Die ersten Anzeichen von Alzheimer auch für Laien erkennbar

vom 26.02.2014, 14:07 Uhr

Alzheimer ist eine Krankheit, die ja sehr häufig im Alter auftritt. Mein Großonkel und ein Cousin meines Großonkels leiden darunter und ich habe in der letzten Woche Kontakt zu meinem Großonkel gehabt und war wirklich erschrocken. Nun frage ich mich, ob man die ersten Anzeichen von Alzheimer auch als Laie erkennen kann oder ob es nur ein Arzt sagen kann. Welches sind die ersten Anzeichen, wo man auch sofort den Arzt aufsuchen sollte? Ist es schon ein Anzeichen, wenn man Dinge verlegt oder einfach Kleinigkeiten vergisst? Ab welchem Alter kann man Alzheimer bekommen?

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» MissMarple » Beiträge: 6786 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 6000 Beiträge



Die letztendliche Diagnose des Morbus Alzheimer wird ja weiterhin post mortem gestellt, also nach dem Tod im Rahmen von Obduktionen oder ähnlichem. Die Alzheimer-typischen Ablagerungen im Gehirn kann man nämlich immer noch nicht so richtig nachweisen. In der Bildgebung wird sich künftig wohl das Amyloid-PET-CT durchsetzen, aber noch ist die Untersuchung wohl viel zu teuer und bringt eigentlich kaum was, außer, dass man weiß, dass die Alzheimer-Erkrankung praktisch begonnen hat sich durch das Gehirn zu fressen.

Das erste Anzeichen ist meist das nachlassende Kurzzeitgedächtnis, das im Verlauf zunimmt und irgendwann im späten Stadium sogar auch das Langzeitgedächtnis angreifen kann. Es ist aber nicht so, dass jedes Defizit im Gedächtnis auf Alzheimer zurückzuführen ist. Es gibt nämlich eine riesige Palette an Differentialdiagnosen, die man mittels Blutbild, CT/MRT, und Anamnese zu klären versucht. Darüber hinaus brauchen die Patienten im Anfangsstadium Hilfe bei sehr anspruchsvollen Aufgaben wie beispielsweise Angelegenheiten bei der Bank, Testament und ähnlichen Sachen, wofür ihre kognitiven Fähigkeiten einfach nicht mehr ausreichen.

Letzten Endes kann man sagen, dass die Diagnose des Morbus Alzheimer weitgehend immer noch eine Ausschlussdiagnose darstellt und erst post mortem wirklich validiert werden kann. Für die Diagnose ist es weiterhin unabdingbar, dass die Auffälligkeiten nicht vorübergehender Natur sind, ein gewisser Zeitraum ist also gegeben, in dem die Symptome da sein müssen.

Der Beginn der eigentlichen Erkrankung geht den ersten Symptomen um rund 10-15 Jahre voraus. Wenn also ein Mensch im Alter von 60 Jahren erste Anzeichen einer Alzheimer-Demenz zeigt, kann man davon ausgehen, dass bei ihm die Plaquebildung im Alter von 40-45 Jahren begonnen hat und erst jetzt Symptome macht - denn nicht immer korreliert die Menge an Plaques mit den Symptomen und der Klinik, man geht davon aus, dass dafür das Phänomen der kognitiven Reserve entscheidend ist, die man u.a. mit Gehirnjogging womöglich ausbauen kann. Mit dem Alter steigt aber prinzipiell das Risiko der Demenz vom Alzheimer Typ, das kann man ruhig so festhalten. Es gibt zwar auch eine erblich bedingte Form des Morbus Alzheimer (autosomal-dominant), die macht jedoch nur rund 3% aus und führt bereits in jungen Jahren im Alter von 30-40 Jahren zu kognitiven Funktionsverlusten.

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» getku » Beiträge: 883 » Talkpoints: 11,06 » Auszeichnung für 500 Beiträge


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