Laufender Fernseher hemmt Produktion von Melatonin?
Als ich gestern mit meiner kleinen Schwester gemeinsam beim Arzt im Wartezimmer gesessen habe, stand auf einer medizinischen Fachzeitschrift ganz dick und fett, dass das Einschlafen mit einem laufenden Fernseher schädlich sei. Daraufhin habe ich neugierigerweise die Fachzeitschrift in die Hand genommen und den Artikel durchgelesen.
Unter anderem standen in den Artikel nützliche Hinweise um besser einzuschlafen, ohne gleich irgendwelche Schlaftabletten zu schlucken und zum anderen stand dort, dass ein laufender Fernseher definitiv nicht zu empfehlen ist. Das "blaue Licht" würde die Produktion des Schlafhormons Melatonin deutlich hemmen und der unregelmäßige Geräuschpegel störe die Nachtruhe nachweislich. In diesem Artikel stand eindeutig, dass das bei jedem Menschen der Fall sei, was ich mir allerdings nur sehr schwer vorstellen kann. Es ist zwar eine medizinische Fachzeitschrift, aber dennoch glaube ich nicht alles, was ich lese.
Meine Tante schläft beispielsweise seit 40 Jahren mit einem laufenden Fernseher und konnte bisher keinerlei gesundheitliche Einschränkungen feststellen. Auch meine Verlobte muss immer irgendeinen Film oder eine Serie zum Einschlafen laufen haben, damit sie auch wirklich müde wird und einschläft. Sie hat einen sehr tiefen Schlaf, weshalb die Nachtruhe bei ihr meiner Meinung nach auf keinen Fall durch den unregelmäßigen Geräuschpegel gestört wird. Bislang sind auch bei ihr keine gesundheitlichen Einschränkungen zu bemerken oder sind diese erst spät zu erkennen?
Das Hormon Melatonin ist ja bekanntlich für den Tag-Nacht-Zyklus des menschlichen Körpers verantwortlich, aber bedeutet eine "angeblich" hemmende Produktion auch gleichzeitig eine Störung des Zyklus? Durch die Hemmung würde sich der Melatoninspiegel ja spürbar verringern, also müsste der Schlaf-Wach-Rhythmus aus dem Gleichgewicht geraten und Schlafstörungen die Folge sein - aber ist das auch wirklich bei jedem Menschen so?
Stimmt es, dass ein laufender Fernseher nachweislich wirklich schädigend ist und trifft dies auf wirklich jeden Menschen zu? Könnt ihr bei laufendem Fernseher einschlafen oder stört euch dieser tatsächlich?
Ich kenne die Studien und wenn ich mich recht entsinne, ist es wohl irgendein Anteil im Licht, der auch im Tageslicht enthalten ist, der angeblich stören soll. Bei mir konnte ich das nicht beobachten, ich lasse mich zu gern vom Hintergrundgeräusch einlullen, muss dazu auch nur die optimale Lautstärke finden. Ich schlafe auch vor dem Fernseher früher und schneller ein, als ich wenn ich mir ein Buch nehme und lese. Oft mache ich sogar nach einem Leseabend den Fernseher extra wieder an, weil ich dann besser einschlafe. Allerdings stelle ich den Timer des Gerätes ein, damit er nach einer halben Stunden aus geht.
Ich bin nicht sicher, wie repräsentativ diese Studie ist und wie viele Menschen daran teilgenommen haben. Auf mich trifft das definitiv nicht zu. Bei mir ist es eher so, dass ich mich gezielt vor den Fernseher setze, wenn ich mal nicht schlafen kann und dann schlafe ich ratzfatz ein, unabhängig von irgendwelchem Licht oder der Strahlung. Mir fehlt da auch nur die richtige Lautstärke, ansonsten sind meinem Schlaf keine Hindernisse gesetzt. Ich schalte dann vorher den Timer an, damit der Fernseher nicht die ganze Nacht aktiv ist.
Ich finde es etwas merkwürdig, dass in einer Studie geschrieben wird, dass eine Sache wirklich ausnahmslos auf alle Personen zutrifft. Ich kann nur von mir selber sprechen und ich habe keinen Fernseher im Zimmer. Wenn ich aber mal in einem Hotel übernachte und beim Fernsehen einschlafe, dann wache ich zwar irgendwann auf, aber ich merke dann nicht, dass ich allgemein schlechter schlafe. Wenn ich aufwache, dann schalte ich den Fernseher aus und fertig. Ich würde bei solchen Studien auch immer darauf achten, wer sie veranlasst und vielleicht auch finanziert hat und wie viele Probanden daran teilgenommen haben.
Die Produktion von Hormonen unterliegt einem sehr genauen und ausgeklügeltem Regelwerk, das nicht nur von den produzierenden Organen oder im Falle der Zirbeldrüse, Glandula pituitaria, von Organabschnitten also bestimmten Zellen innerhalb eines Organes, kontrolliert wird, sondern fast immer auch von dem Zentralen Nervensystem.
Die Zirbeldrüse unterliegt folglich dem Zentralen Nervensystem und zwar bereits deshalb, weil sie selbst eine Teil dessen ist, obwohl sie nicht nur aus Nervenzellen besteht.
Unsere Augen sind nicht nur das "Tor zur Welt", sondern dienen auch der Wahrnehmung von Helligkeitswerten, und zwar laufen nicht 100% der Fasern des Nervus opticus, des 2."Hirn"nervs auch wirklich in den Visuellen Cortex, in die Area Striata, sondern nur ca. 89-90%, sodass den restlichen 10-11% eine besondere Rolle zukommt, und zwar die Leitung der Informationen über ein paar Zwischenstufen zur Zirbeldrüse, die dann entsprechend der bereits verarbeitet ankommenden Information entweder in ihrer Tätigkeit gehemmt oder gefördert wird.
Um die Frage, ob ein laufender Fernseher die Melatonin-Produktion hemmt oder nicht, zu beantworten bedarf es keiner weiteren Studienergebnisse, die man sich mühsam auf PubMed zusammensuchen oder als Laie in Suchmaschinen tippen muss, sondern eines Blickes in den Anatomie-Atlas.
Dieser zeigt das oben stehende ganz deutlich auf und mit Hilfe dessen, was man dort dann eventuell auch sieht, kann man zu dem Schluss kommen, dass jede Lichtquelle, die sich im Wahrnehmungsbereich von 390-780 nm Wellen befindet, zu den 100% Sehstrahlung gehört, von denen 10% die Zirbeldrüse an der Produktion von Melatonin inhibieren, d.h. hindern.
Aufgrund der Tatsache, dass es im Zentralen Nervensystem mehr Verknüpfungen gibt, als es auf den von uns bewohnten Abschnitten des Universums, der Erde, Menschen gibt, erfahren auch andere Abschnitte des Zentralen Nervensystems über die Helligkeitsänderung und die Bitte um Anpassung derer Hormonspiegel an die scheinbar veränderte Tageszeit.
Diese Informationen umfassen zwar alle Menschen, doch die Ausprägung, ob wirklich auch einzelne Individuum Symptome zeigt und wenn ja wann, dass lässt sich, wie es in der Medizin immer üblich ist, nur für ein hinreichend breites Spektrum an Menschen sagen.
Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass durch einen laufenden Fernseher, dem man im Schlaf ohne Augenschutz, z.B. Augenklappe, zugewandt ist, der Organismus des Menschen in der Regel nicht in Lage zu sein scheint, das von dem Fernseher ausgestrahlte Spektrum an Licht von demjenigen der realen Welt auseinander zu halten, welches normalerweise nur durch die in der Sonne ablaufenden und auf uns als Sonnenstrahlen als Folge abgestrahlten Prozesse im wahrsten Sinne des Wortes "zu Tage treten".
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