Selbstheilung durch Anregung eigener Intuition möglich?
Kann man Selbstheilung durch einen Prozess des Bewusstwerdens erklären? Ist es möglich, dass jemand, der durch einen Unfall querschnittsgelähmt und auf den Rollstuhl angewiesen ist, durch Mobilisierung all seiner Kräfte und Gedanken langsam aber sicher wieder normal gehen kann? Das wird ein langer Prozess sein und manch einer wird den Mut verlieren und aufgeben.
Dem Filmemacher und Autor, Clemens Kuby, ist es passiert, dass er 15 Meter tief stürzte und querschnittsgelähmt war. Durch monatelanges Liegen in der Klinik hatte er genügend Zeit über seine Situation, seine Wünsche nachzudenken. Er stellte fest, was er ändern wollte. Er regte seine eigene Intuition wieder an. Nur damit hatte er Zugang zu seinem Unterbewusstsein, kurz vor dem Einschlafen oder morgens beim Erwachen.
Es sind eine Art Tagträume, die im niedrigen Frequenzbereich des Gehirns denkbar sind. Diese Bilder müssen reflektiert werden. Was als Erstes kommt, wird aufgeschrieben. Er nennt das „Seelenschreiben“. Seine Erfahrungen gibt er in Seminaren und Büchern weiter.
Glaubt ihr, dass man durch Intuition der rechten Gehirnhälfte die Selbstheilungskräfte beeinflussen kann? Sollte es möglich sein, dadurch eine Krankheit zu besiegen? Über Clemens Kuby findet ihr bei Wikipedia.
Ich bin immer erst mal eine Skeptikerin, was alternative Heilmethoden durch positives Denken, Willenskraft oder ähnliche schwer fass- und messbare Methoden angeht. Natürlich sind Heilungserfolge eher möglich, wenn der Patient sich nicht aufgibt, sondern mit Macht ins Zeug legt. Aber manchmal hilft auch die größte Anstrengung und der allerbeste gute Wille nichts, und der Mensch bleibt querschnittsgelähmt oder stirbt an Krebs.
Meiner Meinung nach muss man in solchen Fällen sehr vorsichtig sein. Wenn derlei Heilmethoden wirklich so gut funktionieren, wieso gibt es dann immer noch Leute, deren Rückenmark sich nicht wieder regeneriert hat? Die Methoden und Techniken der westlichen Schulmedizin sind selbstverständlich auch nicht immer unfehlbar und das Maß aller Dinge, aber Nervenverbindungen mittels des Unterbewusstseins zu regenerieren klingt für mich doch sehr nach Scharlatanerie und Quacksalberei.
Außerdem finde ich, dass man auf diese Art die Patienten auch über Gebühr unter Druck setzen und dadurch ihre Lebensqualität noch verschlechtern kann, wenn man ihnen zu verstehen gibt, dass sie nur deswegen noch im Rollstuhl sitzen, weil sie nicht motiviert genug sind, nicht positiv genug denken oder ihre "Intuition" nicht in den Griff bekommen. Auf diese Art kann man alle möglichen alternativen Heilmethoden als unfehlbar propagieren und die Schuld den Patienten zuschieben, wenn sie doch nicht funktionieren sollten.
Es ist meiner Meinung nach ein Aspekt der Ehrlichkeit gegenüber sich selbst, wenn es darum gehen soll bzw. gerade dass das Nachdenken oder allein der Glaube an die Genesung einer bei einem selbst haftenden Krankheit wahr werden soll, weil die alleinige Aussprache, dass man jetzt gesund ist oder genesen wird nicht weiterhelfen wird und weiterhelfen kann, sondern der wahre, konstante Glaube daran, eine Erwartung, die man entwickelt, aus dem Nichts heraus.
Dieser starke Glaube, dass alles gut sein wird, kann, meiner Meinung nach, dazu führen, dass man am Ende gesund wird ohne am Ende des Lebens angelangt zu sein und sich durch den dadurch vermeintlich aufgebauten Druck krank gemacht zu haben. Den Beweis kann ich erbringen und den können auch alle, die bereits als Kind ein Medikament eingenommen haben, erbringen sowie nachvollziehen, weil es sicher kein Medikament geben wird und bisher auch gegeben hat, das wirkt und dadurch auch wirklich dem Organismus des Menschen hilft, wenn die das Medikament einnehmende Person nicht an den Nutzen glaubt.
Ein Beispiel dafür sind Kinder, die zwar zu Recht eine Ausnahme darstellen dürften, aber wenn man sich entweder an die eigenen Zeiten zurückerinnert oder an die eigenen Kinder oder diese betrachtet, kann in den meisten Fällen, wenn es sich folglich nicht um schwerwiegendere Erkrankungen handelt, gesagt werden, dass es ihnen nach der Einnahme eine Medikamentes immer besser ging, gleichgültig, um was es sich handelte.
Auch bei uns Erwachsenen ist es immer noch so, dass wir uns erst wohl fühlen, wenn wir eine Ärztin oder einen Arzt aufgesucht haben und uns diese/r dann sagt, dass es uns entweder nach spätestens einer Woche oder zwei Wochen besser geht und wir ansonsten wieder kommen sollen, oder sie/er uns ein paar Medikamente und/Übungen aufschreibt, die wir dann einnehmen/ausführen sollen, dann werde es uns wieder besser gehen.
Gegen den ersteren Fall kann nur eingewandt werden, dass man ja gar nicht wissen konnte, dass es doch nur etwas Harmloses gewesen ist, aber wer kennt seinen Körper nicht nach all den Jahren? Beim zweiten Fall weiß das behandelnde ärztliche Personal vielleicht nur, dass es bisher bei der vorgestellten Symptomatik geholfen hat und geht mit gewissen Fehlerwahrscheinlichkeiten davon aus, dass das auch bei uns der Fall sein dürfte, wenn nicht, halt nicht und ja, was ist dann?
Ist das nicht auch ein Glaube, eine Erwartungshaltung, in die wir uns begeben, sobald wir den Entschluss gefasst habe, unsere Krankenkassenleistungen zu bemühen? Begeben wir uns dann nicht auch, in hoffentlich seltenen Fällen, auf eine Ebene, die nicht definiert ist, wie der hoffnungslose Erkrankte auch?
Sind wir nicht auch hoffnungslos erkrankt, wenn wir uns Hoffnungen über Krankheiten machen, die wir nicht kennen und die auch eine Ärztin/ein Arzt nicht kennt, von denen sehr viele existieren?
Aus dem bisher Genannten kann zumindest ich folgern, dass die Erwartungshaltung des Menschen an bestimmte Maßnahmen Zustände herbeiführen kann, die es eigentlich nicht geben kann oder gegeben hat, sodass ich, angewandt auf den besagten Fall, dass man krank ist, und mit ganzem Herzen und Verstande glaubt, dass man genesen wird, der Meinung bin, dass diese Erwartungshaltung, wenn sie konsequent eingehalten wird, auch wirklich zur Genesung führt.
Und wenn diese Erwartung nicht zur Genesung führt, dann bin ich der Meinung, dass es trotzdem den Versuch Wert gewesen ist, wie es auch bei homöopathischen Mitteln ist, von denen man den Wirkmechanismus ebenso wenig kennt, wie denjenigen des häufig an Kinder mit unspezifischen Bauchschmerzen verschriebenem Paracetamol.
Den Glauben an eine Genesung von einer schweren Krankheit zu stärken, ist es immer wert. Auch ich bin sehr skeptisch, wenn es eine schwere Krankheit geht, wie zum Beispiel in dem beschriebenen Fall um ein Querschnittslähmung. Nerven werden sich nicht von ganz alleine regenerieren.
Ob da allein der Wille zur Genesung ausreichen wird, ist fraglich. Bei einer Querschnittslähmung kann es sich auch um eine psychogene Störung handeln, die später durch eine Therapie wieder verschwindet. Nur wenn Nerven einmal getrennte sind, werden sie kaum nur durch einen intensiven, festen Glauben wieder zusammenwachsen. Vielleicht war es in dem Beispiel eine andere Art Lähmung, die der Patient durch seine Willenskraft besiegen konnte.
Aber grundsätzlich glaube ich schon, dass durch einen intensiven Wunsch und starken Willen eine Krankheit besiegbar ist. Es kommt darauf an, wie intensiv die Vorstellungskraft des Kranken ist und ob sie ausreicht, für eine so schwere Aufgabe.
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