Süchtig nach Medien, wie kann man damit umgehen lernen?
A ist wirklich süchtig nach Medien, nicht mal nur das Fernsehen, sondern auch Computer und auch Zeitungen und Zeitschriften. A´s Leben wird davon bestimmt über die neusten News zu brauchen, Sendungen sehen zu wollen und so weiter. A arbeitet und dort hört A aber sehr viel Radio, schaut immer wieder auf das Smartphone, kann also nicht richtig die Konzentration für die Arbeit finden. Was kann A machen? Wie kann man sich von so vielen Sachen fern halten?
Eine Anhängigkeit wird A nicht alleine bekämpfen können (sonst wäre es keine Abhängigkeit). Geht es hingegen nur um übermäßigen Konsum, der willentlich eingeschränkt werden soll, kann A doch zu Beginn - als Beispiel - einfach das Smartphone zu Hause lassen. Um sich zu überzeugen, dass das geht, braucht A bloß ein Blatt Papier zu nehmen und die Zahl der wirklich zeitkritisch-dringenden Anrufe der letzten 12 Monate aufschreiben - inkl. Anrufer und Grund des Anrufs. Wenn das Blatt nicht voll wird, dann gibt es keinen Grund, immer erreichbar sein zu müssen! Anrufe die nur der Bequemlichkeit dienen, sind nicht zu zählen. Ist zwar nicht viel - aber ein Anfang. Zumindest während der Arbeit wäre dann Ruhe.
Ich denke, mit diesem Problem steht A auf jede Fall nicht alleine da. Es wird vielen so gehen, dass sie immer auf dem neusten Stand sein wollen und der ganzen Reizüberflutung nicht ausweichen können.
Vielleicht sollte A mal eine Beratungsstelle aufsuchen und das Problem einer neutralen Person anvertrauen. Wenn A der Meinung ist, eventuell, darauf verzichten zu können, ohne fremde Hilfe, wäre vielleicht ein Campingurlaub eine Möglichkeit. Da kann A die Medien zu Hause lassen und die Umwelt anders wahrnehmen, sich besser auf neue Eindrücke einlassen. Eventuell merkt A dann, dass es im Grunde genommen nicht wichtig ist immer über alles informiert zu sein.
Das Handy öfter mal zu Hause zu lassen, nicht nur wegen der Arbeit, auch beim ausgehen mit Freunden, kann auch helfen. Schließlich sollte man mit den Menschen um einen herum kommunizieren und nicht ständig sein Handy in der Hand halten.
Fern halten kann man sich von den Medien natürlich schlecht, wenn man sein Leben und sein ganzes Umfeld nicht radikal ändern will. Was man ändern kann ist die persönliche Einstellung. Wenn es sich um eine echte Sucht handelt geht das natürlich nicht ohne professionelle Hilfe, aber ich glaube nicht, dass alle Menschen, die ein Verhalten zeigen, tatsächlich süchtig sind. Der Prozentsatz wäre ja enorm groß in der Altersgruppe unter Dreißig.
Um seine Einstellung zum Medienkonsum zu ändern muss man sich erst mal fragen, was man davon überhaupt für einen Vorteil hat. Was bringt es mir, wenn ich sehe, was Person X zu Mittag gegessen hat? Ist es wirklich erstaunlich,dass es bei Freundin Y, die nur eine halbe Stunde von mir entfernt wohnt, genauso heiß ist wie bei mir? Passiert tagsüber tatsächlich irgendwas interessantes in der Welt, das Abends nicht bei Heute, Tagesschau und Co. gezeigt wird? Wie viel Information steckt tatsächlich noch in einer Zeitschrift, und wie viel ist Werbung? Wie oft wird etwas im Radio wiederholt?
Ich würde mich am Ende eines normalen Tages einfach mal hinsetzen und aufschreiben, was ich an diesem Tag durch meinen Medienkonsum gelernt habe, das für mich einen echten Mehrwert darstellt. Also das, was ich verpasst hätte, wenn ich den Tag zum Beispiel mit einer Wanderung oder einer Radtour verbracht hätte. Man wird an den meisten Tagen feststellen, dass man erstaunlich wenig verpasst hätte und über das wirklich wichtige in relativ kurzer Zeit im Bilde wäre.
Auch wichtig wäre natürlich die Suche nach anderen Hobbys. Während der Arbeit geht das natürlich nicht, aber ich habe bei vielen Leuten den Eindruck, dass sie nur deshalb ständig an ihrem Smartphone kleben oder vor dem Fernseher sitzen, weil sie sonst nichts wissen, was sie mit ihrer freien Zeit anfangen sollen.
Das dürfte sich als durchaus schwieriges Unterfangen herausstellen. In dem Fall ist es eigentlich schon zu spät, denn die Sucht ist ja schon vorhanden. Hier wäre es wohl das beste, wenn man sich in die Hände von professionellen Leuten begibt. Man kann vielleicht auch selber etwas bewirken, aber mit einer entsprechenden Therapie unter Beobachtung sollte das ganze doch mehr Erfolg mit sich bringen. Sich ganz alleine von einer Sucht zu befreien ist schwer.
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