Keine Alkoholwerbung mehr! - Das fordern Ärzte auf Ärztetag
Nun fordern die Ärzte, dass für Alkohol keine Werbung mehr gemacht werden sollte. Diese Forderung stellten sie auf dem Ärztetag in Düsseldorf. Tatsächlich glauben sie, dass es wie mit der Werbung der Tabakindustrie geschehen soll. Werden wir dann in Zukunft auch so schöne Bilder und Sprüche auf den Alkoholflaschen haben, wie sie auf den Packungen von Zigaretten aufgedruckt sind? Ob dann die Ärzte – von denen eine große Anzahl selbst vom Alkohol-Missbrauch betroffen sind, auch ihre Hände von den Flaschen lassen? Oder soll das nur für die restlichen Mitglieder der Nation gedacht sein?
Alkoholmissbrauch und Abhängigkeit sind ein Teufelskreis aus dem nur schwer ein Weg hinaus gefunden wird. Klar kann ich auch die Ärzte verstehen. In ihrem Beruf kommen viele Probleme auf sie zu, Krankheiten von Patienten, die sie sehr mitnehmen, Überarbeitung, Straffung des Gesundheitssystems insbesondere in Kliniken. Das alles kann keiner abschütteln, wenn die Tür in Schloss fällt, also kommt der Griff zur Flasche oder eine Betäubung anderer Art. Andere Menschen machen es kaum anders.
Ich glaube nicht, dass eine fehlende Werbung davon abhält, Alkohol zu kaufen. Laut Weltgesundheitsorganisation konsumiert jeder Deutsche jährlich 500 Flaschen Bier.
nachlesen. Ich frage mich, wer mein Bier hier trinkt? Ich trinke alle halbe Jahre mal eine Flasche. Warum trinken die Deutschen so viel Alkohol? Wir liegen in Europa an der Spitze und weltweit ebenso. Woran liegt das? Wenn man das liest, wird es höchste Zeit für Änderungen.
Ich denke, die Werbung zu unterbinden, ist generell nicht verkehrt. Natürlich wird weiterhin Alkohol konsumiert, aber zumindest nicht, auch noch im Fernseher, verherrlicht.
Das generelle Problem ist einfach, wie beim Rauchen, dass man zwar die Risiken und Nebenwirkungen kennt, sie aber, mit der Zeit und solange eben nichts passiert, nicht weiter ernst nimmt. Zudem kann es der Regierung doch nur recht sein, wenn weiter konsumiert wird. Schließlich verdienen sie daran.
Auch haben wir es hier mit einem gesellschaftlichen und rechtlichen Problem zu tun. Der gesellschaftliche Aspekt bedeutet, dass Alkohol einfach akzeptiert wird. Niemand schaut komisch, oder stellt irgendwelche Fragen, wenn eine Person z.B. Bier trinkt. Auf jeder Feier wird Alkohol konsumiert, sowie auf Veranstaltungen, oder zum Essen. Das ist traurig aber wahr.
Der rechtliche Aspekt sagt aus, dass Alkohol und Nikotin zwar Drogen sind, welche aber legal, also ohne bestraft zu werden, sind. Im Gegensatz zu den illegalen Drogen, wie etwa Kokain. Dementsprechend erachten es viele nicht als verwerflich, schließlich haben wir freien Zugang dazu und uns steht keine Strafe bevor, egal wie viel wir trinken. Würde Alkohol illegalisiert werden, würde auch der Konsum bei einigen zurück gehen, oder ganz aufhören.
Die positive Wahrnehmung der tollen Bilder in der Werbung, sind schon Grund genug, um zu sagen, dass die Werbung verboten werden sollte. Alkohol ist so toll und wir haben alle Spaß damit.
Ich kenne im Bekanntenkreis auch jemanden, der ja immer nur mal zum Essen mal ein Bierchen trinkt. Seltsamerweise sehe ich ihn aber immer trinken, wenn wir uns draußen treffen, oder ich ihn in meinem Lieblingscafe sehe. OK, er isst ja immer etwas dabei und dazu dann ein paar Gläser Wein. Da ist ja alles soweit ok und andere, die ich darauf anspreche reagieren da mit einer Gleichgültigkeit. Und er findet es halt immer noch ok. Warum auch nicht? Die Werbung gegen Alkohol, bzw. eher die, in der gesagt wird: "Kenn dein Limit!", ist halt nicht so präsent.
Werbung belohnt ja auch noch mit tollen Sammelaktionen und möglichen Gewinnen, wenn wir gerade mal wieder durch die Werbung zappen. Unter jedem Deckel könnte ein toller Gewinn sein. Da kann Alkohol doch nicht schlecht sein, oder? Ein komplettes Werbeverbot für Zigaretten und natürlich auch Alkohol, ist nur sinnvoll. Dass Zigarettenpackungen irgendwann neutral sein sollen, ohne Namen und nur noch mit Warnhinweisen, das sollte auch beim Alkohol gemacht werden.
Das Gesundheitssystem wird belastet und wer zahlt? Die Mehrheit, die nichts damit zu tun hat, nur weil einige meinen, es übertreiben zu müssen. Zudem bin ich familiär durch das Thema sehr sensibilisiert. Ob ein Verbot helfen würde, bezweifel ich. Aber ein Verkauf nur in speziellen Läden und nicht mehr überall am Kiosk oder im Supermarkt, dann auch nur noch zu bestimmten Öffnungszeiten, würde vermutlich auch schon mal etwas bringen.
Dazu dann noch ein Werbeverbot, so dass keiner mehr weiß, was so angesagt ist und angeblich "gut schmeckt" und das Problem könnte langsam zurückgehen. Das Problem bei heimlichen Trinkern ist ja, dass sie rund um die Uhr an ihren Stoff kommen können und dann auch sehr anonym. Wenn sie dann merken, dass sie sich der Öffentlichkeit preisgeben müssen, dann wird ihnen vielleicht auch mehr bewusst, dass etwas nicht stimmt.
Änderungen müssen unbedingt her. Sonst werden wir noch ein Volk der Dauerschlucker oder wie einige sagen, der Schluckspechte. Machen wir dann eine Urlaubsreise und sehen uns eine Sehenswürdigkeit an heißt es eventuelle noch: „Sieh mal dort, wieder ein Schluckspecht!“ Aber ich frage mich, was unterscheidet uns von anderen Nationen, die weniger trinken als wir? Wird es denen schwerer gemacht, an Alkohol zu kommen? Oder betrachten wir Alkohol so, als wenn wir klaren Sprudel mit Schuss trinken? Was es auch immer sein sollte, die Werbung hat daran einen großen Anteil.
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