Überängstliche Ärztin - Eine Zumutung als Patient?
Ich habe eine Ärztin, die total ängstlich ist. Egal, was sie entdeckt oder was sie meint zu sehen, wird sofort zum Drama. Wenn ich zu ihr gehe, weil ich eine Beschwerde habe, vermutet sie dahinter immer sofort als Allerschlimmste. Sie würde nie etwas sachte angehen und erst einmal Ruhe bewahren, sondern bekommt gleich Angst. Wenn ich etwas sage oder äußere, denkt sie manchmal direkt, ich hätte einen Herzfehler oder einen Tumor und schickt mir sofort zum Spezialisten. Noch nie hat irgendetwas davon gestimmt. Nicht einmal im Ansatz war das der Fall. Sie hat jedes Mal übertrieben. Mein Mann meint, ich solle doch froh sein, dass sie so ängstlich ist, denn man merke wenigstens, dass sie sich kümmert.
Allerdings wird das für mich echt zur Belastung. Ich habe schon zahlreiche Untersuchungen bei Spezialisten machen müssen wegen ihrere Ängste, was mich Zeit und selbst auch zahlreiche Nerven gekostet hat. Ihre Angst überträgt sie auch auf mich. Ist so eine überängstliche Ärztin nicht einfach nur eine Zumutung für Patienten? Sie schafft es einfach nicht Ruhe und Gelassenheit auszustrahlen.
Ich halte es eigentlich nicht wirklich vertretbar, wenn Patienten wegen jedem Pillepup zum Spezialisten geschickt werden. Das ist für den Patienten einfach eine Belastung, zumal auch nicht jede Untersuchung wirklich angenehm ist und viel Zeit und Nerven kostet. Außerdem verursacht das unnötige Kosten für die Krankenkassen und entspricht nicht dem Hausarztmodell. Natürlich ist es einfach die Patienten weiter zu schicken, da man dann keine Verantwortung übernehmen muss. Vielleicht ist Frau zu unsicher in ihrem Berufsfeld oder hat keine Ahnung. Oder sie hat mit ihren Spezialistenkumpels vereinbart, dass sie Patienten weiter schickt. Ich traue den Weißkitteln mittlerweile alles zu.
Vielleicht spielt hier auch der Kostenfaktor eine Rolle. Medizinisches Gerät und Fachpersonal kostet einen Haufen Geld, und wenn die Anbieter nicht ausgelastet sind, schickt man eben jemanden zum MRT, der eigentlich unter Hautausschlag leidet. Ungefähr so gestalten sich meine Erfahrungen mit der Ärzteschaft.
Generell hätte ich ein persönliches Problem mit einem Arzt oder einer Ärztin, die mich wegen jedem Wehwehchen für todkrank erklärt. Selbst wenn ich weiß, dass die Person bis jetzt noch jedes Mal übertrieben reagiert hat, würde ich mir doch irgendwo Sorgen machen, dass es dieses Mal endlich die seltene, unheilbare Krebssorte ist, die es bei den letzten fünf Untersuchungen nicht war. Und diesen Stress würde ich mir nicht antun. Dazu kommt noch, dass viele Untersuchungen wie beispielsweise eine Mammographie oder das gute alte Röntgen auch nicht unbedingt gut für die Gesundheit sind, ganz zu schweigen von dem Stress und Zeitaufwand, wenn man bei irgendwelchen Spezialisten sitzt.
Mir sind Ärzte lieber, die einen fachkompetenten Eindruck machen und sich auch ein bisschen Mühe geben, aber trotzdem weder Panik noch Hektik verbreiten. Natürlich kommen schlimme bis sehr schlimme Diagnosen immer wieder vor, aber realistisch betrachtet können Symptome auch ganz harmlose Ursachen haben. Ein kompetenter Arzt mit Berufserfahrung und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten sollte einschätzen können, ob ein Problem höchstwahrscheinlich harmlos ist oder ob es ratsam ist, zügig Maßnahmen einzuleiten.
Das ist schon sehr wichtig, dass ein Arzt eben auch Gelassenheit ausstrahlt. An deiner Stelle würde ich den Hausarzt wechseln, wenn du dich unwohl fühlst. Es kann ja nicht sein, dass du da nun schon viele Ärzte abklapperst und zu keinem für dich guten Ergebnis kommst, weil du dann ja selber auch immer Angst bekommst und dir Sorgen machst. Ein Arzt bekommt natürlich mehr Gelassenheit, wenn er das schon viele Jahre macht, aber ein überängstlicher Arzt, der das auf die Patienten überträgt ist fehl am Platz.
Ich muss zugeben, dass eine solche Ärztin für mich absolut ungeeignet wäre. Ich bin selber nicht gerade der ruhigste Mensch und wenn eine Ärztin dann bei jeder Kleinigkeit direkt in Panik verfällt und einem diese Panik auch zeigt, dann würde ich es nicht lange als Patientin bei ihr aushalten. Ich denke, dass Ärzte schon eine gewisse Ruhe ausstrahlen sollten. Sicher sollten sie den Patienten schlimme Diagnosen nicht verschweigen, aber es ist einfach wichtig, den Patienten zu zeigen, dass alles wieder gut werden kann.
Wenn man von einer solchen Ärztin zum Spezialisten geschickt wird, ist es ja doch immer eine Belastung. Man macht sich Sorgen, was man haben könnte und in der Regel bekommt man ja auch nicht so schnell einen Termin, so dass man sich länger Gedanken macht, die sich am Ende als unbegründet herausstellen. Das würde mich auch fertigmachen und irgendwie auch ärgern, weil es verlorene Zeit ist.
Das halt ich wirklich für unzumutbar. Ein Arzt studiert nicht umsonst so lange und wenn man entsprechendes Fachwissen hat und die Untersuchungen gut macht und die Befunde richtig deutet, dann weiß man auch in der Regel, ob es etwas schlimmeres ist oder nicht. Für mich klingt das sehr nach Unsicherheit. Wenn ich unsicher bin, dann bin ich sehr vorsichtig, weil ich dann auf der sicheren Seite bin. Angeblich. Aber Unsicherheit macht sich bei einem Arzt gar nicht gut.
Ich erwarte ja als Patient, dass ich in guten Händen bin und das man mir sagt, woran ich bin. Wenn ich mich unnötig verrückt machen will oder jemand ins Blaue herein rät, dann muss ich nicht zum Arzt gehen. Dann kann ich auch bei google nach meinen Symptomen googlen. Denn da habe ich dann am Ende auch etwas Schlimmes, weil ich mich selber verrückt gemacht habe und weil ich keine Ahnung habe.
Ganz ehrlich: wechsel den Arzt und suche dir jemanden, der kompetent und nicht unsicher ist.
In diesem Fall würde ich auch definitiv den Arzt wechseln. Genau genommen habe ich ein ähnliches Erlebnis selber schon hinter mir. Auch da habe ich den Arzt gewechselt, aber nicht, weil er immer überängstlich gewesen wäre, sondern ganz einfach, weil seine Diagnosen oftmals ziemlich daneben lagen.
Bei dem konkreten zu diesem Thema passenden Fall ging es darum, dass mir für ein Symptom, das der Arzt zufällig bemerkt haben wollte, wegen dem ich aber eigentlich auch gar nicht gekommen war, eine schon schwerwiegendere Vermutung genannt wurde. Ich selbst zweifelte das an, weil das vorliegende Symptom bei mir schon häufiger aufgetreten war, und ich eigentlich, bei der vom Arzt genannten Vermutung, in so einem Fall wohl schon längst hätte tot sein müssen. Dennoch drängte der Arzt, ich solle zum Spezialisten, und zwar möglichst bald, bestenfalls sogar direkt ins Krankenhaus. Er hielt auch schon große Reden, wie der operative Eingriff aussehen würde, dass das nicht so gefährlich sei, wenn es möglichst bald operiert würde, und dass ich mich darum daher wirklich dringend und möglichst schnell kümmern müsse.
Übrigens stellte sich nach dem dadurch entstandenen Stress, denn die Suche nach einem passenden Spezialisten war so einfach nun in der Gegend doch nicht, und ins Krankenhaus wollte ich nicht sofort, heraus, dass ich rein gar nichts hatte. Das Symptom war eigentlich gar kein Symptom, sondern bei mir ein natürlicher Zustand, der Arzt hatte nur völlig übertrieben. Das war dann auch das endgültig letzte Mal, das ich diesen Arzt aufsuchte.
Mit so einer Ärztin würde ich absolut nicht klarkommen. Stellt sich natürlich die Frage, ob sie ihren Kollegen den monatlichen Lohn sichern will und eine Art Vertrag mit ihnen geschlossen hat, oder ob sie wirklich dermaßen panisch ist und dann auch noch wegen jeder Kleinigkeit.
Gerade als Ärztin sollte man Ruhe bewahren können. Wenn sie jedesmal gleich ausflippt bei dem kleinsten Hämatom oder bei Kopfschmerzen des Patienten, bezweifle ich ehrlich gesagt, dass sie noch einen kühlen Kopf bewahren kann, um eine anständige und vor allen Dingen zutreffende Diagnose zu stellen.
Natürlich gibt es da auch das andere Extrem. Mein Vater hatte jahrelang Rückenschmerzen bedingt durch seinen körperlich anstrengenden Beruf. Er schilderte auch der Hausärztin von seinem Leiden, aber sie hat ihn nie ernst genommen und unterstellte ihm ein Hypochonder zu sein oder sonst irgendwie zu simulieren, weil er ihrer Meinung nach nicht arbeiten wollte. Nach etlichen Jahren hat sie durch Zufall erfahren, welchen Beruf er ausübt und erst ab dem Moment hat sie ihm seine Rückenschmerzen abgekauft. Die Einsicht kam allerdings zu spät und er hatte sich schon anderweitig nach einem kompetenten Arzt umgesehen.
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