Versicherungskarte vorlegen, ist das für die Patienten klar?

vom 16.02.2014, 07:30 Uhr

Ich habe gestern meinen Kompressionstrumpf abgeholt, endlich, nach mehreren Monaten, hatte es total versemmelt. Dabei fiel mir auf, dass sie ein neues Rezept auf den 27. Januar ausgestellt haben, ich war aber bereits im dritten oder vierten Quartal letzten Jahres da. Als ich versucht habe, der Dame das zu erklären, und fragte, ob sie meine Versicherungskarte denn jetzt bräuchten, wurde sie auch noch frech. Dazu muss man kurz erklären, dass es sich hier nicht um die Praxis handelt, sondern nur der Ort mit dem Sanitätsbedarf. Sie meinte frech zu mir, das wäre doch klar, und soviel könnte man ja wohl auch mitdenken, und wenn ich sie nicht bringen würde, dann bekäme ich eine Privatrechnung.

Also wir halten fest, niemand hätte mir ohne Nachfragen gesagt, dass ich noch mal in die Praxis muss, meine Versicherungskarte einlesen lassen. Ich bin davon überzeugt, dass die Patienten es nicht selber wissen, wobei ich das Datum ja nur zufällig entdeckt habe.

Ich habe sie dann mal darauf hingewiesen das ich selber medizinische Fachangestellte wäre, und es ganz klar nicht so wäre, das es den Patienten klar sein müsste, viele wissen ja nicht mal was ein Quartal ist. Ich habe jetzt eine freundliche e-Mail an die Praxis geschrieben, und bin gespannt, welche Antwort mich erwartet.

» laraluca » Beiträge: 1068 » Talkpoints: 9,76 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Meiner Meinung nach verlieren Menschen im Beruf recht schnell den Bezug dazu, was Menschen, die diesen Beruf nicht ausüben, darüber nicht wissen. Für sie werden einfach manche Abläufe ganz selbstverständlich, weil sie sie jeden Tag machen. Ebenso Fachbegriffe. Ein Normalsterblicher lernt diese Begriffe doch gar nicht. Aber plötzlich wird das einfach vorausgesetzt, weil es für die Mitarbeiter eben ihren täglichen Wortgebrauch darstellt. Dass sie das auch alles mal lernen mussten, vergessen sie irgendwie.

Bei akademischen Berufen nennt man diese Personen dann Fachidioten. Sie können dann nicht mal die einfachsten Dinge aus ihrem Berufsleben erzählen, ohne dass Menschen, die nicht vom Fach sind, nur Bahnhof verstehen. Aber Fachidioten gibt es in allen Fächern, Berufen und Branchen. Als ich bei meinem Studentenjob bei Kaufland eingearbeitet wurde, wurde ich auch mit den seltsamsten Begriffen zugebomt. Wer weiß schon auf Anhieb, was im Supermarkt ein Gondelkopf ist?

Also mich nervt so ein Verhalten auch. Die Dame, mit der du es zu tun hattest, meinte es wäre klar und du hättest mitdenken sollen. Meiner Meinung nach ist erst mal gar nichts klar und sie ist dazu da, dass sie es den Kunden erklärt. Dass sie so abfällig und von oben herab mit dir redete, war wirklich nicht in Ordnung. Gerade die Aufforderung mitzudenken, ist wirklich sehr herablassend. Der Umgang mit Kunden ist oft schwer, aber wenn sie dazu nicht fähig ist, hat sie da eben nichts zu suchen. Also ich hoffe mal, dass sie nur einen schlechten Tag hatte und ansonsten freundlicher und nachsichtiger mit der Kundschaft umgeht.

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» Bienenkönigin » Beiträge: 9448 » Talkpoints: 19,93 » Auszeichnung für 9000 Beiträge


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