Ist das Brustkrebsgen vererbbar?

vom 10.02.2014, 14:26 Uhr

Meine Mutter hatte vor einigen Jahren Brustkrebs. Es wurde früh festgestellt und konnte geheilt werden. Sie muss nun auch regelmäßig zur Kontrolle. Aber bisher sieht noch alles gut aus und wir hoffen alle, dass es nicht mehr wieder kommt. Da auch meine Oma Brustkrebs hatte und sie auch durch Amputation und Bestrahlung geheilt wurde, sind meine Schwestern total aufgeregt und denken bei jedem Abtasten, dass sie Brustkrebs haben. Sie sind aber noch sehr jung.

Ist so etwas wirklich vererbbar oder ist es eher zufällig so, dass Mutter und Oma und so weit ich weiß auch zwei Tanten am Brustkrebs erkrankten? Die Schwester meiner Oma ist an Brustkrebs gestorben. Sollte man da wirklich mehr aufpassen als wenn keiner in der Familie Brustkrebs hat?

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» Ampelmännchen » Beiträge: 1310 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Ich wäre bei einer derartigen familiären Vorgeschichte schon skeptisch und vorsichtig. In meinen Augen ist das definitiv kein Zufall, dass die Krankheit häufiger innerhalb einer Familie vorkommt. Wir hatten das Thema auch mal in der Schule behandelt und dabei herausgefunden, dass es zwei verschiedene Gen-Varianten gibt, die eine Entwicklung von Brustkrebs begünstigen.

Natürlich kann es auch vorkommen, dass jemand ohne familiäre Vorgeschichte an Brustkrebs erkrankt. Aber ich vermute mal, dass in dem Fall auch äußere Faktoren eine Rolle spielen wie Ernährung etc. Ich habe auch schonmal in einer Dokumentation gesehen, dass Deos mit Aluminium die Entwicklung von Brustkrebs begünstigen bzw. beschleunigen sollen.

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» Olly173 » Beiträge: 14700 » Talkpoints: -2,56 » Auszeichnung für 14000 Beiträge


Dass es gleich 4 (?) Fälle von Brustkrebs innerhalb einer Familie, ist sicherlich mit Skepsis zu betrachten und eine entsprechende Untersuchung kann je nachdem durchaus sinnvoll sein. Brustkrebs entsteht zwar in rund 95% aller Fälle spontan - d.h. dass nur rund 5% genetisch bedingt sind -, aber bei solch einer familiären Belastung kann durchaus eine Genmutation vorliegen. Übrigens sind für nahezu alle genetisch bedingten Mammakarzinome die letztens stark in den Medien präsent gewesenen Gene BRCA1/2 verantwortlich: Im normalen Zustand beugen sie der Entartung vor, in mutiertem Zustand hingegen verursachen sie selbst eine Entartung, ein sogenannten Tumorsupressorgen.

Man sollte allerdings sich nicht nur auf den Brustkrebs fokussieren, auch wenn dieser den größten Teil BRCA-bedingter Karzinome ausmacht. Bei entsprechenden Mutationsträgern ist u.a. auch das Risiko für Ovarialkarzinom (=Eierstockkrebs) oder Colonkarzinom (=Dickdarmkrebs) erhöht. Auch das gehört, soweit ich weiß, in die Nachsorge eines erfolgreich therapierten Brustkrebses.

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» getku » Beiträge: 883 » Talkpoints: 11,06 » Auszeichnung für 500 Beiträge



Dazu fällt mir der Fall von Angelina Jolie ein. Sie hatte immerhin auch viele Fälle von Brustkrebs in ihrer Familie und hat sich deshalb die Vorsichtsmaßnahme ergriffen, sie die eigenen Brüste auch wegoperieren zu lassen. Also würde ich auch sagen, dass das Brustkrebsgen sehr Stark vererbbar ist, da sie sonst bestimmt nicht so ein großes Schicksal auf sich genommen hätte, sich als Star die Brust wegoperieren zu lassen. Immerhin wurde sie damit zum Mittelpunkt der Pressemitteilungen.

» Grisella » Beiträge: 35 » Talkpoints: 8,36 »



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