Wie sieht eine Beratung für Schwangerschaftsabbruch aus?

vom 11.12.2013, 15:12 Uhr

In meiner Verwandtschaft ist eine ungewollte Schwangerschaft und das Mädel hat für Montag einen Termin bei der Schwangerschaftsberatung. Nun kann ich ihr bei der Frage nicht helfen, was auf sie zu kommt. Sie ist 16 und geht noch zur Schule und ist sich nicht sicher, ob sie das Kind bekommen will. Ich will sie aber auch nicht überreden ein Kind zu bekommen, was sie nicht will und deswegen halte ich mich neutral. Aber mich würde auch interessieren, wie so ein Termin bei der Schwangerschaftsberatung wohl aussehen wird.

Wie lange dauert so ein Gespräch und wie lange nach dem Gespräch hat sie Bedenkzeit, was sie dann machen will? Was wird in so einem Gespräch alles gesagt und gefragt? Habt ihr schon so ein Gespräch mit gemacht und wie schlimm ist es für die schwangere Frau?

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» supermami » Beiträge: 2317 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



Ich hatte so ein Gespräch bereits als Betroffene und als "Mitgeherin" und kann dir gerne meine Erfahrungen schildern. Ich bin trotz Pille schwanger geworden, war aber schon ein paar Jahre älter als das Mädchen aus deiner Verwandtschaft. Das Gespräch ist auf eine Stunde angesetzt und dauert auch in etwa genauso lange.

Als erstes erzählt man kurz etwas zu seiner Situation, wieso es überhaupt zu der Schwangerschaft kam, warum man über einen Abbruch nachdenkt und wie die derzeitige Lebenssituation ist. Für deine Lebenssituation werden dir dann Wege aufgezeigt, wie du sie gestalten kannst, wenn du das Kind behältst. Gleichzeitig wird dir erläutert, was auf dich zukommt, wenn du das Kind entfernen lässt. Dazu werden dir die beiden Methoden - absaugen/ausschaben und die Abtreibungspille - ausführlich erläutert und du bekommst Informationsmaterial zum Schwangerschaftsabbruch, aber auch zum Kinder kriegen, mit.

Die Dame hat mir damals auch von anderen Pärchen erzählt, die sie schon da hatte und beraten hat. In welchen Lebensumständen diese waren und wie sie sich entschieden haben. Das war aber vielleicht nur bei mir so, weil sie mir Mut machen wollte, denn meine Argumente gegen eine Schwangerschaft waren damals die, dass ich mich zu jung fühle, keinen Job habe, frisch studiert habe, meine Partnerschaft erst wenige Monate besteht und ein Kind gerade absolut nicht in meine Lebensplanung passt.

Das Gespräch als solches ist nicht schlimm. Beide Damen waren nett, höflich, einfühlsam und haben zu keiner Zeit das Gefühl vermittelt, dass man ein Mörder sei, ein Unmensch oder sonst irgendwelche negativen Gefühle haben muss. Es hieß die ganze Zeit, dass es meine Entscheidung bzw. die meiner Freundin sei und ich mich in meiner Entscheidung auch von niemandem beeinflussen lassen soll. Ich empfand das Gespräch nicht als unangenehm und es wurden auch keine Fragen gestellt, die mir irgendwie zu intim gewesen wären. Aber das kann auch von Beratungssstelle zu Beratungsstelle unterschiedlich sein und gerade Empfindungen sind ja subjektiv.

Das Mädchen aus deiner Verwandtschaft brauch kein mulmiges Gefühl haben. Sie soll einfach hingehen und sagen warum sie in dieser Situation ist und über einen Abbruch nachdenkt, der Rest kommt von ganz alleine. Bei mir war mein damaliger Partner übrigens mit. Man sollte eine Vertrauensperson mitnehmen, wenn man sich alleine unwohl fühlt. Viel Glück!

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» Schleiereule » Beiträge: 827 » Talkpoints: 3,58 » Auszeichnung für 500 Beiträge


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