Im Krankenhaus vertröstet werden, entlassen zu werden?

vom 17.03.2014, 08:09 Uhr

Ich hatte vorgestern ein längeres Gespräch mit zwei älteren Personen geführt, die beide erst vor kurzem einen Krankenhausaufenthalt von mehreren Tagen beendet hatten. Beide waren sich einig, dass es schönere Dinge gibt und dass sie immer wieder vertröstet wurden, was das Entlassungsdatum anbelangt hat. Die eine Person erzählte, dass ihr gesagt wurde, dass sie am übernächsten Tag das Krankenhaus verlassen dürfe. Als sie an diesem Tag nachgefragt hatte, wurde sie auf den nächsten Tag vertröstet. Als sie auch am folgenden Tag nach ihrer Entlassung gefragt hat, wurde sie wieder vertröstet. Das Ganze ging wohl beinahe eine Woche lang so.

Auch die andere Person erzählte, dass sie einen bestimmten Entlasstermin hatte, aber auch sie zweimal hingehalten wurde, weil noch irgendwelche Untersuchungen angestanden haben. Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich ähnliche Verhaltensweisen der Ärzte im Krankenhaus bestätigen. Auch ich wurde damals, als ich mit meinem großen Sohn im Krankenhaus war, zwei- oder gar dreimal vertröstet, was das Entlassungsdatum betraf. Das fand ich zwar nicht ganz so gut, aber mein Sohn war richtiggehend frustriert und enttäuscht, als er jedes Mal wieder nicht nach Hause gehen durfte, als der Arzt bei ihm zur Visite war.

Wie ist es euch in Krankenhäusern ergangen? Wurdet ihr auch öfters vertröstet und länger im Krankenhaus behalten als es ursprünglich geplant war? Wäre es von den Ärzten nicht sinnvoller, wenn sie entweder gleich ein späteres Datum angeben würden oder vielleicht zunächst einmal überhaupt keine Angabe zu einem Datum zur Entlassung machen würden? Da wären die Patienten sicherlich nicht gleich enttäuscht, wenn es doch nicht klappt und zum anderen würden sie die Ärzte und Schwestern sicherlich auch nicht ständig damit nerven.

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» Nettie » Beiträge: 7637 » Talkpoints: -2,59 » Auszeichnung für 7000 Beiträge



Mein Großvater war mal eine Zeit lang im Krankenhaus und er wurde auch immer wieder vertröstet. Ob er jetzt eine Woche bleiben musste oder zwei weiß ich nicht mehr genau, weil es länger her ist. Aber angenehm war das bestimmt nicht für ihn, ständig vertröstet zu werden. Schließlich ist man im Krankenhaus schon sehr eingeschränkt und genießt dort eben nicht so viele Freiheiten und so viel "Luxus" wie zu Hause.

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» Olly173 » Beiträge: 14700 » Talkpoints: -2,56 » Auszeichnung für 14000 Beiträge


Ich frage mich, warum man seitens der Ärzte solche Aussagen trifft. Das ist nicht sehr patientenfreundlich, gerade Kindern oder älteren Leuten gegenüber. Ich musste das Gott sei Dank noch nie erleben, weil ich Krankenhäuser nur von der Geburt meiner Kinder her kenne. Da sind die Termine eingehalten worden, beziehungsweise ich habe mich selber früher entlassen.

Die Ärzte sollten doch eigentlich wissen,wie die Krankheit verläuft und wann es zumutbar ist, den Patienten zu entlassen. Vielleicht liegt es an der Krankenhausorganisation, dass die notwendigen Untersuchungen nicht ordentlich geplant und verschoben werden. Besonders menschenfreundlich ist das nicht.

» anlupa » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »



Ich kann auch nicht verstehen, warum Ärzte solche Aussagen treffen und einen Patienten immer wieder vertrösten müssen. Immerhin sollten doch die Ärzte am besten wissen, wann ein Patient wieder sicher und ohne Bedenken nach Hause geschickt werden kann ohne, dass noch weiteres passiert. Ich bin froh, dass ich lange nicht mehr in einem Krankenhaus war und kann mich zum Glück nicht daran erinnern, dass mir das einmal passiert wäre.

Aber einer meiner Freunde hat mir einmal erzählt, dass sie für zwei Wochen im Krankenhaus war wegen einer Lungenentzündung, als sie noch recht klein war. Da hat der Arzt sie auch über eine ganze Woche lang hinweg vertröstet und für sie scheint es der Horror gewesen zu sein. Immerhin war sie noch ein Kind und da freut man sich ja schon nach zwei Wochen endlich nach Hause zu kommen. So stelle ich mir das zumindest vor, da ich mir ja bereits nach fünf Tagen Schullandheim wünsche, bald nach Hause zu kommen. Wobei ein Schullandheim bei weitem mit mehr Spaß verbunden ist als ein Krankenhausaufenthalt.

Das einzige, was ich mir vorstellen kann ist, dass die Ärzte sich selbst noch nicht sicher sind, ob man entlassen werden kann und schauen, wie der Patient sich am nächsten Tag gesundheitlich schlägt und ob er dann am Tag darauf schon entlassen werden kann. Vielleicht wurden auch die Werte gemessen, entsprechen aber nicht dem, was als gesund gilt und deswegen wird der Patient länger im Krankenhaus behalten. Was ich da gut finde ist, dass der Patient immerhin nicht frühzeitig entlassen wird, so dass man hoffentlich davon ausgehen kann, dass er gesund ist.

» cupcake03 » Beiträge: 1152 » Talkpoints: 29,50 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



anlupa hat geschrieben:Ich frage mich, warum man seitens der Ärzte solche Aussagen trifft. Das ist nicht sehr patientenfreundlich, gerade Kindern oder älteren Leuten gegenüber.

Weil sie danach gefragt werden und viele Patienten dann gerne auch eine konkrete Aussage hören wollen. Sicherlich kommt es auch vor, dass aus Unwissenheit da was falsches erzählt wird, aber wenn dann zum vierten oder fünften mal gesagt wird, man muss erst noch die Untersuchung abwarten oder Blutwerte müssen sich normalisieren oder die Wunde muss noch abtrocknen und dann immer wieder gefragt wird, wann das denn soweit ist, dann kann eben schon mal sowas kommen. Da wird dann halt gesagt, wenn morgen alles gut ist, geht es nach Hause und da machen dann vor allem ältere Patienten gerne mal ein "ich komme morgen nach Hause" daraus.

Aber schön ist das sicher nicht, da gebe ich euch auf jeden Fall recht. Gerade wenn so etwas öfter vorkommt, sollte man dann vielleicht auch hinterfragen, wieso solche Aussagen getätigt werden. Am meisten hilft es aber, wenn man einfach fragt, wovon die Entlassung den abhängt, dann kann man ja auch selber schauen, ob die Punkte erfüllt sind oder nicht und ist dann nicht gleich völlig enttäuscht.

» Klehmchen » Beiträge: 5497 » Talkpoints: 1.016,89 » Auszeichnung für 5000 Beiträge


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