Wird die Rubensfigur irgendwann wieder zum Schönheitsideal?

vom 05.03.2014, 11:58 Uhr

Es mögen zwar viele Männer durchaus dickere Frauen, aber es ist kein allgemeines Schönheitsideal in den Medien und in den Köpfen. Die Schönheitsideale wechselten in der Geschichte und sind auch in verschiedenen Kulturen zur selben Zeit unterschiedlich. Bei den alten Spartanern wurde Fettleibigkeit verachtet, während im 17. Jahrhundert eine positivere Einstellung dazu herrschte und dicke Frauen in manchen Kreisen als attraktiv galten. Auch im arabischen Raum galten (gelten?) fettleibige Frauen als fruchtbar und schön. Dicke Männer wurden zu vielen Zeiten und in vielen Kulturen mit Reichtum in Verbindung gebracht.

Meint ihr, dass die Rubensfigur eine Chance hat, wieder zum Schönheitsideal zu werden? Oder weiß man mittlerweile so viel über Krankheiten, die mit Fettleibigkeit einhergehen, dass das nie mehr der Fall sein wird?

» anlupa » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »



Ich denke eigentlich nicht, dass das irgendwann wieder ein Schönheitsideal sein wird. Man muss ja auch bedenken, dass zu den Zeiten, wo dies als Schönheitsideal galt, auch oft Hungersnöte und dergleichen geherrscht haben. Und wenn man Hunger leidet, dann ist es ja irgendwie ein Zeichen von Reichtum und Erhabenheit, wenn man dann mollig ist, obwohl alle anderen total ausgehungert sind. Ich denke, dass man zu diesen Zeiten vielleicht einfach dünne Frauen mit Armut und Hunger gleichgesetzt hat und dicke Frauen mit Reichtum und Adel. Die ganzen Malereien, die von diesen Zeiten über geblieben sind, waren ja auch nur im Auftrag des Adels, weil nur diese sich das leisten konnten und da hatte man eben genug zu Essen und wollte sich vielleicht mit einer molligeren Figur auch vom Pöbel unterscheiden, der nicht so viel zu essen hatte.

Und daneben kommt ja heute eben auch das Problem, dass man eben weiß, dass Übergewicht ungesund ist und man hört ja immer Sprüche wie, mit jedem Kilo steigt das Risiko an der und der Krankheit zu leiden. Eine Zeit lang kamen dann auch so zwielichtige Studien ans Tageslicht, die beweisen sollten, dass man bei leichtem Übergewicht weniger Risiko hat, an bestimmten Krankheiten zu leiden, aber das hat sich inzwischen ja auch schon alles als Mogelei erwiesen, weil man weiß, dass ein Normalgewichtiger mit sehr geringer Wahrscheinlichkeit überhaupt so was bekommen würde. Sogar die Ärzte machen es sich heutzutage teilweise dann ein wenig zu einfach, in dem sie Patienten nicht mehr vernünftig untersuchen und Beschwerden auf Übergewicht abschieben und zur Diät auffordern.

Das alles prägt die Menschen ja auch und ich denke, dass sich irgendwo auch einfach das Bild festgesetzt hat, dass Übergewicht ungesund und nicht sehr ästhetisch hat. Übergewichte haben bei uns in Deutschland ja auch oft das Problem, dass sie nichts schönes zum Anziehen finden, weil Kleidungshersteller nur zu einer bestimmten Größe produzieren und man dann auf Läden mit Übergröße zurückgreifen muss. All das hat einfach einen negativen Touch und daher fällt es mir schwer mir vorzustellen, dass es das Schönheitsideal so schnell wieder geben wird.

» Crispin » Beiträge: 14916 » Talkpoints: -0,43 » Auszeichnung für 14000 Beiträge


Das Image von Übergewicht hat sich massiv gewandelt. Krankheiten, die dadurch ausgelöst werden, spielen sicher auch eine Rolle. Übergewicht stand früher für Reichtum und Überfluss, was natürlich attraktiv ist. Heute verbindet man mit Übergewicht hingegen eher ein niedriges Einkommen, den die Menschen mit einem guten Einkommen setzen sich eher mit gesunder Ernährung auseinander und treiben Sport, weil sie es sich leisten können.

Das Schönheitsideal würde sich vielleicht dann ändern, wenn sich auch diese Umstände drastisch ändern würden. Aber das wird wenn überhaupt dann nur sehr langsam passieren. Ein gutes Beispiel dafür ist die Hautfarbe von weißen Menschen. Als sich die Arbeit noch hauptsächlich unter freiem Himmel abgespielt hat war möglichst helle Haut das Schönheitsideal, weil sie auf Reichtum hingedeutet hat, da die Besitzer nicht arbeiten mussten. Später hat sich das umgekehrt und braun gebrannte Haut war angesagt, als Zeichen dafür, dass man sich eine Urlaub leisten konnte oder zumindest genug Freizeit hatte, in der man in der Sonne liegen konnte. Inzwischen weiß man, wie schädlich die Sonne für die Haut ist, die Hautkrebszahlen steigen, aber es gibt trotzdem noch genug Menschen, die am Mythos der "gesunden Bräune" festhalten.

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» Cloudy24 » Beiträge: 27476 » Talkpoints: 0,60 » Auszeichnung für 27000 Beiträge



Es gibt ja heute immer noch Männer, die auf Rubensfrauen stehen. So ein allgemeingültiges Ideal kann man doch heute gar nicht mehr so klar heraus kristallisieren. Man kann doch heute alles sein, was man will, dick, dünn, pummelig oder sonst irgendwie. Der Trend geht schon eher zum Schlanksein, aber das ist ja keine Bestimmung. Dass man Rubensfrauen wieder als reich ansieht, sie verehrt, so ein Bild wird sicherlich nicht mehr entstehen, wohl auch weil man weiß, dass dick sein auch nicht gesund ist.

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» Ramones » Beiträge: 47758 » Talkpoints: 8,52 » Auszeichnung für 47000 Beiträge



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