Dampfinhalation eine antiquierte Behandlungsmethode?
Als wir Kinder klein waren, haben wir oft meine Eltern, wenn sie krank waren, gesehen, dass sie einen Topf mit heißem Wasser und Kamillentee genommen haben, ein Handtuch darüber gelegt haben und den Kopf unter das Handtuch gesteckt haben. Auch wir Kinder haben das unter Aufsicht schon gemacht als wir größer wurden. Schnupfen und Husten wurden damit bekämpft.
Aber heute hört man das überhaupt nicht mehr. Auch die Ärzte raten eher zu einem Inhaltationsgerät und verschreiben diese auch oft. Ist denn so eine Dampfinhalation nicht mehr zeitgemäß und antiquiert? Da es ja doch effektiv war, warum wird das nicht mehr so oft gemacht?
Wirklich antiquiert ist eine Dampfinhalation nicht, zumindest nicht bei Erkältungen. Es gibt mittlerweile einige Salben, die ätherische Öle enthalten und die man auch für eine solche Inhalation im Dampfbad verwenden kann. Diese werden auch für den Zweck noch immer gerne gekauft. Allerdings muss man bei dieser Methode bei Asthmatikern aufpassen. Diese sollten nicht mit ätherischen Ölen inhalieren, weil das dann einen Asthmaanfall auslösen kann. In solchen Fällen wird von Ärzten dann zurecht lieber ein elektrisches Inhalationsgerät verschrieben. Aber normalerweise und bei einer einfachen Erkältung wird das sicher nicht gemacht. So ein Gerät kostet immerhin 100 bis 200 Euro.
Ich mache so eine Dampfinhalation im Winter schon noch öfter. Falls ich Kinder hätte, würde ich sie das auch machen lassen. Was ein Arzt dazu sagt, weiß ich gar nicht, weil ich niemals mit einer einfachen Erkältung zum Arzt gehen würde. Das kann man doch wirklich ganz einfach selber zu Hause lösen. Wir sammeln auch selber Kamilleblüten ein, was ich am liebsten bei diesen Dampfbädern verwende.
Bei Kindern wird das heute nicht mehr empfohlen. Das hängt damit zusammen, dass solche traditionellen Inhalationen nur durchführbar sind, wenn das verwendete Wasser sehr heiß ist. Es besteht also Verletzungsgefahr durch Verbrühen. Für Kinder gilt es heute eben als sicherer, wenn man mit einem Vernebler inhaliert, der keine Hitze erzeugt.
Für Erwachsene wurde mir die klassische Inhalation schon noch empfohlen. Das hängt aber sicher auch davon ab, wie der jeweilige Arzt orientiert ist. Ein Arzt, der eher naturheilkundlich orientiert ist, wird eher klassische Methoden empfehlen. Auch wenn der Patient mal signalisiert hat, dass er gerne auch naturheilkundliche Hilfen empfohlen haben möchte, wird der Arzt da sicher auch eher was empfehlen, als wenn ein Patient durchblicken lassen hat, das er so etwas für altmodischen Humbug hält.
Aber wirksam ist das Inhalieren von heißem Dampf nach wie vor.
Im eigentlichen Sinne sind die Dampfinhalationen nicht veraltet. Nur leider kommt der Wirkstoff, damals am meisten Kamille und/oder Kochsalz nicht gut in der kranken Lunge an. Partikel einer Substanz müssen eine bestimmte Größe haben (sehr klein) um in die kleinsten Bronchien eindringen zu können. Deshalb sind heutzutage Inhalatoren mit sogenannten Feinzerstäubern so beliebt. Egal ob bei allergischen Reaktionen, COPD oder einer klassischen Erkältung liefern sie einfach den gewünschten Erfolg.
Trotzdem sollten gerade die Leute, die dies nicht besitzen nicht davon abgehen. Auch wenn nur der Nasen-Rachenraum befeuchtet und erwärmt sowie ggf. von dem entsprechenden Wirkstoff behandelt wird wirkt es lindernd und in der Regel förderlich für das Wohlbefinden.
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