leider keine Ahnung, das sieht man alleine schon daran, dass sie das Wort Neurose gibt was einfach nicht mehr genutzt wird und absolut nicht zeitgemäß ist. Wenn, dann wäre es eine Zwangsstörung.
Dies ist so nicht ganz richtig. Der Begriff Neurose ist immer noch aktuell. Sie wird immer noch als solche unterrichtet. Auch wenn laut
Klassifikationssystem ICD10 eine Zwangsstörung benannt ist, ist von einer Neurose zu sprechen. Sie ist von Zwangsgedanken und Zwangshandlungen geprägt. Bei dem Zwang Hände waschen wird man in aller Regel nicht von einer Zwangshandlung wegkommen. Die betroffenen sind eigentlich schon mit dem Hände waschen fertig und müssen es dennoch bis zu 5 oder noch mehr Wiederholungen durchführen. Ihr Zwangsgedanken sind, dass sie sich sonst nicht sauber fühlen und dass hinter jeder Türklinge ein Keim steht, den sie sich zwanghaft abwaschen müssten.
Bei deiner Schilderung handelt es sich als solches als normale Handlungen, sofern diese Wiederholungen nicht vorhanden sind. Bei Neurosen wissen die Personen auch, dass sie dies nicht machen müssen und dass sie krankhaft sind. Sie können es aber nicht unterlassen. Sie müssen therapiert werden. Ich würde auf die Worte der Bekannten kein Wert legen. Dies stimmt so nicht.
Es ist vollkommen in Ordnung, wenn man sich vor und nach dem Toilettengang, vor und nach dem Zubereiten von Lebensmitteln, vor dem Essen die Hände wäscht. Wahrscheinlich ist sie eine Person, die sich zu selten die Hände wäscht. Da müsstest du aber genauer nachfragen. Auch die Beweggründe, warum sie so denkt, interessieren mich, aber das wird sie nur selbst beantworten können.
Sipres hat geschrieben:Dies ist so nicht ganz richtig. Der Begriff Neurose ist immer noch aktuell. Sie wird immer noch als solche unterrichtet. Auch wenn lautKlassifikationssystem ICD10 eine Zwangsstörung benannt ist, ist von einer Neurose zu sprechen.
Woher weißt du, dass es immer noch als Neurose zu titulieren ist? Machst du eine Ausbildung in dem Bereich? Mir wurde es ausdrücklich nicht als Neurose, sondern als Zwangsstörung beigebracht. Aber ich lasse mich da natürlich gerne eines anderen belehren. Würde mich nur freuen wenn du da eine Quelle für hättest.
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