Häufiger Nebenwirkungen nach lesen vom Beipackzettel?
Medikamente, die man in Deutschland in der Apotheke bekommt, sollten in der Regel einen Beipackzettel dabei haben. In diesem wird der Patient über Das Medikament, die richtige Einnahme, eventuelle Wechselwirkungen, Unverträglichkeiten und eben auch Nebenwirkungen aufgeklärt. Ob jetzt alles was da so drin steht für den Laien verständlich ist, dass ist jetzt erst einmal eine andere Sache, aber ist es tatsächlich so, dass man nachdem man einen Beipackzettel gelesen hat, viel öfter dazu neigt die beschriebenen Nebenwirkungen auch zu bekommen oder eher subjektiv gesehen sich einzubilden, diese zu bekommen?
Der Hintergrund meiner Frage ist der, dass ich früher jeden Beipackzettel intensiv studiert habe. Auch bei einem ganz gebräuchlichen Medikament, welches man in der Grippe- und Erkältungszeit rezeptfrei in der Apotheke bekommt. Die Rede ist natürlich von Grippostad C. Das es nicht die Grippe an und für sich bekämpfen kann, ist ja hinlänglich bekannt, aber es kann zumindest helfen die Symptome zu lindern. Eine Nebenwirkung, die beschrieben wurde, war Übelkeit und den ganzen Tag nach der Einnahme von dem Medikament war mir dann auch schlecht, aber nicht so extrem, dass ich mich hätte übergeben müssen, es war vielmehr ein flaues Gefühl im Magen.
Seitdem lese ich zwar dein Beipackzettel immer noch, vermeide aber einen Blick auf die Nebenwirkungen. Ich hatte damals das Gefühl, dass sämtliche Nebenwirkungen einfach nur auf Grund der Tatsache, dass ich wusste, dass es diese geben kann, hervorgerufen hat. Für mich war das kein schöner Tag, denn mir war teilweise richtig Bange um meine Gesundheit.
Danach hatte ich bisher nur bei einem Medikament noch Nebenwirkungen. Das war ein Schmerzmittel und da hat es mich richtig ausgehoben. Mir war speiübel, ich habe akustische und optische Halluzinationen gehabt und ein Filmriss kam auch noch dazu. Ich hatte dann meine damalige Freundin gebeten die Nebenwirkungen durchzulesen und mir zu sagen, ob das darunter vorkommt. Sie hat das bestätigt und ich hab das Medikament natürlich sofort abgesetzt. Der Arzt war sehr erstaunt, dass ich das Medikament so gar nicht vertragen hatte, da es allgemein als sehr gut verträglich galt, aber bei mir hat es ganz anders gewirkt.
Auch die Bewohner in der Einrichtung in der ich arbeite, möchten in der Regel keine weiteren Informationen zu den Nebenwirkungen der Medikamente. Deshalb frage ich mich, ob es tatsächlich so ist, dass Nebenwirkungen eher auftreten, wenn man diese kennt oder ob man dann einfach genauer in sich hinein horcht um zu spüren ob da eine Nebenwirkung auftreten könnte.
Wie ist das bei euch? Habt ihr auch das Gefühl, dass bei euch Nebenwirkungen eher auftreten, wenn ihr die Beipackzettel gelesen habt oder ist das nur eine rein subjektive Erscheinung?
Meiner Meinung nach ist alles Kopfsache. Wenn man die Nebenwirkungen schon durchliest, redet man sich ja unbewusst schon ein, dass irgendwelche Nebenwirkungen auftreten müssen. Aus diesem Grund meide ich es, wenn möglich, die Nebenwirkungen zu lesen. Außer bei der Pille damals, da habe ich die Nebenwirkungen gelesen und es sind nur die ersten ein oder zwei Monate welche aufgetreten, wegen der Umstellung. Danach gab es nie wieder irgendwelche unerwünschten Nebenwirkungen.
Bei Medikamenten meide ich es so gut es geht, die Packungsbeilage zu lesen. Ich glaube, dass man dadurch mehr Nebenwirkungen hat als wenn man ahnungslos einfach seine Antibiose fortsetzt. Ich verlasse mich da immer auf die Verordnung des Arztes und wenn dieser nichts gesagt hat, lese ich die Packungsbeilage nur unter dem Stichpunkt Dosierung.
Das ist auf jeden Fall Kopfsache. Wenn du das gelesen hast und dann genau auf deinen Körper achtest, wird jedes normale Zippen gleich als Nebenwirkung angesehen. Zudem redet man sich dann schnell etwas ein und bekommt diese Nebenwirkungen auch. Das liegt an der Psyche. Ich habe mir beispielsweise mal Fieber eingeredet als Kind und hatte es dann auch bekommen, am nächsten tag war es aber weg ohne das was gemacht wurde. An deiner Stelle würde ich es dann einfach nicht lesen.
Ich weiß nicht, wie stark dein Einbildungsvermögen ausgebildet ist oder wie stark es sein kann. Wenn es reine Einbildung ist, die nur bei den Medikamenten auftritt aus Angst, dass dir etwas passieren kann, würde ich den Beipackzettel nur teilweise lesen. Solltest du dir auch bei anderen Dingen etwas einbilden, was später eintrifft, dann hast du eine enorm starke Einbildungskraft.
Möglich ist ja auch, dass du einen sehr empfindlichen Magen hast und die Medikamente nicht ganz genau nach Vorschrift eingenommen hast. Das heißt, dass du vielleicht die Medikamente auf nüchternen Magen eingenommen hast und dieser dann rebellierte. Es muss also nicht zwingend mit dem Lesen der Nebenwirkungen zusammen hängen. Aber wenn da steht, dass es selten vorkommt, vielleicht in einem von eintausend Fällen, bist du vielleicht derjenige gewesen.
Ich lese mir grundsätzlich den Beipackzettel durch. Nimmt man die Medizin zu hause ein, kann man das machen. Aber im Krankenhaus bekommst du sie ohne Beipackzettel verabreicht und musst schlucken. Wenn dann die Nebenwirkungen sich bemerkbar machen, muss man sich erst erkundigen. So ging es mir im Krankenhaus mit Kortison. Während andere Patienten keine oder nur eine Nebenwirkung verspüren, bekam ich gleich drei der schlimmsten. So verschieden sind die Menschen. Es liegt nicht alles an Einbildung. Das hat mit normalem Zippen, wie hier geschrieben und Psyche nichts zu tun.
Ich finde es sehr wahrscheinlich, dass Nebenwirkungen eher auftreten können, wenn man sich den Beipackzettel mit den eventuellen Nebenwirkungen ganz genau durchgelesen hat. Natürlich kommt es auch darauf an, wie anfällig man dafür ist, dass man dann wirklich das Gefühl hat, eine der Nebenwirkungen zu haben. Aber in meinem Beruf erlebe ich es auch oft, dass sich die Menschen, die sich intensiv mit dem Beipackzettel auseinandersetzen, öfter bei mir melden, weil sie eine Nebenwirkung bei sich bemerken.
Damit will ich natürlich niemandem unterstellen, dass er sich die Nebenwirkungen einbildet, aber die Gefahr ist einfach gegeben, wenn man sich den Beipackzettel und vor allem die möglichen Nebenwirkungen zu genau durchliest. Sicher sollte man den Beipackzettel lesen, dafür ist er ja da. Aber man sollte sich einfach immer vor Augen führen, dass Nebenwirkungen möglich sind, aber nicht zwingend auftreten. Bei vielen Nebenwirkungen ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering, dass sie bei einem selbst auftreten.
Was viele nicht wissen ist, dass es bei Medikamenten nicht nur den Placebo-Effekt gibt, sondern auch einen möglichen Nocebo-Effekt. Es kann nach Einnahme eines Medikamentes, ob das Medikament eine nachweisbare Wirkung hat oder nicht, zu einer scheinbaren negativen Wirkung des Medikaments kommen.
Der Nocebo-Effekt gilt zwar streng genommen nur bei Medikamenten, welche keine physiologische Wirkung haben, aber man kann sich sicher vorstellen, dass es je nach Persönlichkeit und momentaner Gefühlslage desjenigen, der das Medikament einnimmt, zu einer Verstärkung bzw. Auslösung einer möglichen Nebenwirkung kommt, wenn man den Beipackzettel liest und besonders große Angst vor bestimmten Nebenwirkungen hat.
Einigen Leuten hilft es, wenn sie über den möglichen Nocebo-Effekt Bescheid wissen und sich damit auseinandersetzen. Prinzipiell würde ich aber jedem der Medikamente einnimmt empfehlen, die Packungsbeilage zu lesen, da man über potenzielle Nebenwirkungen informiert sein sollte.
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