Abends neuerdings gerne Bier trinken - Alkoholismusgefahr?

vom 15.02.2014, 07:31 Uhr

Ich habe bis jetzt wenig Alkohol getrunken - meistens nur in Gesellschaft auf Festen oder im Restaurant ab und zu ein Gläschen Sekt oder Wein. Seit ein paar Wochen habe ich mir aber angewöhnt, abends ein Glas Bier zu trinken. Ich hatte von einem Fest noch Bier übrig und wollte es nicht verkommen lassen. Es schmeckte mir wider Erwarten gut und ich konnte danach entspannt einschlafen.

Normalerweise mochte ich den bitteren Geschmack von Bier nicht so gerne. Nun genieße ich aber das tägliche Abendbier, weil es mich angenehm entspannt und ermüdet. Meint ihr, dass durch dieses Ritual die Gefahr von Alkoholabhängigkeit besteht? Ab wann sollte man aufpassen? Erst, wenn ich mehr als ein kleines Glas (0,2 Liter) trinke? Oder wenn ich ohne das Bier nicht mehr einschlafen kann?

» anlupa » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »



Alkoholismus ist ja eine Sucht und das würde bedeuten, dass jemand trinken muss (und das auch in hohem Maße), einen Suchtdruck verspürt und es nicht lassen kann. Man darf den Begriff nicht zu leichtfertig verwenden; ich habe nämlich öfters das Gefühl, dass gerne mal von Sucht gesprochen wird, nur weil jemand regelmäßig etwas trinkt. Das ist aber falsch. Es gibt dann noch den Alkoholmissbrauch, dass wäre regelmäßiges oder häufiges Zuviel-Trinken, ohne aber dass eine Abhängigkeit vorliegt.

Nun frage Dich ml selbst. Trinkst Du zu viel? Nein, 0,2 Liter sind wirklich wenig. Damit liegst Du in einem total harmlosen Bereich. Es wird empfohlen, dass Erwachsene pro Tag nicht mehr als 20 g Alkohol zu sich nehmen. Ein Liter Bier hat 40 g. Ein halber Liter hat also 20 g und Deine 0,2 Liter haben 8 g Alkohol. Das ist ok so, da musst Du Dir keine Gedanken machen.

Dass Du vom Bier müde wirst, liegt vielleicht eher am Hopfen als am Alkohol. Sonst würde ja auch Sekt müde machen, tut er aber meistens nicht so. Das müsste also auch mit alkoholfreiem Bier klappen. Aber ich würde wirklich denken, dass Du Dir nicht so viele Gedanken machen solltest. Wenn Dir das kleine Gläschen was bringt, dann trink das auch. So lange Du nicht regelmäßig über die oben beschriebenen 20 g kommst, ist es harmlos.

» Zitronengras » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »


Ich gebe Zitronengras insofern Recht, als dass die Menge, die du trinkst, noch lange nicht bedenklich ist. Aber es könnte durchaus der Anfang von etwas Bedenklichem sein. Meiner Meinung nach, sollte man es immer kritisch sehen, wenn man regelmäßig etwas verwendet, um besser einschlafen zu können. Wenn man ohne Hilfsmittel nicht schlafen kann, stimmt doch etwas nicht. Dann muss man herausfinden, warum man nicht gut einschlafen kann anstatt das Problem mit dieser leichtfertigen Lösung zu kaschieren. Und als Hilfsmittel würde ich dann lieber etwas wählen, was wirklich harmlos ist. Also Sport oder eine heiße Milch. Aber selbst so harmlose Dinge wie Milch sollte man nicht jeden Abend brauchen.

Also an deiner Stelle würde ich es mir nicht so gemütlich machen in dem Glauben, dass ein kleines Bier jeden Abend kein Problem ist. Ich würde auf jeden Fall immer mal wieder eine Pause einlegen. Ich würde es auch als enorm störend empfinden, wenn man so ein Hilfsmittel zum Einschlafen braucht. Was ist, wenn man mal vergessen hat, welches zu kaufen? Dann ist man gleich aufgeschmissen und wälzt sich unzufrieden im Bett hin und her.

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» Bienenkönigin » Beiträge: 9448 » Talkpoints: 19,93 » Auszeichnung für 9000 Beiträge



Das eine kleine Bierchen hört sich zwar sehr harmlos an, ist es aber nicht. Man fühlt sich immer auf der sicheren Seite, weil man unter allen Grenzwerten liegt. Tatsächlich liegt die Suchtgefahr bei dem täglichen Feierabendbier aber in der Regelmäßigkeit. Schon nach relativ kurzer Zeit ist der Feierabend im Kopf untrennbar mit dem Bier verknüpft und man braucht dieses Bier plötzlich, um wirklich abschalten zu können. Das hört sich komisch an, aber mein Großvater hatte dieses Problem. Auch er hat jeden Abend ein Bier getrunken. Dann hat er es eines Abends aus irgendwelchen Gründen mal nicht getrunken und wirklich leichte Entzugssymptome gehabt. Das hat ihn sehr erschreckt, sodass er es fortan weg gelassen hat bzw. es nicht mehr regelmäßig trank.

» SonjaB » Beiträge: 2710 » Talkpoints: 6,28 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



Es ist schwierig hier klar eine Meinung zu haben. Ich finde, dass es schon ein Anfang sein kann. Zu Gute kann man dir halten, dass es vom Umfang her sehr wenig ist, was du zu dir nimmst, schlecht ist aber die Regelmäßigkeit. Du verbindest zudem etwas Gutes mit dem Alkohol, du kannst ja dadurch scheinbar besser schlafen. An deiner Stelle würde ich mal versuchen es einen Tag weg zu lassen. Wenn es dir dann etwas ausmacht, solltest du wahrscheinlich eher wieder zu alten Gewohnheiten zurück kehren und weniger trinken. Bei einer Sucht ist es so, dass man nicht mehr darauf verzichten kann, Ausreden erfindet, dass man es wieder tun kann und so weiter, darauf musst du eben achten.

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» Ramones » Beiträge: 47758 » Talkpoints: 8,52 » Auszeichnung für 47000 Beiträge


Es kommt doch nicht darauf an wie viel Bier da getrunken wird. In dem beschriebenen Fall trinkt man es doch, weil man sich danach gut fühlt und besser einschlafen kann. Und da beginnt die Suchtfalle schon. Denn der Körper gewöhnt sich daran und nach einiger Zeit reicht eben das eine Glas nicht mehr um die gewünscht Wirkung zu erzielen. Das ist ein ähnlicher Effekt wie bei bestimmten Medikamenten, wo man in bestimmten Abständen die Dosis erhöhen muss, damit die Wirkung auf den Körper erhalten bleibt.

Es werden also irgendwann mal zwei Gläser werden und damit hat die Spirale begonnen. Der nächste Punkt ist dann, dass man ohne das gewohnte Bier gar nicht mehr entspannen kann, sondern eher eine gewisse Anspannung verspürt und man überlegt, wo man auf die Schnelle noch ein paar Flaschen bekommt.

» Punktedieb » Beiträge: 17970 » Talkpoints: 16,03 » Auszeichnung für 17000 Beiträge


Es ist hierbei völlig uninteressant was man an Alkohol trinkt und auch die Menge. Für eine eventuelle Sucht müssen zur gleichen Zeit mindestens zwei Suchtauslöser zusammen kommen. Personen die in der Regel sehr labil sind sollten auf keinen Fall täglich Alkohol trinken, denn hier treffen beispielsweise zwei Suchtauslöser zusammen. Es gibt allerdings aus medizinischer Sicht mindestens 150 Suchtauslöser. Treffen diese Auslöser nicht zusammen besteht auch keine Gefahr.

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» karlchen66 » Beiträge: 3563 » Talkpoints: 51,03 » Auszeichnung für 3000 Beiträge



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