Vertraut ihr den Ratschlägen in eurer Apotheke?
Ich habe jetzt leider schon mehrmals den Fehler gemacht, dass ich auf Ratschläge eingegangen bin, die ich in der Apotheke bekommen habe und musste das auch bereuen. Meistens hat es sich um keine großartigen Sachen gehandelt, aber es nervt einen natürlich trotzdem. Diesen Winter beispielsweise hatte ich eine ziemlich heftige Bronchitis und hatte die ganze Nacht über immer furchtbaren Reizhusten. Ich war dann auch beim Arzt und habe ziemlich gute Tropfen dagegen bekommen. Die haben aber nicht so lange gehalten und die Nebenwirkungen der Tropfen waren auch nicht so ohne, so dass ich beschlossen habe, mir kein zweites Rezept zu holen, sondern einfach mal in der Apotheke nachzufragen, ob man mir ein anderes Mittel gegen Reizhusten empfehlen könnte.
Ich habe dann dort einen ziemlich teuren Hustensaft gegen Reizhusten empfohlen bekommen, der angeblich helfen sollte. Das war vermutlich auch schon der teuerste, denn sie da hatten. Ich habe den Saft gekauft, weil ich gehofft hatte, dass er auch was taugt, aber er brachte rein gar nichts, da waren die Hustenbonbons aus dem Aldi ja besser. Im Nachhinein musste ich dann doch zum Arzt und dieser hat schon ziemlich geschmunzelt, als ich ihm gesagt habe, was man mir da verkauft hat. Solche pflanzlichen Mittel, meinte er, würden nur sehr sehr langsam helfen und bei einem akuten Reizhusten wäre das absolut gar nichts.
Ich habe dann vor kurzem auch Antibiotika nehmen müssen und wie ja viele auch wissen, ist danach erstmal die Darmflora kaputt und muss sich regenerieren. Ich hatte während der Zeit aber Klausurenphase und hatte keine große Lust auf Durchfall, Blähungen und andere Probleme, deswegen wollte ich mir in der Apotheke ein Präparat holen, was etwas hilft, die Darmflora wieder aufzubauen und den Vorgang etwas beschleunigt, damit ich nicht zu sehr darunter leiden muss. Die Apothekerin schien mein Problem auch sofort erkannt zu haben, den kaum habe ich gesagt, was ich will, lief sie sofort zu einem Schränkchen und brachte mir ein kleines Gläschen mit Pillen.
Ich habe mir jetzt nicht groß was dabei gedacht, immerhin denkt man ja, dass die Pharmazeuten in der Apotheke auch Ahnung haben. Oft ist es ja das Problem, dass in den Apotheken eben nicht nur Pharmazeuten, sondern auch andere Aushilfen arbeiten und die haben eben manchmal nicht so viel Ahnung von dem, was sie tun. Ich habe dann das Präparat gekauft und auch eingenommen. Zum Glück habe ich in meinem näheren Bekanntenkreis eine Pharmazeutin, die gerade promoviert und an die ich mich meistens auch wende, wenn ich irgendwelche Probleme habe. Als Laie informiert man sich meistens ja auch nicht immer, wenn man in die Apotheke geht, in dem Fall wäre es vielleicht besser gewesen, dann hätte ich gewusst, dass das Präparat mir rein gar nichts gebracht hat.
Erst später dann habe ich in der Werbung der Apotheke gesehen, dass dieses Mittel, was man mir verkauft hat, gerade im Angebot war und da habe ich mich gefragt, ob es daran lag, dass die Apothekerin sofort losgehetzt ist und es mir gebracht hat. Auf jeden Fall aber war es absolut nicht das richtige in meinem Fall und ich war später auch ziemlich sauer, dass die Apotheker teilweise so unfähig sind und es nicht auf die Reihe bekommen, einen Kunden auch richtig zu beraten. Wenn man da ist, hat man immer das Gefühl in guten Händen zu sein, weil die meisten Apotheker auch sehr schnell eine Antwort auf das Problem haben, was man gerade hat, aber wenn man sich dann im Nachhinein informiert, dann ist es meistens doch Quatsch. Und das schlimme an der Sache ist, dass ich die meisten Sachen davon gar nicht erst erfahren hätte, wenn ich nicht eine fähige Pharmazeutin in meinem Bekanntenkreis hätte.
Wie ist das bei euch, vertraut ihr generell auf den Rat, den ihr von Apothekern bekommt, beispielsweise kauft ihr die Mittel, die man euch dort empfiehlt und verkauft? Für gewöhnlich gehe ich natürlich auch lieber zum Arzt, aber wenn es etwas ist, was nicht so schlimm ist, dann vermeide ich es generell lieber, mir einen Termin beim Arzt zu machen, weil ich weiß, dass mir dort wieder etliche Stunden im Wartezimmer bevorstehen, nach denen ich wahrscheinlich kranker bin, als vorher.
Letztendlich fühle ich mir in der Apotheke meines Vertrauens sehr gut aufgehoben. Natürlich musste ich auch schon erleben, wie die Apotheker versuchen Umsatz aus ihren Verkäufen zu schlagen, weshalb die Apotheker versuchen, einem das teuerste Arzneimittel aufzuschwatzen, was es in der Apotheke nur gibt. Weshalb ich mich auch nach einer Apotheke meines Vertrauens umgeschaut habe und ich habe sie letztendlich auch gefunden. Dort wird nicht nur nach Umsatz und Kapital beraten, sondern es wird einen auch günstigere Medikamentenvarianten vorgestellt, die vielleicht keinen bekannten Namen besitzen, aber das Medikament dieselbe Wirkung hat, wie zum Beispiel ein Medikament, was einen bekannten Namen trägt und ständig in der Werbung zu sehen ist.
Zu dem ist die Apotheke meines Vertrauens auch kinderfreundlich, nett und kompetent. Eigentlich gehe ich immer zum Arzt, wenn ich ein Medikament benötige. Aber manchmal habe ich keine Zeit zum Arzt zu gehen, weshalb mir die Apotheke dann aushelfen muss. Wenn ich mich beraten lasse in der Apotheke und denen meine Probleme schildere, bekomme ich eigentlich zu Antwort, dass es doch besser sei, wenn ich einen Arzt aufsuche, der mich dann untersuchen kann.
Aber trotz all dem bekomme ich kompetente Beratung und das richtige Mittelchen gehen meine Wehwehchen. Auch, wenn ich an einem Samstagmorgen Medikamente für meine Kinder benötige und auf einem Samstag einfach kein Kinderarzt bei uns in der Umgebung greifbar ist, fühle ich mich in der Apotheke auch sehr gut aufgehoben. Natürlich wird mir auch dort geraten in ein Krankenhaus zu fahren, damit das Kind von einem Kinderarzt untersucht wird, aber meist reicht es, wenn ich meinen Kindern Medikamente hole und bei keiner Besserung am Montag zu unserem Kinderarzt gehe.
Aber solche krassen Fehlberatungen habe ich nun noch nicht erlebt. Also teure Medikamente wurden mir auch schon aufgeschwatzt, aber die falschen Medikamente habe ich noch nicht bekommen. Bis jetzt waren zwar die Medikamente aus irgendeiner Apotheke teurer, als die Medikamente aus der Apotheke meines Vertrauens, trotz all dem haben alle Medikamente geholfen und die Beratung war auch einigermaßen gut.
Ich lasse mich gelegentlich in der Apotheke beraten und habe bisher kaum negative Erfahrungen gemacht. Es gab aber schon Unterschiede in der Qualität der Beratung. In manchen Apotheken wurde ich sehr ausführlicher beraten, während andere Apotheker(innen) etwas kurz angebunden sind.
Aufgrund meiner überwiegend positiven Erfahrungen mit Apotheken würde ich jederzeit wieder dort Ratschläge holen bzw. Medikamente kaufen. Bei wichtigen Angelegenheiten hole ich mir aber lieber noch eine zweite Meinung ein. Und bei ernsthaften Erkrankungen gehe ich immer zum Arzt, hier würde ich mich nicht alleine auf den Rat einer Apotheke verlassen.
Wenn ich allerdings solche Fehlberatungen erlebt hätte, wie du oben beschrieben hast, würde ich auf jeden Fall eine andere Apotheke aufsuchen.
Ich habe da schon sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht.
Die Apotheke an der Ecke, zu der ich früher immer ging und bei der ich mich eigentlich ganz gut aufgehoben fühlte, hat vor gut zwei Jahren den Namen gewechselt und gehört jetzt wohl zu so einer Art Kette. In der Auslage wird da neuerdings mit teuren Lifestyle und angeblichen Anti-Aging-Produkten geworben. Die wenigen Male, die ich seitdem mal dort etwas kaufte, war ich sehr unzufrieden mit der Beratung. Auf die Frage, was beispielsweise das günstigste Antiallergikum / Analgetikum sei, das sie vorrätig hätten, gab man mir ganz gezielt falsche Antworten. Als ich dann noch mal gezielt nach einer bestimmten Marke fragte oder sie im Regal ganz versteckt selbst entdeckte, gab man den "Irrtum" nicht einmal zu, sondern schob mir noch den schwarzen Peter zu. Ich habe mich eben unverständlich ausgedrückt.
Da ich in einer neuerdings sehr touristischen Gegend mit vielen Hostels und Hotels wohne, wird die Apotheke auch von vielen Touristen frequentiert. Wenn ich in der Schlange manchmal mitbekam, wie die dort abgezockt und verarscht wurden, hätte ich mich am liebsten eingemischt. Grundsätzlich werden ihnen nur die teuersten und oft auch völlig unnötigen Produkte aufgeschwatzt. Wenn dann blutjunge nicht gerade übermäßig wohlhabend aussehende Rucksacktouristen im gebrochenen Deutsch oder Englisch um Hilfe bitten und dann so schamlos ausgenutzt werden, schäme ich mich richtig fremd.
Was ich auch gemerkt habe: Je mehr man fragt, desto mehr bekommt man auch angedreht. Das gilt sicher für die meisten Apotheken. Am besten ist es, schon genau zu wissen, was man will. Ich informiere mich da lieber vorher im Internet. Dass ein Apotheker mal wirklich über Gegenanzeigen, Wechsel- oder Nebenwirkungen informiert, wie es ja so schön in jeder Fernsehwerbung heißt, habe ich bisher übrigens nur äußerst selten erlebt.
Abgesehen von durch den Arzt ausgestellten Rezepten kaufe ich frei verkäufliche Medikamente in letzter Zeit fast nur noch bei zertifizierten Internet- Apotheken. Auf die Beratung bzw. Irreführung, die ich in letzter Zeit in Apotheken erlebte, kann ich gut und gerne verzichten. Mir scheint es da zunehmend auch nur noch um schnellen Profit zu gehen. Auch das Argument, bei denen über das Internet vertriebenen Produkte handle es sich häufig um Medikamentenfälschungen, schreckt mich nicht wirklich ab. In einem Fernsehbericht habe ich einmal gesehen, dass Apotheker ihre Waren auf genau die gleiche Weise beziehen und sie vor dem Verkauf in der Apotheke auch nicht noch einmal auf eventuelle Fälschungen überprüfen. In der Konsequenz heißt das, dass ein Apotheker auch nicht für die Sicherheit und Wirksamkeit der von ihm angebotenen Medikamente bürgen kann. Warum sollte ich also mehr Geld für etwas ausgeben, wenn ich dafür weder eine bessere Beratung noch eine qualitativ hochwertigere Ware bekomme?
Ich habe generell immer ein gewisses Vertrauensproblem, wenn es darum geht, dass ich jemandem mein Geld geben soll. Ich höre da dann gern eine zweite Meinung zu und lese auch vieles im Internet nach. Ich habe in Apotheken bisher auch wirklich gute Ratschläge und Hinweise bekommen, in anderen hatte ich das Gefühl, dass man mir das Geld aus der Tasche ziehen will. Das Gefühl mag ich nicht und meist mache ich dann dicht. Womit ich zumindest in einem Fall aber auch wieder Unrecht hatte, weil ich eine Zeit später von meiner Hausärztin den gleichen Tipp bekam und letztlich hat es dann tatsächlich geholfen.
Ich habe bei unserer Apotheke immer das Gefühl gehabt, dass ich gut beraten wurde und hatte nicht das Problem, dass ich etwas bekommen hätte, was mir nicht geholfen hat. Natürlich sollte man sich schon eine ärztliche Meinung einholen, wenn man schlimmere Sachen hat und wenn man kein Vertrauen hat, sollte man die Apotheke wechseln. Bei meiner Apotheke bekommt man auch Produkte, die man kaufen wollte, günstiger in der Hausmarke der Apotheke. Zudem bekommt man auch Nebenwirkungen gesagt und es werden Fragen gestellt, man kommt sich nicht so verloren vor und wird gut beraten. Ich habe schon oft empfohlene Produkte gekauft und diese haben mir auch geholfen.
Crispin hat geschrieben:Diesen Winter beispielsweise hatte ich eine ziemlich heftige Bronchitis und hatte die ganze Nacht über immer furchtbaren Reizhusten. Ich war dann auch beim Arzt und habe ziemlich gute Tropfen dagegen bekommen. Die haben aber nicht so lange gehalten und die Nebenwirkungen der Tropfen waren auch nicht so ohne, so dass ich beschlossen habe, mir kein zweites Rezept zu holen, sondern einfach mal in der Apotheke nachzufragen, ob man mir ein anderes Mittel gegen Reizhusten empfehlen könnte.
Da bist du aber selber Schuld, denn nicht umsonst sind Arzneimittel, die du ohne Rezept erhalten kannst nur maximal apothekenpflichtig und nicht verschreibungspflichtig. Gerade bei Reizhusten bist du bei den frei verkäuflichen Mitteln schnell an Grenzen gestoßen, denn es gibt nicht wirklich viele Mittel. Zudem helfen die auch nur bedingt und sind keinesfalls so stark wie deine Codeintropfen oder was du eben auf Rezept verordnet bekommen hast. Vielleicht hättest du einfach erwähnen müssen, dass du bereits Hustentropfen verschrieben bekommen hast und diese nun leer sind. Dann hätte der Apotheker dir bestimmt weder einen pflanzlichen Hustensaft verkauft noch vermutlich etwas Chemisches, denn an die Wirkung der verschreibungspflichtigen Arzneimittel gegen Husten kommt eben kein frei verkäufliches Mittel.
Crispin hat geschrieben:Ich habe dann dort einen ziemlich teuren Hustensaft gegen Reizhusten empfohlen bekommen, der angeblich helfen sollte. Das war vermutlich auch schon der teuerste, denn sie da hatten.
Ich denke da übertreibst du auch ziemlich, denn umsonst gibt es eben nichts und so teuer kann der Hustensaft gar nicht gewesen sein. Ich schätze mal so sieben bis neun Euro. Das ist normal. Du bist nur in Rage und siehst alles nur schwarz.
Crispin hat geschrieben:Ich habe dann vor kurzem auch Antibiotika nehmen müssen und wie ja viele auch wissen, ist danach erstmal die Darmflora kaputt und muss sich regenerieren... Die Apothekerin schien mein Problem auch sofort erkannt zu haben, den kaum habe ich gesagt, was ich will, lief sie sofort zu einem Schränkchen und brachte mir ein kleines Gläschen mit Pillen... Ich habe mir jetzt nicht groß was dabei gedacht, immerhin denkt man ja, dass die Pharmazeuten in der Apotheke auch Ahnung haben.
Was war denn das Problem? Im Prinzip gibt es bei solchen Aufbaupräparaten keine Probleme, außer dass sie nicht wirken oder vielleicht auch gerade die Probleme verstärken, wenn du eine Unverträglichkeit gegen einen Bestandteil hast. Vielleicht hast du auch hier Informationen zurück gehalten, die wichtig für eine gute Beratung gewesen wären.
Crispin hat geschrieben:Oft ist es ja das Problem, dass in den Apotheken eben nicht nur Pharmazeuten, sondern auch andere Aushilfen arbeiten und die haben eben manchmal nicht so viel Ahnung von dem, was sie tun.
Und sorry, du hast keine Ahnung vom Apothekenpersonal, vorausgesetzt du wohnst in Deutschland, denn woanders kenne ich mich nicht aus. In Apotheken findest du im Verkauf von Medikamenten nur Apotheker. Die haben studiert und wissen, wovon sie sprechen. Zudem findest du dort auch PTAs, die zwar nicht studiert haben, die aber eine sehr gute Ausbildung genossen haben, zum pharmazeutischen Personal gehören und ebenfalls sehr viel Ahnung von dem haben, was sie verkaufen, denn sonst dürften sie es nicht. PKAs, die du vielleicht als "Aushilfen" bezeichnest (denn Aushilfen gibt es in Apotheken nicht, außer du meinst vielleicht Praktikanten), dürfen nicht im Verkauf tätig sein, wenn es nicht um Kosmetikartikel und dergleichen geht, sondern um Arzneimittel. Insofern verkauft dir nur pharmazeutisches Personal etwas, die allesamt etwas von ihrem Beruf verstehen sollten.
Klar wird es schwierig für einen Apotheker, wenn der Kunde nicht richtig erklärt, was er möchte oder was er bereits unternommen hat, seine Beschwerden zu lindern. Zudem sollte er auch sonst vielleicht etwas mehr sagen als zu wenig, denn so kann auch der bestausgebildete Apotheker nicht das passende Medikament für den Kunden finden, wenn zum Beispiel Unverträglichkeiten verschwiegen werden oder nicht gesagt wird, dass man bestimmte Präparate nicht verträgt. Da bist du wohl wirklich selber Schuld gewesen und solltest nicht so auf die Apotheken schimpfen.
Wow, Nettie, das war aber eine Standpauke! Ich wollte nur betonen, dass ich in meiner Apotheke bisher noch nicht enttäuscht wurde. Wenn ich etwas suche, dann sehe ich im Internet nach was es ungefähr kostet und wie es wirkt oder eben nicht. Dann spreche ich den entsprechenden Mitarbeiter in der Apotheke an und frage ihn genau und sage ihm, wofür ich es haben möchte. Dann empfiehlt man mir mehrere oder nur ein Medikament und ich bekomme genaue Anweisung.
Es ist mir einmal passiert, dass ich mich nach etwas aus der Werbung erkundigt habe. Der Apotheker hat mir gesagt, dass es sehr teuer ist - es waren so ungefähr 40 bis 50 Euro - und dass ich das Geld nehmen sollte und ihm persönlich geben, dann würde wenigstens er sich freuen, denn die Wirkung des Medikaments wäre gleich Null. Er hätte also verdienen können, hat mir aber die Wahrheit gesagt, was ich fair fand. Ein anderes Mal hat mir meine Ärztin auf Privatrezept eine Salbe verschrieben, die die Krankenkasse nicht bezahlte. Als ich ihm das Rezept gab sah er mich an und sagte, dass man mir aber das teuerste Medikament aufgeschrieben hätte. Er holte eine andere Tube der Salbe und sagte mir, dass die Salbe die gleichen Inhaltsstoffe hätte und auch die Wirkung, nur sehr viel billiger wäre. Das stimmte auch.
Ich fand die Beratung wirklich gut. Auch in anderen Dingen bin ich bisher dort immer klar gekommen. Ich kann also nicht sagen, dass man mich über den Tisch ziehen wollte.
Normalerweise lasse ich mich nicht unbedingt beraten, sondern weiß genau, was ich will. Das hat unter anderem mit stark negativen Beratungen zu tun. Beim ersten Mal hatte ich ein Rezept von meinem Arzt für ACC 600, was damals noch verschreibungspflichtig war. Wie vielleicht bekannt ist, ist dies ein Schleimlöser. Außerdem war ich auch schon damals offensichtlich erwachsen.
Die Apotheke hatte das Mittel mal wieder nicht vorrätig. Sie wollte mir stattdessen ein anderes Produkt geben und fragte, ob ich damit einverstanden bin. Ich sah es mir an: Es war ein hustenstillendes Mittel für Kleinkinder! Ich gab es ihr zurück und nannte ihr andere Mittel, die ebenfalls den Wirkstoff von ACC enthalten. Da mein Arzt mich damals so ziemlich alle Generika dieses Wirkstoffs ausprobieren ließ, kannte ich viele Produktnamen. Die Apothekerin meinte nur, das von ihr empfohlene Produkt sei doch das gleiche. Da reichte es mir und ich ließ sie beim Arzt anrufen, der sie offensichtlich zusammenstauchte. Das Ende vom Lied war, dass das mein letzter Besuch in dieser Apotheke war, denn ich war es nebenbei leid, dass sie tatsächlich nie die Medikamente vorrätig hatten, nicht mal die gängigen.
Letztens war ich dann in unserer neuen "Haus-"Apotheke. Ich bin dort etwa alle zwei Wochen, weil unser Haushalt inzwischen etwas größer und einer von uns chronisch krank ist. In dieser Apotheke fühle ich mich eigentlich gut aufgehoben und es ist unter anderem bekannt, dass wir nicht in der Stadt wohnen, sondern in einem der angrenzenden kleinen Dörfer.
Ich habe mich dort letztens nach einer Alternative zu meinem Allergiemittel Cetirizin beraten lassen, denn zeitweise wirkte dies nicht mehr so, wie ich es gewohnt war. Die Apothekerin nahm sich Zeit und empfahl mir schließlich ein anderes Mittel. Glücklicherweise nahm ich erst einmal nur eine kleine Packung. Zu Hause las ich mir dann erst den Beipackzettel durch und dies war eine gute Entscheidung.
In diesem Zettel stand nämlich unter anderem drin, dass man nach Einnahme des Medikaments nicht mehr Auto fahren darf für 24 Stunden, weil es stark müde macht und die Reaktionszeit herabgesetzt wird. Ich war total perplex. Wenn ich es tatsächlich im Laden noch genommen hätte, wie mir die Apothekerin angeboten hatte, wäre ich danach nicht mehr fahrtauglich gewesen! Hätte ich einen Unfall gehabt, wäre ich Schuld gewesen! Ich hätte mich sogar strafbar gemacht!
Ich war sehr sauer und schmiss die Packung weg. Das war definitiv meine letzte Beratung in einer Apotheke. Dass einmal noch eine Beratung in die Hose ging, weil ich bei der Salbe auf einen der Inhaltsstoffe allergisch reagierte, kreide ich dagegen niemandem an, denn die Allergie war vorher nicht bekannt.
Cid hat geschrieben:Wow, Nettie, das war aber eine Standpauke!
Es sollte eigentlich gar keine Standpauke sein, aber mich hat einfach diese Verallgemeinerung gestört und geärgert. Ich arbeite selber in einer Apotheke und habe auch verschiedene Kundentypen über die ich mich hin und wieder ärgere oder wundere. Manche davon bekommen einfach den Mund nicht auf und erzählen einem nur die Hälfte. Da kann der Apotheker oftmals auch nicht das nachfragen, was er wissen müsste, um den Kunden am besten beraten zu können. Trotzdem versucht er natürlich das beste Präparat für seinen Kunden zu finden.
Oftmals sind es dann aber auch genau diese Kunden, die dann verärgert nach Hause gehen (vielleicht so wie Crispin?) und sich schlecht beraten fühlen. Wenn dann das Medikament auch nicht (gleich) so anschlägt, wie es der Kunde erwartet oder wünscht, dann ist natürlich immer gleich der Apotheker (oder wahlweise die PTA) Schuld, der/die das Präparat verkauft hat.
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