Würde Euch das System der österreichischen E-Card zusagen?

vom 27.01.2014, 21:08 Uhr

In Österreich kann man nur mehr mit e-Card zu den Ärzten gehen, die einen Kassenvertrag haben. Sie hat die Größe einer Kreditkarte und einen eingebauten Speicherchip. Bei jedem Arztbesuch ist die Karte in der Arztpraxis ins Lesegerät zu stecken, das mit dem Computer verbunden ist. Auf der E-Card sind die wichtigsten Fakten gespeichert und alle Arztbesuche. Die Rückseite ist blau und die Europäische Krankenversicherungskarte!

Würde Euch das System der österreichischen E-Card in Deutschland zusagen? Ist diese Karte vom Format her praktisch und würde diese Karte Euch auch die Arztbesuche erleichtern? Hättet Ihr Bedenken wegen gewisser Daten oder sind diese für Euch sowieso auf der Karte sicher?

» celles » Beiträge: 8677 » Talkpoints: 4,08 » Auszeichnung für 8000 Beiträge



Ich kenne das aus meiner Zeit als ich dort gelebt habe und ich muss sagen, dass macht vieles einfacher weil man die Daten schneller einsehen und bearbeiten kann und die Informationen die benötigt werden, können abgerufen werden.

Das Ganze ist auf einem Chip gespeichert und daher denke ich, dass es sicher ist, aber das ist ja heutzutage nicht mehr sicher. Was ist denn heute noch geschützt? Wir sind eine gläserne Kugel geworden!

» timbo007 » Beiträge: 950 » Talkpoints: 1,27 » Auszeichnung für 500 Beiträge


Als Österreicherin kann ich zu diesem Thema natürlich praktische Hinweise geben. Ab 2005 hatte die e-card (nach mehrjährigen Feldversuchen ab 1993) die Krankenscheine endgültig abgelöst. Wie mühsam war es doch immer, im Sekretariat des Arbeitgebers um Krankenscheine anzusuchen!

Die e-card hat man ständig bei sich, Urlaubskrankenscheine braucht man im Inland (und teilw. im EU-Ausland) nicht mehr, da diese Karte in ganz Österreich und für alle medizinischen Einrichtungen gilt. Jeweils im Januar des neuen Jahres wird ein Kostenbeitrag dafür vom Arbeitgeber eingezogen (ca. 10,-Euro).

Allerdings gibt es gerade jetzt die große Diskussion, weil ELGA eingeführt wird. Eine elektronische Gesundheitsakte, die vor allem von den Ärzten vehement abgelehnt wird, weil hier sämtliche Patientendaten gespeichert werden, die missbräuchlich von Hackern, Firmen etc. verwendet werden könnten.

Allerdings gibt es seit Beginn der e-card-Einführung sowieso großen Missbrauch, denn darauf gibt es kein Foto und so konnte die gesamte Verwandtschaft von Migranten mit EINER e-card das österr. Gesundheitswesen ausnützen, eine Kehrseite dieser praktischen Einrichtung, weil nicht alle Ärzte einen Lichtbildausweis dazu verlangten.

» Running girl » Beiträge: 9 » Talkpoints: 1,69 »



Datensicherheit ist bei solchen Systemen natürlich immer eine Thema und ich denke, es wird hier auch nie eine hundertprozentige Sicherheit geben können. Mit genügend krimineller Energie und Zeit kann man in jede Datenbank einbrechen und jeden Chip knacken. Man kann nur schauen, dass man der Gefahr von Datenmissbrauch so weit wie möglich entgegenwirkt.

Die Idee an sich ist natürlich gut und so wird sicher Zeit und Geld gespart werden, wenn Untersuchungen nicht mehr doppelt gemacht werden müssen oder wenn man auch einfach darauf verzichten kann bei jedem neuen Arzt einen Fragebogen auszufüllen.

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» Cloudy24 » Beiträge: 27476 » Talkpoints: 0,60 » Auszeichnung für 27000 Beiträge



Problematisch kann es werden, wenn Firmen den Gesundheitsstatus von Jobbewerbern abchecken oder Versicherungen sich über Krankheiten informieren können. Allerdings ist der Gläserne Mensch eh schon längst Realität, ich habe den Verdacht, solche Informationen können sich viele schon längst illegal besorgen. Allerdings kann man sich ja bei ELGA auch abmelden und so nur die Grunddaten der e-card belassen, ich persönlich habe es noch nicht versucht, soll aber mit gewissen Schwierigkeiten verbunden sein.

» Running girl » Beiträge: 9 » Talkpoints: 1,69 »


In Deutschland hat die Krankenversichertenkarte schon lange ein kleines Format. Ein wenig größer als eine Scheckkarte vielleicht. Seit diesem Jahr gibt es auch die neuen Gesundheitskarten, die mit Lichtbild ausgestattet sind und auf der irgendwelche Informationen gespeichert werden sollen.

Das auf den Krankenversichertenkärtchen ein Lichtbild drauf ist, kann ich ja noch verstehen. Wobei man dem wohl auch widersprechen kann und dann eben weiter eine Karte ohne Lichtbild hat. Das Speichern von Daten halte ich allerdings für heikel. Den Dermatologen geht es wenig an, ob ich in dem Quartal schon beim Psychiater war und den Psychiater geht es wenig an, dass ich in dem Quartal schon beim Urologen war.

Auch das Speichern der Krankengeschichte halte ich nur in Ausnahmefällen für sinnvoll. Zum Beispiel wenn man nach einem Unfall in ein Krankenhaus kommt und auf der Karte Allergien gespeichert sind. Ich sehe die Chancen allerdings als gering an, dass in einer solche Situation erst nach der Versichertenkarte gesucht wird. Ansonsten geht es den Dermatologen wenig an, ob eine Frau bereits einen Schwangerschaftsabbruch hatte. Den Augenarzt geht es nichts an, ob der Patient schon mal wegen einer Psychose behandelt wurde oder die Mutter oder der Vater des Patienten durch Suizid verstorben ist.

Danke NSA wissen wir nun alle, dass es kein Problem ist an Daten zu kommen. Die muss man aber nicht gleich auf einer Karte gespeichert mit sich rum tragen.

» XL » Beiträge: 680 » Talkpoints: -0,02 » Auszeichnung für 500 Beiträge


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