Gastroskopie bei oftmaligem Sodbrennen und Aufstoßen machen?

vom 23.02.2014, 12:54 Uhr

Mein Schatz hatte angeblich mit der Galle zu tun. Nun besagte die letzte Deutung einer neuen Sonographie im Krankenhaus, dass dies keine Gallensteine wären, sondern Polypen an der Galle. Seit Jahren ist das Problem des oftmaligem Sodbrennens und Aufstoßens akut und auch der Atem aus dem Mund ist nicht taufrisch, sondern riecht teils nach "Magen". Anscheinend hat dies aber nicht so mit der Galle zu tun. Jetzt denken wir daran, eine Gastroskopie machen zu lassen.

Ist eine Gastroskopie bei oftmaligem Sodbrennen und Aufstoßen sinnvoll und aussagekräftig? Kann auch die Tatsache, dass man lange Raucher war, an dieser Tatsache Schuld sein? Hat jemand persönliche Erfahrungen mit laufendem Sodbrennen auf ziemlich viele Speisen?

» celles » Beiträge: 8677 » Talkpoints: 4,08 » Auszeichnung für 8000 Beiträge



Eine Gastroskopie kann durchaus sinnvoll sein, ja. Normalerweise geht man beim einmaligen oder immer vorübergehenden Sodbrennen hin und verschreibt gerne sogenannte Protonenpumpeninhibitoren, die die Säureproduktion hemmen. Meistens bleibt es auch dabei und das Sodbrennen ist weg. Aber wie gesagt, das gilt in erster Linie für Sodbrennen, die insbesondere nach "schweren" Mahlzeiten auftreten und nicht über eine längere Zeit anhalten.

Bleibt das Sodbrennen jedoch bestehen, kann man durchaus eine Gastroskopie veranlassen, um zu schauen, ob sich evtl. Geschwür gebildet haben könnte, weniger um das Sodbrennen zu diagnostizieren. Dem Sodbrennen muss nicht zwangsläufig eine Überproduktion an Magensäure zugrunde liegen, vielmehr liegt in 90% der Fälle eine sogenannte Ösophagussphinkterinsuffizienz vor, sodass der Muskel sich nicht richtig verschließt und die Säure zurückfließt. Per Gastroskopie kann man darüber hinaus auch einen duodenogastralen Reflux feststellen, das heißt man kann schauen, ob evtl. auch Galle zurück in den Magen fließt - ebenfalls aufgrund einer Muskelinsuffizienz.

Nebenbei kann Rauchen das Sodbrennen begünstigen. Das hat den folgenden Grund, dass das Rauchen die Säureproduktion erhöht - ob es auch zur Insuffizienz des Schließmuskels beiträgt, weiß ich nicht. Bei Magen- bzw. Zwölffingerdarmgeschwüren sagt man, dass ohne Nikotinabstinenz keine erfolgreiche Therapie zu erwarten ist.

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» getku » Beiträge: 883 » Talkpoints: 11,06 » Auszeichnung für 500 Beiträge


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