Lieferengpässe für Medikamente und Medizin, muss das sein?
Lieferengpässe können bei jeder Ware auftreten. Nur sollte gerade bei medizinischen Mitteln dafür gesorgt werden, dass das nicht passiert. Die betroffenen Kunden sind auf die Medikamente angewiesen.
So gibt es zum Beispiel bei Zytostatika, Impfstoffen und Antibiotika immer wieder Lieferprobleme, wie das Bundesministerium für Gesundheit feststellte. So stellte das Ministerium fest, dass es seit Mitte 2012 zeitweise zu Lieferengpässen von Medizin in Apotheken kommt. Grund dafür sei die Globalisierung, die Konzentration auf nur wenige Hersteller, Rohstoff-Lieferungsverzögerung, Qualitätsmängel und Rücknahmen aus diversen Gründen. Diese Probleme sind nur für kurze Zeit. Rohstoffe werden oft aus anderen Ländern geliefert und es entstehen Engpässe.
Mit Schuld sollen die Rabattverträge der Krankenkassen sein. Diese führen dazu, dass weniger Firmen das Produkt herstellen und diese die Kapazitätsgrenzen ausgeschöpft haben. Betroffen sind davon Präparate zur Tumorbehandlung, Schilddrüsenhormone, einige Antibiotika und Mittel gegen Bluthochdruck.
Nun versuchen die Apothekenmitarbeiter zu helfen, indem sie den Wirkstoff eines anderen Herstellers, der gleich ist, anbieten. Ist auch das nicht möglich, sprechen sie mit dem Arzt. Das ist alles ein Ärgernis und unnötiger Zeitaufwand. Rabattverträge müssen nicht zwangsläufig zu Lieferengpässen führen, wenn man sie anders gestaltet.
Da ich seit Jahren einen Betablocker gegen Bluthochdruck bekomme, habe ich diese Engpässe bereits mehrmals kennengelernt. Mir wird eine Packung mit je 100 Tabletten aufgeschrieben. Diese war nun zweimal hintereinander nicht zu bekommen. Ich hatte insofern Glück, dass man mir die noch vorrätigen, kleineren Packungen in ausreichender Stückzahl gegeben hat. Wie es nun beim nächsten Mal aussieht, wird sich zeigen. Eine Packung reicht für gut drei Monate. In dieser Zeit darf man wohl erwarten, dass der Lieferengpass behoben wurde.
Dann liest man, dass man früh genug sich die Tabletten aufschreiben lassen soll. Aber welcher Arzt macht das? Es wird genau nachgesehen, wann das letzte Rezept ausgestellt wurde und wie viel Tabletten noch vorhanden sein müssen. Wie würdet ihr da vorgehen? Ist es euch auch schon passiert, dass eure verschriebenen Tabletten nicht geliefert werden konnten? Was habt ihr da gemacht? Ich hatte noch Glück, aber es gibt bestimmt auch Fälle, wo nicht so gehandelt werden kann wie bei mir. Kennt ihr einen solchen Fall?
Ich hatte so einen Fall neulich auch. Ich musste Tabletten für meine Schilddrüse abholen und hatte damit leider bis kurz vor Schluss meiner Packung gewartet. Als ich dann in der Apotheke ankam, meinte die Apothekerin, dass es mein Medikament nicht gäbe und es einen Lieferengpass gibt, der sich noch eine ganze Weile hinziehen kann. Ich habe dann dasselbe Medikament von einer anderen Firma bekommen. Wie es zu diesen Engpässen kommt, weiß ich nicht. Man muss dann eben Alternativen suchen. Mir war die Apothekerin da wirklich eine Hilfe, da ich Tabletten mit einer Bruchrille benötige, konnte ich nämlich nicht alle Sorten nehmen.
Ich arbeite ja in einer Apotheke und habe mit diesem Problem täglich zu kämpfen. Es kommt leider immer mal vor, dass ein Medikament nicht lieferbar ist, was an den von dir genannten Gründen liegt. Im Moment ist es aber wirklich sehr extrem und viele verschiedene Medikamente sind nicht lieferbar. Manchmal sind nur bestimmte Firmen betroffen, die das Medikament nicht liefern können und in dem Fall kann in der Apotheke dafür gesorgt werden, dass der Kunde ein Präparat einer anderen Firma bekommt, was den gleichen Wirkstoff in der gleichen Stärke beinhaltet.
Vor einigen Tagen hatten wir aber das Problem, dass ein Antibiotikum in einer bestimmten Stärke von keiner Firma lieferbar war. Das war schon ein Problem, weil der Arzt nicht mehr erreichbar war und die Patientin das Medikament natürlich brauchte. So musste sie bis zum nächsten Tag warten und sich dann wieder drei Stunden ins Wartezimmer setzen, wie sie erzählte. Darüber war sie natürlich auch nicht gerade erbaut. Ich finde es auch immer lästig, in solchen Fällen mit den Ärzten telefonieren und mit ihnen gemeinsam etwas anderes zu überlegen. Das kostet Zeit, die ich eigentlich im Berufsalltag nicht habe.
Aber es ist eben nicht zu ändern und wir müssen irgendwie mit den Engpässen klarkommen. Immer wieder ist dann ein Medikament wieder zu bekommen und dafür ist ein anderes nicht mehr verfügbar. Im Moment ist es wirklich schlimm. Natürlich sollte so etwas bei Medikamenten möglichst nicht vorkommen, aber die Konzerne sind eben auch darauf angewiesen, dass die Rohstoffe pünktlich ankommen und solche Dinge. Wenn etwas nicht passt, gerät eben alles ins Stocken und mit den Folgen müssen vor allem die Patienten leider kämpfen.
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