Macht ein Arzt wohl oft Selbstdiagnosen und -behandlungen?

vom 23.11.2013, 18:20 Uhr

Ich stelle mir vor, dass man als Arzt auch die eigenen Krankheitssymptome ganz gut diagnostizieren und sich selbst entsprechende Medikamente verordnen kann. Ich kann mir aber auch genauso gut vorstellen, dass ein Arzt doch lieber einen Kollegen aufsucht, damit die Diagnose objektiver ist.

Meint ihr, dass ein Arzt sich in seiner eigenen Praxis Blut abnehmen lässt und sich selber je nach Ergebnis behandelt? Kennt ihr Ärzte, von denen ihr das wisst? Schauen sich Ärzte beispielsweise bei Halsschmerzen selber in den Rachen oder gehen sie doch lieber zu einem Kollegen? Hängt das vielleicht von der Schwere der Symptome ab? Wie würdet ihr als Arzt vorgehen?

» anlupa » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »



Kleinigkeiten wie in den Rachen schauen, würde ich definitiv selber machen. Da ist ja auch keine große Objektivität gefragt. Dann sieht man eben z.B., dass die Mandeln entzündet sind und dann behandelt man das dementsprechend. Und auch, wenn man sich dann entscheidet, dass man die Mandeln loswerden will, ist das keine folgenschwere Entscheidung. Das sollte ein Arzt schon hinbekommen.

Anders sieht es aus, wenn eine lebensgefährliche Erkrankung vorliegt. Wenn man in der Selbstuntersuchung feststellt, dass man Krebs hat. Oder auch: Krebs haben könnte. Ab diesem Punkt würde ich mich sehr genau beobachten. Also mein Verhalten. Ob ich sehr in Panik gerate oder es total von mir wegschiebe und immer etwas anderes wichtiger ist. Aber das kann man wahrscheinlich gar nicht. Also ab dem Punkt wäre die Konsultation eines Kollegen angeraten.

Aber ich denke, dass viele Ärzte dies nicht machen. Sie wissen, wie Patienten teilweise behandelt werden. Allein die Empfehlungen, wie ein Patientengespräch abgehalten werden sollte. Wenn man dies immer nur von der einen Seite gelernt und ausgeführt hat, ist es ganz schwierig, mal auf der anderen Seite zu stehen.

Eine Freundin von mir ist Krankenschwester und war mal in der Situation. Sie zu behandeln war wirklich schwer, weil sie sich innerlich dagegen gewehrt hat. Bei jedem Satz ihrer Ärzte dachte sie nur: "Das sagst du jetzt nur, weil es im Fachbuch XY auf Seite 132 steht". Sie wusste auch genau, was sie sagen musste, um als vorbildliche Patientin durchzugehen.

Von meinem Frauenarzt weiß ich, dass seine eigene Frau auch seine Patientin ist. Das werden jetzt viele total seltsam finden. Aber ich kenne diesen Arzt auch persönlich; er ist ein Freund der Familie und oft bei uns zum Abendessen gewesen. Ich habe es immer gemocht, so ein freundschaftliches und auch privates Verhältnis zu meinem Frauenarzt zu haben. Von daher kann ich es mir als Ehefrau auch gut vorstellen. Schwierig wird es halt, wenn etwas vorliegt. Wo hat sich denn wohl die Frau die Geschlechtskrankheit geholt, die der Mann nicht hat? :? Schön ist allerdings, dass er seine Kinder selber auf die Welt geholt hat.

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» Bienenkönigin » Beiträge: 9448 » Talkpoints: 19,93 » Auszeichnung für 9000 Beiträge


Es ist sehr unterschiedlich, wie Ärzte ihre eigene Diagnosestellung und Behandlung handhaben. Ich kenne sehr viele Ärzte, die sich und ihrer Familie selber die Medikamente verordnen und sich somit auch selber untersuchen und behandeln. Aber ebenso kenne ich viele Ärzte, die selber ihren Hausarzt haben und zu diesem gehen.

Ich selber würde, wenn ich Arzt wäre, mir vermutlich auch die banaleren Dinge, selber verordnen, wozu aber Diagnosen nötig sind, die man nicht selber stellen kann, vielleicht weil man sich selber nicht am eigenen Körper richtig untersuchen kann oder weil man eben nicht Facharzt auf diesem Gebiet ist, würde ich auch auf jeden Fall einen Kollegen aufsuchen, der sich besser auskennt oder bessere Untersuchungsmöglichkeiten besitzt.

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» Nettie » Beiträge: 7637 » Talkpoints: -2,59 » Auszeichnung für 7000 Beiträge



Natürlich wir ein Arzt erst einmal versuchen, sich selbst eine Diagnose zu stellen und sich zu medikamentieren. Das ist so, wie in jedem anderen Beruf ebenfalls. Ein Klempner wird seinen kaputten Kran auch selbst reparieren. Das ist doch normal.

Sollte der Arzt mit seiner Selbstmedikation keinen Erfolg haben, wird er natürlich einen Kollegen zu Rate ziehen. Warum sollte er sich kein Blut abnehmen lassen von seinen Mitarbeiterinnen. Da kann er sofort feststellen, ob diese gut Blut abnehmen können.

Sollte es sich um eine schwieriger festzustellende Krankheit handeln, wird auch ein Arzt einen Spezialisten aufsuchen. Meinen früheren Hausarzt habe ich auch einmal beim HNO getroffen. Ich finde das ganz normal.

» Cid » Beiträge: 20027 » Talkpoints: -1,03 » Auszeichnung für 20000 Beiträge



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