Helfen Rituale bei Schlafstörung?
Diese Nachricht habe ich in einem Artikel gelesen. Laut der Ansage des Leiters des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder helfen bei Schlafstörung kleine Rituale wie eine Tasse Tee. Ehrlich gesagt kann ich mir nicht vorstellen, dass bloß eine Tasse Tee beim Einschlafen hilft. Eher glaube ich an radikale Schlafmittel. Ist das nur eine nächste Ökoschiene eines Krankenhausstellvertreters, der Zugang zu Journalisten von der krone.at hatte, oder steckt wirklich mehr dahinter?
"Radikale" Schlafmittel helfen durchaus nicht immer beim Einschlafen. Außerdem haben sie alle möglichen Nebenwirkungen, können in vielen Fällen süchtig machen und man fühlt sich am nächsten Morgen oft schlechter als nach einer durchwachten Nacht. Aber jeder hat eben so seine Prioritäten, nicht wahr?
Es kommt natürlich auch auf die Art der Schlafstörung an. Dass man hin und wieder Probleme beim Einschlafen hat, ist wohl eher als normal zu betrachten denn als behandlungsbedürftige Krankheit. Andererseits kenne ich aus den Medien auch Fälle von Leuten, die teilweise seit Jahren nur noch stundenweise schlafen können und wirklich alles vom Tee bis zum Chemo-Hammer versucht haben. Diese Kandidaten tun mir auch wirklich leid.
Bei "ganz normalen", hin und wieder auftretenden Schlafproblemen kann ich mir schon vorstellen, dass Einschlafrituale helfen können. Der Körper gewöhnt sich daran, beispielsweise ein warmes Bad oder ein Glas Milch mit dem Einleiten der Ruhephase zu verbinden, was das Einschlafen mit der Zeit mehr und mehr erleichtert. Nicht umsonst werden Zubettgeh-Rituale ja auch in Familien empfohlen, damit die Kinder einen angenehmen Übergang ins Land der Träume haben. Rituale schaffen Struktur und haben in ihrem immer gleichen Ablauf eine beruhigende Wirkung.
Ich selbst kann auch dann am besten einschlafen, wenn ich Laptop und Fernseher rechtzeitig ausmache und mit einer Tasse Tee allmählich zur Ruhe komme. Wenn ich dagegen bis zum letzten Augenblick am Wirbeln bin, merke ich förmlich, wie mein Gehirn noch auf vollen Touren läuft, wenn ich dann im Bett liege.
Ich kann mir gut vorstellen, dass Rituale helfen können, besser einzuschlafen. Radikale Schlafmittel können doch nicht immer die Lösung sein. Sicher kann es sein, dass man diese mal braucht, aber solche Dinge sollten niemals eine Dauerlösung sein, weil es bei genug Wirkstoffen auch zu einer Abhängigkeit kommen kann. Das möchte doch nun wirklich niemand erreichen. Darum finde ich es als Dauerlösung schon besser, dass man sich ein Ritual vor dem Schlafen gehen angewöhnt, wenn es funktioniert. Ich lese vor dem Einschlafen immer noch, damit ich mir nicht zu viele Gedanken mache. Bei mir funktioniert es sehr gut.
Auch ich bin der festen Überzeugung, dass feste Rituale wirklich beim Einschlafen helfen können. Ich hatte vor ein paar Jahren auch große Probleme einzuschlafen und lag teilweise nächtelang wach. Mein Hausarzt riet mir damals auch zu festen Ritualen am Abend, jedoch in Kombination mit Schlafmitteln, da die Schlafstörungen zu extrem waren.
Ich habe immer eine Stunde vor dem Schlafen gehen eine Tasse Lavendeltee getrunken, nochmals mein Schlafzimmer ordentlich gelüftet und habe mich somit schon seelisch etwas auf das baldige Schlafen vorbereitet. Das hat wirklich sehr gut geklappt und nach einiger Zeit konnte ich sogar die Medikamente absetzen und allein durch mein Abendritual einschlafen.
Ich bin davon fest überzeugt, dass man durch feste Rituale die Schlafstörung beheben kann. Ich sehe es zum Beispiel täglich an meinem Kind. Wenn es nicht schlafen kann, dann muss ich genau das machen, was wir öfters mal machen. Sei es ihm Kakao zu machen, Buch vorlesen oder einfach nur da sein und ihn paar Minuten am Bauch streicheln. Durch diese Rituale schläft er dann schön friedlich bis in der Früh.
Wenn ich Schlafstörungen habe, dann hilft mit ebenso eine warme Tasse Kakao und eine heiße Badewanne, in der ich dann meistens bis zu zwei Stunden bleibe und entspanne. Die hilft mir eigentlich immer am besten. Was die chemischen Tabletten angeht, die angeblich helfen sollen, die sind meiner Meinung nach nicht das Wahre. Ich würde nie zu so einem Mittel greifen, wenn es so einfache Rituale gibt, die viel besser und effektiver helfen.
naty28 hat geschrieben:Ich bin davon fest überzeugt, dass man durch feste Rituale die Schlafstörung beheben kann. Ich sehe es zum Beispiel täglich an meinem Kind.
Ja, das klingt logisch. Ich habe zu diesem Thema ein wenig recherchiert. Auf spiegel.de habe ich gelesen, dass hauptsächlich Medikamente effizient wirken. Das wäre konträr zu dem Artikel auf krone.at. Welcher Zeitschrift kann man jetzt trauen?
Ich denke schon, dass diese "kleinen Rituale" funktionieren! Denn beim Schlafen ist es sehr oft reine Kopfsache, eine Entspannungsstufe zu erreichen, die das Einschlafen ermöglicht. Diese Erfahrung habe ich schon sehr oft gemacht, wobei mir das Lesen belangloser Literatur immer sehr geholfen hat. Desweiteren denke ich, ist das Einschlafen als Ritual, auch dadurch, dass es "reine Kopfsache" ist, eben eine Sache des Trainings. Da kann man sicherlich ein Level erreichen, das einem ermöglicht innerhalb kürzester Zeit zu beliebigem Zeitpunkt einzuschlafen.
Von "radikalen Mitteln" halte ich desweiteren überhaupt nichts! Die umgehen das eigentliche Problem und verhindern das Erlernen des Einschlafens nur!
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