Wie würdet ihr mit einer schlimmen Krankheit umgehen?

vom 12.02.2014, 18:35 Uhr

Ich bewundere oft Menschen mit schlimmen Krankheiten, wie sie damit umgehen können. Ich selber weiß gar nicht wie ich reagieren würde, wenn ich zum Beispiel ein Karzinom diagnostiziert bekommen würde. Es gibt Menschen, die so unglaublich stark damit umgehen können, das man ihnen kaum etwas anmerkt. Meine weilt würde sicher völlig zerbrechen. Was meint ihr, wie es euch gehen würde, würdet ihr aufgeben oder kämpfen, wärt ihr am Boden zerstört das es alle merken würden, oder würdet ihr es für euch behalten?

» laraluca » Beiträge: 1068 » Talkpoints: 9,76 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



So etwas kann man ja nicht vorher sagen. Man kann Annahmen machen, aber mehr auch nicht. In der Verwandtschaft meines Partners hat jemand vor ungefähr einem Jahr sein Todesurteil gesagt bekommen. Meinem Partner war dies klar, aber zugegeben hat die Person das nie komplett, er hat immer nur das gestanden, was offensichtlich war. Dennoch hat er gekämpft obwohl das keiner erwartet hätte, weil er sonst eigentlich kein Kämpfer ist.

Es kommt sicherlich auch darauf an. Besteht noch Hoffnung kämpft man, besteht keine gibt man wohl eher auf. Dennoch hat man auch immer den Druck der Freunde und Verwandten im Nacken, die man ja nicht im Stich lassen will.

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» Ramones » Beiträge: 47758 » Talkpoints: 8,52 » Auszeichnung für 47000 Beiträge


Diese Frage mag als Gedankenspiel ganz interessant sein, aber ich kann mir absolut nicht vorstellen, wie ich reagieren würde, wenn man mir eines Tages sagt, dass ich höchst wahrscheinlich nicht mehr lange leben werde. So direkt und unmittelbar mit der eigenen Endlichkeit konfrontiert zu werden, wirft wohl jeden Menschen erst mal aus der Bahn. Jedenfalls bin ich mir ziemlich sicher, dass ich es nicht schaffen würde, so zu tun, als wäre nichts. Es ist ja auch sinnlos, solche Neuigkeiten für sich zu behalten.

Ich glaube auch nicht, dass es einen idealen Königsweg gibt, mit solchen existenziellen Fragen umzugehen. Nur, weil man manchen schwer kranken Menschen emotional nicht viel anmerkt, heißt es ja noch lange nicht, dass sie souverän und locker damit klar kommen, dass sie Weihnachten wohl nicht mehr erleben werden. Viele Leute sind ja Meister im Verdrängen oder verstellen sich, um es ihren Mitmenschen und Angehörigen leichter zu machen. Letzten Endes hängt es wohl vom Charakter des Einzelnen ab. Manche springen schon bei einer vorläufigen Verdachtsdiagnose aus dem Fenster, andere sind fest entschlossen, die noch verbleibende Lebenszeit so gut wie möglich zu nutzen und mit den Menschen zu verbringen, die sie lieben.

» Gerbera » Beiträge: 11346 » Talkpoints: 56,04 » Auszeichnung für 11000 Beiträge



Ich denke nicht, dass es überhaupt jemanden gibt, der gut mit einer schweren Krankheit umgehen kann. Man kann natürlich versuchen es herunterzuspielen und vorgeben das man damit super umgeht. Dennoch hat jeder der von einer schweren Krankheiten betroffen ist seine schwachen Momente. Und das nicht zu wenige. Für Außenstehende mag es vielleicht so aussehen, dass man mit seiner Krankheit oder der Krankheit eines Verwandten gut umgehen kann, aber sobald die Tür geschlossen wird und man unter sich ist kommen Zweifel und mitunter die eine oder andere Tränen. Und beinahe täglich die Frage "Warum ich??".

Ich habe hier im Forum schon einmal erwähnt, dass mein Sohn mit einen Geburtsfehler zur Welt kam. Ich persönlich bin nicht gerade eine starke Person und nach den Stress mit der Geburt und allem bin ich im Krankenhaus, als sie ihn in seinem Inkubator von uns genommen haben, in Tränen ausgebrochen. Und ich schäme mich dafür in keinster Weise. Mein Freund war der Starke von uns und hat mich immer wieder ermutigt, dass alles gut wird. Und obwohl er im Krankenhaus immer den Starken markiert hat, hat auch er, wenn wir allein waren ein paar Tränen herausgebracht. So etwas ist einfach ein harter Schlag den man nicht erwartet.

Ich erinnere mich noch gut als er auf der Intensiv lag. Dort war ein weiteres Baby mit einem ähnlichen Krankheitsbild. Ein kleines Mädchen. Wir verstanden uns recht gut mit den Eltern. Eines Nachts, als wir gemeinsam mit unseren Babys dort saßen, fragte sie die Krankenschwester "Why her? Was it something I ate? Was it something I drunk? Was it something I did?". Woraufhin die Krankenschwester antworte "No, just bad luck.". ("Warum sie? War es etwas das ich aß? War es etwas das ich trank? War es etwas das ich tat?", "Nein, einfach nur Pech"). Ich werde die Kleine und ihre Familie niemals vergessen und auch dieser Abend und Satz wird für immer in Erinnerung bleiben.

» xZombieKitten » Beiträge: 538 » Talkpoints: 13,88 » Auszeichnung für 500 Beiträge



Ich denke, dass jeder Mensch anders mit so einer schlimmen Diagnose, über eine schlimme Krankheit, umgeht. Ich habe zum Beispiel mitbekommen, wie meine Schwiegermutter und mein Opa mit der Diagnose einer schlimmen Krankheit umgegangen sind und beide Parteien sind total unterschiedlich mit der schlimmen Krankheit umgegangen. Mein Opa zum Beispiel hat bis zum Ende niemanden erzählt, dass er eine schlimme Diagnose bekommen hat und eine schlimme Krankheit hatte.

Er wusste letztendlich auch, dass ihm nicht mehr wirklich geholfen werden kann und anscheinend wollte er sich auch nicht gegen die schlimme Krankheit behandeln lassen. Er wollte es nicht einmal versuchen. Ich würde nun einfach mal behaupten, dass er die schlimme Krankheit alleine mit sich ausgemacht hat, ohne irgendwem davon zu erzählen und schon aufgegeben hat. Er hat seine letzten Tage noch genossen und selbst wir, als Familienmitglieder haben bis zum Schluss nichts mitbekommen­. Ich finde zum Beispiel, dass es keine schöne Art ist, mit seiner schlimmen Krankheit umzugehen.

Meine Schwiegermutter hat auch eine schlimme Diagnose bekommen und sie ist ganz anders mit der schlimmen Krankheit umgegangen. Sie war am Anfang natürlich schockiert, dass so eine schlimme Krankheit bei ihr festgestellt wurde. Aber sie hat sich schnell damit abgefunden und auch darüber geredet. Sie hat die Familienmitglieder in Kenntnis gesetzt und hat sich auch behandeln lassen.

Letztendlich ist sie ganz offen mit der ganzen Sache umgegangen und ich persönlich finde, dass das auch die Art und Weise wäre, wie ich mit einer schlimmen Krankheit umgehen würde. Meine Schwiegermutter hat sich versucht nicht unterkriegen zu lassen und hat bis zum Schluss gekämpft. Was ich persönlich auch sehr tapfer finde und heute noch vor ihr den Hut ziehen würde.

» kai0409 » Beiträge: 3345 » Talkpoints: 72,64 » Auszeichnung für 3000 Beiträge


Ich denke, dass ich ehrlich gesagt keine großen Probleme damit haben würde, wenn ich eine schwere Krankheit haben würde und wüsste, dass mein Leben auf dem Spiel steht. Möglicherweise sagt es sich aber auch nur so leicht und ich werde dennoch anders reagieren, wenn ich dann wirklich mal was haben sollte. An sich aber stelle ich mir das nicht so schlimm vor, denn das ist der natürliche Lauf des Lebens, die Natur selektiert nun mal aus und wenn ich an einer Krankheit sterbe, die nicht geheilt werden kann, ist die Wahrscheinlichkeit vielleicht geringer, dass nach mir auch Menschen an der gleichen Krankheit sterben, weil ich diese dann nicht weitervererben kann.

Schlimm für mich wäre die Tatsache, nicht mehr arbeiten gehen zu können und zu Hause sitzen bleiben zu müssen, dass würde mir so gar nicht gefallen. Ich denke, dass ich dann wahrscheinlich etwas deprimiert wäre. Das wäre für mich das schlimmste an einer Krankheit, sich nicht mehr bewegen zu können und nicht mehr selbstständig sein zu können. Alles andere stelle ich mir weniger schlimm vor, ich denke schon, dass ich auch darunter leiden würde, aber ich würde das Beste daraus machen. Letztendlich ist das auch das einzige,w as einem bleibt, man kann sich aussuchen, was man aus der Krankheit macht, entweder man vegetiert vor sich hin und fördert den Prozess nur noch oder aber man macht das Beste raus und ignoriert die Krankheit weitgehendst.

» Crispin » Beiträge: 14916 » Talkpoints: -0,43 » Auszeichnung für 14000 Beiträge


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