Auswirkung von Argon auf menschliche Gewebe

vom 07.01.2014, 05:30 Uhr

Vor einer Weile war in den Nachrichten mal wieder von einem neuen medizinischen Skandal die Rede. Dieses Mal ging es nicht um das Verscherbeln von Spenderorganen oder um Ärztepfusch, was leider oft genug vorkommt. Nein, dieses Mal war davon die Rede, dass ein Chirurg bei Organ-Transplantationen seine Initialen auf die neuen Organe seiner Patienten gemalt oder andersweitig angebracht hatte. Dazu soll er das Gas Argon genutzt haben. Ob Argon das Gewebe verätzt, verbrennt oder einfach nur verfärbt, war den Artikeln damals leider nicht zu entnehmen.

An sich finde ich es schon ziemlich makaber, zum Spaß irgendetwas auf den Organen von Patienten zu hinterlassen, auch, wenn dies so vermutlich niemals wieder jemand zu sehen bekommen dürfte. Außer eben, es wird eine erneute Operation am selben Organ notwendig. Dadurch ist dieser Skandal überhaupt erst ans Tageslicht gekommen.

Aber abgesehen von diesem unlustigen "Scherz" an sich frage ich mich, ob Argon die Gewebe denn schädigt, wenn es aufgetragen wird. Wenn ja, was verursacht es an den betroffenen Organen? Hat dieser seltsame, geschmacklose "Scherz" des Arztes die Menschen tatsächlich gesundheitlich geschädigt? Wurden ihre Organe angegriffen oder der Organismus andersweitig durch diese Aktion geschädigt? Oder basiert der gesamte Skandal hier eher auf dem medizinisch unnotwendigen, irgendwie dreisten Verhalten des Chirurgen, und es handelt sich abgesehen davon allerhöchstens um einen optischen Makel, den die Organe dadurch erhalten haben?

Das würde es natürlich keineswegs besser machen, aber ich frage mich nun schon, was konkret dieses Verhalten für die betroffenen Patienten bedeutet und welche Schäden dabei angerichtet wurden. Auch würde mich interessieren, wie das Anbringen von Initialen mit Argon überhaupt möglich war. Ist Argon nicht eigentlich bloß ein Gas? Auf welche Weise können damit dauerhaft Schriftzüge auf menschlichen inneren Organen hinterlassen werden?

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» Wawa666 » Beiträge: 7277 » Talkpoints: 23,61 » Auszeichnung für 7000 Beiträge



In der Chirurgie werden Argon-Beamer verwendet um Gefäße zu veröden. Argon dient hierbei als Schutzgas, wie beim Schweißen. Schäden im Sinne von Vergiftungen werden nicht verursacht, der größte Schaden ist vor allem der an der Würde des Patienten der quasi wie ein Rind ein Brandzeichen bekommt das ihn als Werk eines selbsternannten Künstlers kennzeichnet.

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» Karteileiche » Beiträge: 259 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 100 Beiträge


Wenn Argon Gefäße veröden kann beziehungsweise dafür sogar gezielt genutzt wird, hinterlässt es dann denn keinerlei Schäden an der Oberflächenstruktur von Organen? Ich weiß als medizinischer Laie nicht, inwiefern die Dicke von einzelnen Gefäßen und die von verschiedenen Organwänden sich unterscheidet, aber könnte die "Außenhülle" eines Organs nicht durchbrochen werden, wenn man mit dem Argonstrahler zu stark darauf ansetzt? Ist diese Haut möglicherweise nicht mehr so belastbar, wie sie es ohne die Brandmarkung gewesen wäre, und könnte vielleicht sogar reißen? Irgendwie in das Organ hinein zu wirken scheint der Beamer ja, denn sonst würden die Schriftzüge nicht dauerhaft sichtbar bleiben.

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» Wawa666 » Beiträge: 7277 » Talkpoints: 23,61 » Auszeichnung für 7000 Beiträge



Der Argonbeamer hat den Vorteil dass er nicht tief ins Gewebe eindringt. Es wird nur mit der Energie gearbeitet die durch die Argon-Ionen erzeugt wird. Die erzeugten Wunden werden quasi sofort in Narbengewebe umgewandelt, die Läsion ist dann dauerhaft aber nicht störend. Im Grunde ist nicht die Verwendung des Gerätes verwerflich sondern nur der Einsatzzweck. Hätte der Chirurg den Beamer nur zum Verschließen der Wunden verwendet stünde er nicht in der Kritik.

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» Karteileiche » Beiträge: 259 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 100 Beiträge



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