Bevor man Patientenverfügung schreibt mit Angehörigen reden?

vom 02.01.2014, 22:31 Uhr

Wenn man eine Patientenverfügung schreibt, sollte man dann vorher mit den Angehörigen darüber reden, damit sie erst mal auch wissen, wo ich diese aufbewahrt habe und dann auch, damit die Angehörigen nicht vor den Kopf gestoßen werden, wenn ich doch keine Maßnahmen ergriffen haben will, die mich künstlich am Leben halten. Für die Angehörigen ist das ja doch immer eine schwere Sache. Mit wem würdet ihr über euer Vorhaben reden? Würdet ihr euch vielleicht doch umstimmen lassen?

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» MissMarple » Beiträge: 6786 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 6000 Beiträge



Ich denke schon eine Weile über das Thema Patientenverfügung nach. Im Wachkoma oder an Maschinen angeschlossen zu enden, finde ich extrem erschreckend. Besonders auch für die Angehörigen. Ich will nicht, dass sie sich verpflichtet fühlen, mich zu besuchen, dass sie sich schlecht fühlen, wenn sie mich nicht besuchen. Ich will, dass mein Mann um mich trauert und dann sein Leben wieder aufnimmt und nicht jahrelang so ein Scheinleben an meinem Bett führt und sich nicht erlaubt, glücklich zu sein.

Also ich würde natürlich mit meinem Mann darüber reden. Er würde dann auch gleich ebenfalls eine Patientenverfügung verfassen. Die Beratungen kann man ja zusammen besuchen. Außerdem würde ich auch mit meiner Mutter darüber reden. Es kann ja sein, dass ich und mein Mann gleichzeitig verunglücken. Dass wir alle drei im Krankenhaus landen, ist extrem unwahrscheinlich. Sollte einer von beiden vor mir ausfallen, muss man sich eben was Neues überlegen. Dann würde ich einen meiner Geschwister einweihen.

Dass alle diese Personen, mit denen ich darüber reden würde, gänzlich anderer Meinung sind als ich, ist nicht der Fall. Keiner von ihnen sieht es anders oder würde mich zu irgendetwas überreden wollen. Sollten sie dennoch Bedenken äußern, würde ich mir diese schon anhören. Wie gesagt, erleiden die Angehörigen in einem solchen Fall auch sehr viel. Es geht nicht nur um den Patienten. Die Angehörigen stehen mit ihren Ängsten am Bett. Darauf muss man schon auch Rücksicht nehmen. Aber ich würde vielmehr zur Not stunden-, tage- und wochenlang versuchen, meine Sicht der Dinge zu erklären.

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» Bienenkönigin » Beiträge: 9448 » Talkpoints: 19,93 » Auszeichnung für 9000 Beiträge


Die Verwandten sind vermutlich nicht unbedingt über deinen Willen geschockt. Vielmehr bürdet man jemanden eine Entscheidung auf, der damit überfordert sein könnte. Somit ist es schon wichtig, dass zumindest die Angehörigen über den Inhalt informiert sind, die im Fall der Fälle dann auch die Entscheidungen in deinem Sinne treffen müssen.

Ich selbst trage ja die Verantwortung, wenn mit meiner Mutter mal was sein sollte. Diese Patientenverfügung wurde schon geschrieben, als mein Vater noch lebte. Damals wurde sie gleich so verfasst, dass sie eben weiterhin ihre Gültigkeit besitzt. Zudem bin ich ja auch zur Entscheidung berechtigt, wenn mit meinen Mann mal etwas sein sollte. Da haben wir zwar nichts schriftlich festgelegt bisher, aber uns darüber unterhalten, was wir wollen.

Ich kann jetzt nur von mir selbst schreiben. Aber ich wollte für niemanden Entscheidungen treffen wollen, der vorher nicht mal mit mir gesprochen hat, was passieren soll und was nicht. Wenn jemand soviel Vertrauen in meine Entscheidungen legt, dann sollte das auch schon vorhanden sein, bevor der Ernstfall eintritt.

» Punktedieb » Beiträge: 17970 » Talkpoints: 16,03 » Auszeichnung für 17000 Beiträge



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