Dürfen bei euch in den Kindergarten nur geimpfte Kinder?
Meine Cousine hat ihre kleine Tochter im Kindergarten angemeldet und wenn sie Glück hat, dann kommt sie im nächsten Jahr in den Kindergarten. Dann ist sie noch keine 3 Jahre und wäre dann für den Kindergarten auch eines der jüngsten Kinder. Denn eigentlich sind in diesem Kindergarten nur Kinder ab 3 Jahre. Meine Cousine hat ein Schreiben vom Kindergarten bekommen, dass nur geimpfte Kinder den Kindergarten besuchen dürfen. Alle Impfungen, die bis zu diesem Lebensjahr gemacht werden können, müssen auch gemacht werden. Ansonsten würde der Platz einem anderen Kind gegeben werden.
Dürfen bei euch in den Kindergarten auch nur Kinder mit komplettem Impfschutz, der üblich ist? Was haltet ihr von dieser Regelung in dem Kindergarten? Meine Cousine nimmt immer alle Impfungen wahr und es ist auch kein Problem. Aber irgendwie fand sie das Schreiben schon komisch.
Es gibt in Deutschland keine Impfpflicht. Ein Kindergarten, der mit öffentlichen Geldern gefördert wird, darf die Aufnahme nicht von Impfungen abhängig machen. Das ist die momentane Rechtslage. Jedes Kind ab drei Jahre hat das Recht auf einen Kindergartenplatz. In diesem Gesetz ist keine Rede von einer Impfpflicht.
Mein Sohn geht auch schon eine Weile in den Kindergarten und da ist es so, dass man ein Attest vom Arzt bringen muss, der bestätigt, dass man keine ansteckenden Krankheiten hat. Dort kann dann auch angekreuzt werden, welche Impfungen durchgeführt worden sind. Das ist aber nur zur Information, denn ein Kriterium für die Aufnahme in den Kindergarten ist es nicht. Wie anlupa schon richtig angemerkt hat, besteht in Deutschland keine Impfpflicht.
Es sind alles nur Empfehlungen der Stiko. Daher darf man meiner Meinung nach auch keine Kinder ausschließen, die nicht geimpft sind. Die Regelung des Kindergartens ist für mich daher unzulässig. Da kann ich deiner Cousine wirklich nur raten, sich mal genau zu informieren.
Bei uns musste man ins Anmeldeheft eintragen, wann das Kind gegen Tetanus geimpft wurde und welche anderen Impfungen vorhanden sind. Ich habe das mit "alle gemäß Empfehlung" abgekürzt, da der Platz sonst gar nicht gereicht hätte. Dass ungeimpfte Kinder nicht in den Kindergarten dürfen, wäre mir aber nicht bekannt, ich glaube nicht, dass das in der Kindergartenordnung irgendwo steht. Ich bin mir ebenfalls sicher, dass es nicht rechtmäßig ist, Kinder ohne Impfungen auszuschließen. Außer vielleicht, wenn es sich um einen privaten Kindergarten handeln sollte, die können im Prinzip machen, was sie wollen.
Hier frage ich mich, was das für ein Kindergarten ist und so eine Verpflichtung ist aus meiner Sicht deshalb nicht denkbar oder zu vertreten, weil ja beliebig viel geimpfet werden kann. Ist es denkbar, dass hier gegen Hepatitis geimpft wird, obgleich das Kind keinem entsprechenden Risiko ausgesetzt ist? Eigentlich müssten in so einem Fall sogar Ärzte zurückschrecken.
Wie Anlupa schon angemerkt hat, ist es zumindest in Deutschland so, dass es keine Pflicht zur Impfung gibt. Wenn dann so ein Kindergarten öffentliche Gelder erhält, dann kann es eine solche Forderung eigentlich nicht geben. Ist der Kindergarten frei von öffentlichen Förderungen, dann kosten die Plätze ja locker 500 Euro (Untergrenze) und mehr und die freien Kindergärten die ich hier kenne, hätten keine solchen Forderungen. Denn da liegt der Fokus dann eher in der "Förderung" oder ähnliches. Kindergärten können gerne danach fragen, ob ein Kind geimpft wurde oder nicht. Auch dürfen (oder müssen) die Eltern befragt werden, ob die Kinder im Kindergarten entsprechend der Regelungen in der Einrichtung versorgt werden dürfen (z.B. was passiert bei einem Zeckenbiss).
Aber das der Impfpass als Voraussetzung gesehen werden würde, wäre in meinen Augen eine ungeheuerliche Bevormundung und ein Verkennen der Tatsache, dass unkritisches Impfverhalten u.U. zu lebenslänglichen Beeinträchtigungen führen kann. Und in Deutschland gilt bei Impfschäden praktisch die Beweislastumkehr und man braucht die Unterstützung von Ärzten um Ärzten Fehler nachzuweisen bzw. bestimmten Impfungen nachzuweisen, dass in dem Fall die Impfung für die Entwicklung verantwortlich ist. Ein Ding was fast aussichtslos ist und wer sich mit Impfopfern auseinander gesetzt hat und von deren Kampf vor Gericht erfährt, wird wohl nie mehr die Einstellung haben: "nimmt immer alle Impfungen wahr und es ist auch kein Problem".
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