Medikamente als Präventionsmaßnahme schlucken?
HIV ist ein sehr ernstes Thema und leider infizieren sich jedes Jahr neue Menschen an dieser Krankheit. Alle Versuche, die Krankheit zu besiegen und die Ausbreitung zu stoppen, sind bisher fehlgeschlagen und HIV schreitet unaufhaltsam voran. Die US-Regierung hat jetzt einen sehr interessanten
Vorschlag gemacht, um das Problem HIV/Aids in den Griff zu bekommen: es sollen jetzt hunderttausende Personen täglich Medikamente gegen HIV einnehmen, auch wenn sie es noch nicht haben. Als Prävention quasi. Dabei sollen in erster Linie die Menschen betroffen sein, die von Anfang an zu der so genannten Risikogruppe gehören wie beispielsweise homosexuelle Männer, Menschen mit einem infizierten Partner oder Menschen mit häufig wechselnden Sexualkontakten ohne Verhütung in Form eines Kondoms.
Die Idee dahinter ist eigentlich ganz simpel. Durch die tägliche Einnahme der Medikamente soll das Virus eliminiert werden bevor es sich überhaupt im Körper einnisten und dort Schaden anrichten kann. Doch ist die Idee wirklich so gut? Von Anitbiotika wissen wir, dass sie nur bei Bedarf eingenommen werden sollten, da Bakterien sehr schnell irgendwelche Resistenzen herausbilden können. Natürlich handelt es sich bei HIV um ein Virus, sodass man das mit Bakterien gar nicht wirklich vergleichen kann. Aber wäre eine präventive Medikation in diesem Fall wirklich so sinnvoll? Findet ihr diesen Vorschlag begrüßenswert und würdet das vielleicht sogar in Europa umsetzen wollen? Oder ist diese Idee eurer Meinung nach kompletter Humbug und man sollte sich etwas anderes überlegen?
Ich denke, es ist ein neuer Weg der Pharmaindustrie, hier großartig Kohle zu machen, mit der Betreibung von Panikmache. Jeder normale Mensch ist heutzutage über AIDS aufgeklärt, weiß, wie die Ansteckung passiert und genau so gut, wie sie vermieden werden kann. Wenn man das Virus sowieso bekommt, dann ist man, so böse es klingt, selber Schuld. Sogar Blutkonserven werden ja heutzutage überprüft, bevor sie freigegeben werden, dieser Weg der Ansteckung, den es ja früher oft gegeben haben soll, fällt schon einmal weg.
Außerdem ist die heutige Medizin so weit, dass man sogar, wenn man HIV positiv ist, noch einige Jahre weiter leben kann, ohne gleich am Virus drauf zu gehen. Deshalb steht für mich die Vorbeugung mit diversen Medikamenten in keiner Relation zum Verhältnis mit der Ansteckung und der Vorbeugung.
Ich finde es schwierig, diesen Vorschlag zu beurteilen. Sicher ist es vielleicht eine Möglichkeit, um neue Erkrankungen zu verhindern und es wird ja wohl getestet worden sein, dass das Mittel vorbeugend auch wirksam ist und damit die Gefahr der Ansteckung vermindert. Darum kann ich mir in manchen Fällen schon vorstellen, dass die vorbeugende Einnahme des Medikaments sinnvoll ist. So finde ich es nicht schlecht, wenn der Partner einer infizierten Person dieses Mittel einnimmt und damit in der Beziehung die Angst vor der Krankheit ein Stück weit gemildert wird.
Aber in anderen Fällen finde ich es nicht notwendig, dieses Mittel vorsorglich zu geben. Dass die Pharmaindustrie natürlich daran interessiert ist, dieses Mittel an mehr Menschen zu verkaufen, ist auch klar. Aber ich kenne dieses Medikament durch meine Arbeit in der Apotheke und weiß, dass es sehr teuer ist. Darum wundert es mich sehr, dass in dem Beitrag steht, dass Krankenkassen es wohl auch vorbeugend übernehmen.
Grundsätzlich sind hier schon verschiedene allgemeine Probleme erwähnt worden. Das Problem mit der Resistenz existiert immer, wenn nicht die ganze Risikogruppe geimpft wird. Dann kann sich sogar ein wesentlich größeres Problem entwickeln.
Ein anderes Problem bei Medikamenten sind die Nebenwirkungen, die hier nicht näher erläutert sind. Allgemein müssen sämtliche Medikamente über Leber und Niere abgebaut werden, was bei entsprechender unentdeckter Veranlagung sehr schnell zu deren Schädigung führt. Hier sehe ich ein weiteres Problem.
Bei solchen Studien sollte auch immer abgeklärt werden, wer im Schadensfall haftet. Wenn sich eine Versicherung dafür bereit findet, ist das Risiko sehr gering. Dies ist allerdings zumeist nur der Fall, wenn das Medikament anderswo schon genehmigt wurde und eine klinische Studie vor der Einführung vorgeschrieben ist.
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