Symptome zu Beginn einer Raucherentwöhnung
Da sich hier im Forum offensichtlich vorwiegend überzeugte Nichtraucher aufhalten, weiß ich gar nicht, ob ich mit meiner Frage hier richtig bin. Aber ich versuch es mal.
Seit nunmehr zwei Tagen bin ich rauchfrei. Obwohl ich bereits seit ca 17 Jahren rauche, ist das für mich nichts Ungewöhnliches. Ich hatte zwischendurch immer mal wieder kleine Phasen, in denen ich nur sehr wenig oder gar nicht rauchte, ohne übrigens explizit über ein generelles Aufhören nachgedacht zu haben.
Meist lag es daran, dass ich jemanden besuchte, der selbst nicht rauchte. Ich habe das dann zum Anlass genommen, auch mal eine Weile auf den Tabakkonsum zu verzichten, da ich in deren Wohnung aus Rücksichtnahme sowieso nicht geraucht hätte und das einsame vor die Türe gehen, um "mal schnell eine durchzuziehen", auch nicht so wirklich nach meinem Geschmack ist.
Als die größte Hürde empfinde ich persönlich sowieso die psychische Abhängigkeit. Es sind die Gewohnheiten, die Rituale und die positiv belegten persönlichen Verknüpfungen, die einen immer wieder zur Zigarette greifen lassen. Die Nikotinabhängigkeit spielt sicher auch eine Rolle, ist meiner Ansicht nach aber wesentlich leichter in den Griff zu bekommen als all diese psychosozialen Faktoren. Zwar spüre ich beim vorübergehenden Aufhören durchaus gewisse Entzugserscheinungen, zum Beispiel zeitweise so eine Art "Gier" nach Tabak. Wenn man dem nicht sofort nachgibt oder einfach nichts Rauchbares in der Nähe hat, geht das aber vorüber und ist durchaus auszuhalten.
Was aber wirklich schwer ist, ist bestimmte liebgewordene Rituale aufzugeben: Die Zigarette zum Kaffee, nach dem Essen oder beim Telefonieren. Auch von der in sozialer Runde genossenen Pausenzigarette möchte ich mich wirklich ungern verabschieden. Da hilft es ungemein, wenn sich unter den Rauchern zum Beispiel eher die Unsympathen befinden, mit denen man ungern, nicht einmal für die Länge einer Zigarette, auf dem Hof stehen möchte. Leider habe ich das aber auch oft umgekehrt erlebt, so dass ich jahrelang selbst als absolute Nichtraucherin mit in die Rauchpause gegangen bin. Die Raucher haben mich dann immer schmunzelt gefragt, ob ich mal mit "Passivrauchen" komme. Angeboten haben sie mir nie eine. Da haben wir uns respektiert. Mit dem Rauchen habe ich später dann auch auf ganz anderem Wege angefangen.
Was mir aber bei meinen Rauchpausen unabhängig von Entzugserscheinungen oder ähnlichem aufgefallen ist:, sind Symptome, die ich mal ganz allgemein als Entgiftungserscheinungen bezeichnen würde. Die Haut wird erst einmal nicht unbedingt besser. Ganz im Gegenteil. Auch körperlich fühlt man sich nicht unbedingt gleich besser. Ich bin dann anfangs eher schlapp und fühle mich kränklich. Ich könnte mir vorstellen, dass das mit der Entgiftung des Körpers zu tun haben könnte. Ob das allerdings wissenschaftlich belegt ist, weiß ich nicht. Kennt sich da jemand aus? Hat hier eventuell jemand selbst Erfahrungen mit der Raucherentwöhnung und kann mir das bestätigen?
Ich habe nach 10 Jahren (davon die letzten 3 Jahre Kette -ca. 60 Zigaretten am Tag) mit dem Rauchen aufgehört. Gefallen hat mir das Rauchen schon seit Jahren nicht mehr, aber der berühmte "Klick-Moment" hat auf sich warten lassen.
In den ersten Tagen habe ich einen körperlichen Entzug bemerkt. Mir war leicht schwindelig, als würde ich durch einen Schleier sehen. Ich war sehr gereizt, sehr emotional, habe schnell angefangen zu heulen. Das hielt aber nur ein Paar Tage. Danach ist es nur noch der Kampf mit der Psyche, den man gewinnen muss. Die ersten Wochen habe ich täglich zu jeder freien Minute ans Nicht-rauchen gedacht.
Also, ich habe nicht gedacht "Ohhh, ich hätte jetzt Lust zu rauchen", sondern immer wieder gedacht: "Ohh, ich rauche jetzt schon seit 2 Wochen nicht, Respekt. Ich will gar keine Rauchen, wenn ich jetzt eine Rauche ist die Arbeit von 2 Wochen dahin, wenn ich jetztt rauche, ist mein Stress danach auch nicht weg etc" Es ist sehr wichtig, dass man das richtige denkt. Denn wenn man die Zigarette vermisst und sie anschmachtet, ist es unmöglich auf zu hören. Natürlich vermisst man die Zigarette, aber man darf nicht nach ihr schmachten.
Wenn man sich denkt, dass man nicht rauchen darf, aber es gerne würde, ist der Versuch zum scheitern verurteilt. Wenn man sich aber sagt, dass man jederzeit darf, aber gar nicht will, ist das der richtige Weg. Ich habe in den ersten Wochen extrem viel im Internet rum gesurft und gelesen, welche Symptome andere hatten. Das hat mir geholfen, denn ich habe mich oft wieder gefunden. Nach einigen Wochen werden die Gedanken an eine Zigarette immer weniger. Man durchläuft die Situationen, in denen man früher geraucht hat und lernt ohne aus zu kommen.
Das Gehirn stellt sich um und man vermisst es nicht. Ich habe mich vor dem Rauchstopp immer gefragt, was ich denn mache, wenn ich auf den Bus warte. Die Frage ist im Nachhinein irgendwie lächerlich, man findet immer etwas zu tun und sei es Handyspiele oder Leute beobachten. Natürlich kommen auch immer wieder Situationen, in denen der Schmachter aufkommt, gerade in Situationen, die mit Stress verbunden sind, in denen man früher als erstes zur Kippe gegriffen hat. Aber das ist auch bei mir nach Jahren noch so und die Momente sind kurz und gut zu meistern. Und sie sind sehr schnell wieder verflogen.
Von Pflastern und Nikotinkaugummis halte ich nicht viel. Man sucht sich damit nur wieder eine neue Sucht, von der man dann los kommen muss. Von langsam reduzieren rate ich auch ab, hätte bei mir nicht geklappt und auch alle die ich kenne könnten damit nicht umgehen.
Bei mir war es so, dass ich mehr gegessen habe, nachdem ich aufgehört habe zu rauchen. Das ist der einzige Nachteil, den ich für mich sehe. Man sucht sich eben doch etwas, womit man den Mund füllen kann. Ich weiß heute, dass man nicht automatisch zunimmt, wenn man mit dem Rauchen aufhört, doch man darf auch nicht mehr essen. Jetzt muss ich nämlich Diät machen und das finde ich sogar wesentlich schwerer, als mit dem Rauchen auf zu hören.
Ich rauche mittlerweile seit fast 3 Jahren nicht mehr und bin wirklich froh darüber. Mittlerweile empfinde ich den Zigarettenrauch auch als unangenehm. das war in den ersten Monaten noch nicht so.
Denke immer daran was es für Vorteile birgt, nicht zu rauchen:
- Man spart Geld
- Man stinkt nicht
- Man lebt gesünder
- Man muss sich nicht andauernd sorgen darüber machen, ob man Feuer dabei hat oder wo man Nachts ne Schachtel Kippen her bekommt
- Man wird nicht angeschnorrt
- Man muss nicht andauernd in den Regen oder die Kälte um eine zu Rauchen
- Man belästigt andere nicht mit dem rauch (besonders Kinder)
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