Allergie: Wie sehr das Leben danach ausrichten?

vom 30.07.2014, 21:53 Uhr

Wie ich ja schon in anderen Threads erzählt habe, ist meine Gräserallergie offensichtlich sehr viel stärker als angenommen. Jahrelang hatte ich nur Schnupfen und in ganz heftigen Jahren ein klein wenig Augenjucken. Das sind aber Dinge, mit denen ich sehr gut zurechtkomme. Ich war schon als Kind kränklich und hatte immer Schnupfen. Ich war die Einzige unter meinen Geschwistern, die mit offenem Mund essen durfte. :D

Ich bin Schnupfen also wirklich gewöhnt und fühle mich dadurch auch nicht krank. Ich hab mir auch nie Gedanken gemacht, ob der aktuelle Schnupfen nun auf eine Erkältung oder auf die Allergie zurückzuführen ist. Es hat für mich nie einen Unterschied gemacht, weil ich gegen beides nichts unternommen habe. Nun habe ich aber dieses allergisch bedingte Asthma und sollte mir doch langsam mal Gedanken machen.

Aber ganz ehrlich, wie soll das aussehen, wenn man praktisch gegen die Natur allergisch ist? Ich gehe jeden Tag zwei Mal mit meinem Hund Gassi. Auf einer Wiese mit vielen Gräsern. Als ich die Atemnot hatte, bin ich da auch keine 50 Meter weit gekommen. Aber ich kann mich doch nicht von dieser Wiese fernhalten. Dann kann ich meinen Hund gleich ins Tierheim geben oder am besten zurück in die Stadt ziehen.

Auch andere Tipps kann ich nicht wirklich umsetzen. Jeden Tag saugen und Haarewaschen. Ich habe meine Haare seit Februar nicht mehr gewaschen und bin sehr glücklich damit. Vielleicht ist es deshalb in diesem Jahr so schlimm gewesen. Auch dass unser Staubsauger vor einigen Wochen kaputt gegangen ist, könnte eine Rolle spielen. (Ich suche ja schon nach einem neuen, aber ich habe Angst, zu viel Geld für ein schlechtes Modell auszugeben und daher dauert es etwas.) Aber selbst wenn ich einen tollen, neuen Staubsauger habe, ich bin einfach nicht der Typ für jeden Tag saugen. Das werde ich nie durchhalten.

Kurzum: ich bin nicht bereit, mein Leben auf den Kopf zu stellen. Ich lebe nun mal auf dem Land, bin sogar in der Landwirtschaft tätig und habe einen Hund. Ich kann den Hund und mich nicht im Haus einsperren. Und auch für die kleineren Dinge bin ich noch nicht bereit. Ich nehme seit knapp zwei Wochen auch Cortisonspray und habe dadurch keinerlei Atemnot mehr. Nur noch den altgewohnten Schnupfen. Aber ich kann natürlich auch nicht alle Jahre den ganzen Sommer über Cortison nehmen. Oder?!

Habt ihr auch Allergien? Wie sehr bestimmen sie euer Leben? Befolgt ihr alle möglichen Tipps, um euch Erleichterung zu verschaffen? Oder haben sich einige für euch auch als lebensfremd herausgestellt? Oder habt ihr eure ganz eigenen Methoden gefunden? (Ich denke mir, ich könnte auch mit Kopftuch und Atemmaske spazierengehen.) Oder schwört ihr auf Medikamente und akzeptiert einfach, dass ihr sie braucht?

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» Bienenkönigin » Beiträge: 9448 » Talkpoints: 19,93 » Auszeichnung für 9000 Beiträge



Nein, immer kannst du kein Cortisonspray nehmen. Das hat dir sicher auch der Arzt gesagt, dass das nicht gut ist. Kannst du, wenn du mit deinem Hund hinausgehst nicht einen Mund.- und Nasenschutz tragen, so wie es im OP üblich ist? Zumindest für die Zeit der Gräserpollen, könnte dir das vielleicht helfen. Das tut mir echt leid, dass du dich seit deiner Kindheit schon mit einer Allergie plagen musst. Du hattest doch etwas genommen zur Sensibilisierung. Hilft das alles nichts?

Ich weiß auch, dass du deine Hündin sehr gerne hast und sie sehr an dir hängt. Hast du denn zusätzlich noch eine Hundeallergie? Oder sind es die Pollen, die deine Hündin mit nach Hause bringt vom Stromern durch die Wiesen? Was ist denn mit deinen Haaren? Wenn du die so lange nicht waschen konntest, wird doch der Kopf auch jucken.

Gibt es ein Mittel, dass du vielleicht anwenden kannst, um die Pollen, die deine Hündin mitschleppt mit einer Bürste oder einem Tuch aus dem Fell zu reiben. Denn du kannst sie ja nicht nach jedem Spaziergang unter die Dusche stellen? Es kann schon sein, dass ich auch eine Allergie habe. Ich wollte den Arzt demnächst bitten, dass er das überprüft. Meine Nase läuft zeitweise laufend, obwohl ich keinen Schnupfen habe. Zusätzlich tränen die Augen. Das habe ich seit etwa drei Jahren. Der HNO sagt, meine Nase ist in Ordnung.

» Cid » Beiträge: 20027 » Talkpoints: -1,03 » Auszeichnung für 20000 Beiträge


Das ist natürlich eine unglückliche Situation. Dass durch eine unbehandelte Allergie auch ein allergisches Asthma entstehen kann, das hast du ja leider selber schon bemerkt. Ich würde mit dem Arzt mal die Möglichkeit besprechen, ob du das Kortisonspray auch über eine längere Zeit anwenden kannst. Gerade eine Inhalation mit Kortison ist ja nichts, was kurzfristig die Bronchien erweitert, sondern nur bei regelmäßiger Anwendung. Was hat dein Arzt dir denn gesagt, wie lange du damit inhalieren sollst? Ich kenne einige Asthmatiker, die so ein Spray immer verwenden, bei denen ist es aber kein allergisches Asthma, sondern eines, das sie immer haben.

Sonst ist es mit Tipps allerdings schwierig. Ich habe eine leichte Katzenallergie gehabt und so schwierig ist es in der Stadt nicht, den Katzen aus dem Weg zu gehen, um möglichst wenig Allergene abzubekommen. Ich hatte auch sofort an eine Desensibilisierung gedacht. Das ist immerhin eine Möglichkeit, den Körper an die Allergene zu gewöhnen, und daran, dass er nicht so heftig darauf reagiert. Ansonsten hast du die gängigen Tipps schon aufgezählt. Nimmst du Tabletten gegen die Allergie? Da gibt es ja auch einige auf dem Markt, die man einnehmen kann, damit die Probleme nicht so stark auftreten.

» Barbara Ann » Beiträge: 28946 » Talkpoints: 58,66 » Auszeichnung für 28000 Beiträge



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