Ab wann von Alkoholmissbrauch sprechen?
Der Vater meiner Freundin trinkt jeden Abend mindestens ein Bier. Die Mutter einer Klassenkameradin trinkt, wenn man meiner Klassenkameradin glauben kann immer am Wochenende eine Flasche Wein alleine. Der Vater einer anderen Freundin trinkt einmal im Monat so viel, dass er torkelnd nach hause kommt.
Für mich ist das alles Alkoholmissbrauch. Die Töchter dieser Menschen, die den Alkohol trinken sehen das lockerer wie ich. Aber ab wann kann man überhaupt von einem Alkoholmissbrauch sprechen? Ist es schon ein Alkoholmissbrauch, wenn ich einmal im Monat trinke oder muss ich täglich trinken oder wöchentlich? Ist es auch Alkoholmissbrauch, wenn sich jemand 4 mal im Jahr die Kante gibt? Wann würdet ihr sagen, dass man von Alkoholmissbrauch spricht.
Also ich finde durchaus dass, wenn man jeden Tag ein Bier trinkt, für mich schon, als eine Art Alkoholiker gilt. Das hat auch wirklich nichts mit einem Ritual zu tun, denn wer das Bier täglich braucht der ist ein Alkoholiker. Doch jemand der am Wochenende immer zu betrunken ist, ist für mich ein Alkoholiker. Davon habe ich auch einen Kandidaten im Freundeskreis. Unter der Woche trinkt er nie und von Freitag bis Sonntag ist er durchgehend besoffen! Wenn man nur ein Mal im Monat Mal eine Flasche Wein trinkt, denke ich ist das ganz okay und hat nichts mit Alkoholmissbrauch zu tun.
Ich denke, dass man schon von einer geringen Art von Alkoholismus sprechen kann, wenn man täglich eine Flasche Bier trinkt. Einmal im Monat torkelnd nach Hause zu kommen lässt meiner Meinung nach aber keineswegs den Schluss zu, dass es sich um Alkoholismus handelt. Die Dosis macht das Gift, das ist beim Alkohol doch nicht anders. Wer täglich zur Flasche greift, ist natürlich viel stärker gefährdet, abhängig zu werden als jemand, der einmal am Wochenende eine Flasche Wein alleine trinkt, was ich auch noch als akzeptabel einstufe. Bei täglichem Alkoholkonsum kommt es aber einfach irgendwann zur körperlichen Abhängigkeit, dann ist es in der Tat kein Ritual mehr.
Ich würde bei dir vielleicht einfach mal die Unterscheidung zwischen zwei ganz unterschiedlichen Dingen machen - Man sollte nämlich wirklich zwischen dem von dir angesprochenen Alkoholmissbrauch und der Alkoholsucht unterscheiden, wobei das eine natürlich das andere nicht ausschließt. Das was du unter Alkoholmissbrauch verstehst hört sich für mich nämlich eher so wie das an, was ich bei einer Alkoholsucht im Kopf habe.
Alkohol ist für mich in der Regel eigentlich ein Genussmittel, welches ich vielleicht mal so nebenbei zum Essen trinke - Auf Partys kann es natürlich auch mal zu einem Rauschmittel werden, wobei ich hier eigentlich die "wilde" Phase bereits hinter mir gelassen habe und ich bewusst trinke. Unter Alkoholmissbrauch verstehe ich eben viel mehr den wirklichen Missbrauch von Alkohol. Sprich, dass man sich ganz bewusst so sehr betrinkt, dass man sich vielleicht in einen Rausch oder in Ekstase versetzt, um vielleicht auch dem Alltag oder Problemen zu entkommen. Von einer Sucht spreche ich in diesem Fall aber noch nicht.
Eine Alkoholsucht ist in meinen Augen dagegen eher eine Erkrankung, mit der man als einzelner Mensch vielleicht gar nicht mehr zurecht kommt. In dieser Sucht greift man dann eben auch regelmäßig zum Alkohol und man kann auch gar nicht mehr ohne, wobei es für mich nicht ermesslich ist, wie oft man nun zur Flasche greift. Auch jemand, der nur jedes Wochenende trinkt kann alkoholsüchtig sein, auch wenn er sich nicht jeden Tag betrinkt - Wichtig ist nur immer, dass man noch selbst Herr über sich ist und entscheiden kann, jeder Zeit damit aufzuhören. Wenn man dies nicht kann und hierzu nicht mehr in der Lage ist, dann würde ich ganz klar sagen, dass hier eine Sucht vorliegt, welche du vielleicht als Missbrauch von Alkohol charakterisieren würdest.
Ich frage mich auch gerade, ob es dir um Alkoholismus (Alkoholsucht) oder den Missbrauch von Alkohol geht. Denn als Missbrauch von Alkohol kann auch schon ein einmaliges Komasaufen sein. Oder halt einmal im Jahr so viel zu trinken, dass man im Krankenhaus landet.
Die Definition von Alkoholismus und ab wann man davon spricht, hatte ich hier
Ab wann ist Mann/ Frau Alkoholiker? schon mal näher erläutert.
Als Alkoholmissbrauch würde ich die drei geschilderten Fälle auf alle Fälle bezeichnen. Wenn jemand entweder zu bestimmten Anlässen sehr viel trinkt oder in einer gewissen Regelmäßigkeit Alkohol konsumiert und darauf vielleicht auch gar nicht mehr verzichten möchte oder sogar kann, ist das sicher grenzwertig und als Alkoholmissbrauch zu bezeichnen. Wenn sich jemand jede Woche oder auch nur jeden Monat richtig die Kante gibt, ist das kein gesundes Verhalten. Wenn dann vielleicht noch dazu kommt, dass derjenige das Gefühl hat, dass es einfach dazugehört, bei Partys oder ähnlichen Veranstaltungen viel zu trinken, würde ich unterstellen, dass der Alkohol missbräuchlich eingesetzt wird. Gleiches gilt auch für Leute, die dem Wochenende regelrecht entgegenfiebern, weil sie da wieder trinken können. Auch jemand, der beim trinken kein Maß kennt und dann richtig betrunken nach hause kommt, hat zumindest zeitweise keine gesunde Einstellung zum Alkohol.
Grundsätzlich finde ich es nicht wirklich bedenklich, wenn jemand ab und zu mal angetrunken ist, auch wenn das natürlich nie schön ist. Wenn jemand ein- oder zweimal im Jahr ein bisschen angetrunken ist und sich ansonsten vernünftig im Umgang mit Alkohol verhält, kann man darüber sicher wegsehen. Schrecklich finde ich es, wenn Leute das Gefühl haben, dass Alkohol zu jeder Party gehört oder dass zu einem vernünftigen Abend auch ein Feierabendbier gehört. Wenn Alkohol eine wirkliche Rolle im Leben eines Menschen spielt oder getrunken wird, um sich einen Rausch zu verschaffen, also nicht rein um des Geschmacks willen, dann würde ich schon von einem missbräuchlichen Umgang mit dem Alkohol sprechen.
Wann jemand ein ernsthaftes Alkoholproblem hat, ist sicher noch einmal etwas anderes. Dem Mann, der jeden Abend sein Feierabendbier braucht und der Frau, für die eine Flasche Wein am Wochenende dazugehört, würde ich vermutlich auch schon ein Alkoholproblem unterstellen. Die Frage ist dabei sicher auch, ob diese Personen noch ohne den Alkohol auskommen würden, oder ob ihnen das sehr unangenehm wäre. Der Mann, der einmal im Monat viel Alkohol trinkt, ist sicher auch von einem Alkoholproblem betroffen oder zumindest davon bedroht. Man kann sicher Alkohol missbräuchlich einsetzen, ohne direkt ein ernsthaftes Alkoholproblem zu haben. Grundsätzlich sind die Grenzen aber sicher fließend.
Also als problematisch sehe ich eigentlich nur den Mann, der es schafft sich ein mal monatlich die Kante zu geben und der dann deshalb sogar nach Hause torkelt. Dieser scheint überhaupt nicht mit Alkohol umgehen zu können und kennt seine Grenzen nicht.
An dem Mann, der jeden Abend sein Bier trinkt kann ich jetzt nichts so schlimmes sehen. Bei der Frau die pro Wochenende eine Flasche Wein alleine trinkt, käme es mir darauf an, ob sie dünn ist, oder eher dick. Wer dick ist, verträgt ja auch mehr, als eine dünne Person. Natürlich ist mir klar, dass diese Regelmäßigkeit bei beiden nicht gut ist. Aber das mag auch einfach Gewohnheit sein. Das muss ja nicht bedeuten, dass der Mann nicht mal nen Tag drauf verzichten könnte, wenn keins mehr da ist. Und nur weil die Frau alleine eine Flasche trink, bedeutet das ja noch nicht, dass sie zu dem Zeitpunkt alleine ist. Vielleicht sind sie zu zweit, quatschen die halbe Nacht und trinken so zwei Flaschen an dem Abend.
Bedenklich wird es für mich wirklich nur, wenn sich jemand regelmäßig über denk Punkt betrinkt, den er noch verkraften kann, so wie eben dieser Vater der das einmal im Monat macht. Trotzdem ist keiner der drei schon ein Alkoholiker, in meinen Augen. Die trinken jeden Abend zu viel. Sagt man nicht sogar, ein Glas Wein pro Abend sei gesund?
Und bevor hier jetzt jemand auf falsche Ideen kommt: Ich trinke eher selten und dann schlage ich auch nicht über die Strenge. Dass ich meinen letzten Kater hatte ist wirklich schon viele Jahre her. Trotzdem finde ich es nicht schlimm, wenn andere Leute trinken, so lange sie das unter Kontrolle haben.
Selbst wenn man betrunken ist, ist es natürlich schon nach der gültigen Definition ein Alkoholmissbrauch. Man soll den Alkohol eben lediglich genießen, d.h. ohne sich dabei zu betrinken. Nur die entspannende Wirkung des Alkohol soll eigentlich dabei genutzt werden und eben nicht die sogenannte berauschende Wirkung des Alkohol. Steht diese berauschende Wirkung natürlich total im Vordergrund muss man von Alkoholmissbrauch schon reden, denn anders lässt es sich dann nicht mehr definieren.
Ein Missbrauch ist es ja schon wenn man es regelmäßig zu sich nimmt oder seine Grenzen nicht kennt. Eine Sucht ist dennoch meiner Meinung nach nicht so leicht zu bestimmen. Für mich fängt die Sucht dann an, wenn man regelmäßig, also jeden Tag trinkt und dann darauf nicht verzichten kann. Heißt, wenn er jeden Tag ein Bier trinkt und einen Tag dann keines trinken kann und es aber braucht, ist er süchtig. Kann er darauf verzichten, würde ich nicht von Sucht sprechen.
Den Mann, der nun ein Mal im Monat nach Hause torkelt finde ich zum Beispiel nicht schlimm. Er genießt eben ein Mal im Monat sein Leben sehr ausgiebig. Auch hier gilt wieder kann er darauf verzichten, ist es keine Sucht. Es gibt ja auch Gegenden, in denen es gilt, dass ein Glas Wein am Abend gesund ist. Man muss Alkohol immer auch mit Obacht genießen, aber man darf sich ruhig ab und zu mal ein Glas gönnen, wie ich finde.
Dieses Problem kenne ich nur zu gut. Ich habe gerade einen Mitschüler in der Klasse, bei den ich das Gefühl habe. Er hat oftmals Mundgeruch nach Alkohol. Geht jede Woche mit einigen aus der Klasse einen trinken. Ich finde es nicht gut und ich habe mich auch schon mit einer Mitschülerin kurz geschlossen. Aber ich weiß nicht, was man machen soll.
Ich habe einen Monat in der Suchtklinik gearbeitet und kenne die Anzeichen. Es ist echt schrecklich. Meines Erachtens ist jedes regelmäßiges Trinken Alkoholismus. Sei es jede Woche am Freitag ist es eben die erste Stufe. Jeden Tag würde ich dabei aber wirklich als einen solchen bezeichnen. Es ist nur schwer damit umzugehen und zu handeln. Ich sehe es ja gerade an uns. Wir wissen nicht so richtig, wie wir handeln sollen.
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