Nebenwirkungen einer Chemo heutzutage milder als früher?

vom 27.10.2013, 22:25 Uhr

Ich weiß noch, als eine Tante von mir Krebs hatte, hat sie alle Haare verloren und ihr ging es auch sehr schlecht. Sie hat sich ständig übergeben und wurde immer dünner. Der Krebs konnte von ihr besiegt werden und sie ist seit vielen Jahren krebsfrei. Nun ist aber in der Verwandtschaft meines Freundes ein Krebsfall. Es ist die gleiche Krebsart wie bei meiner Tante und diese Chemo geht sehr sachte vonstatten. Sie hat keine Haarausfall und übel ist ihr auch nicht. Sie hat zu meinem Freund gesagt, dass die Chemo heutzutage viel milder ist als früher.

Stimmt es, dass man heutzutage so milde Chemotherapien einsetzt, dass man keine Haare mehr verliert und es einem auch nicht mehr übel wird? Warum wird diese Chemotherapie dann nicht immer gemacht? Wenn man im Fernsehen sieht, wie Promis mit Krebs aussehen und dass sie immer noch die Haare verlieren, dann frage ich mich, ob es wirklich mildere Chemos gibt, die auch helfen. Welche Erfahrung konntet ihr bei Bekannten, Verwandten oder Freunden machen, die eine Chemo über sich ergehen lassen mussten?

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» MissMarple » Beiträge: 6786 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 6000 Beiträge



Wie bei allen Medikamenten und Behandlungen hängen auch die Nebenwirkungen einer Chemotherapie stark vom Individuum ab. Manche Betroffene erfahren so gut wie keine Nebenwirkungen, andere leiden schwer. Außerdem gibt es viele unterschiedliche Medikamente, die zur Chemotherapie bei Krebserkrankungen eingesetzt werden und eben auch unterschiedlich gut vertragen werden. Generell kann man aber schon behaupten, dass die Chemotherapie Fortschritte gemacht hat und die gleiche Wirkung mittlerweile mit weniger schlimmen Nebenwirkungen erzielt werden kann.

Davon abgesehen kommt es bei der Wahl der Medikamente natürlich auch darauf an, ob eine Heilung angestrebt wird oder ob es vor allem darum geht, das Leben des Erkrankten möglichst zu verlängern und beschwerdefrei zu gestalten. Im ersteren Fall werden die Ärzte wohl auch zu "härteren" Chemos greifen, da ja die Chance gut ist, dass der Patient wieder ganz gesund wird. Aber wenn die Krebserkrankung sowieso als unheilbar eingestuft werden muss und es vor allem darum geht, die Lebensqualität des Betroffenen möglichst lange zu erhalten, bringt es natürlich wenig, wenn es dem Betroffenen während der Behandlung fürchterlich schlecht geht.

Heutzutage werden üblicherweise zusammen mit der Chemotherapie Medikamente gegeben, die Übelkeit verhindern sollen, sodass diese Nebenwirkung ganz gut in den Griff zu bekommen ist. Meines Wissens kann es außerdem durchaus sein, dass unter dem Einfluss der Chemotherapie die Haare nicht ausfallen. Oft werden sie jedoch dünner, sodass viele Patienten trotzdem eine Perücke oder eine Mütze tragen. In Fernsehfilmen sind natürlich nach wie vor alle "Krebspatienten" kahl und hängen über der Kloschüssel, da die Verbindung von Glatze, Erbrechen und Krebs nach wie vor in den Köpfen des Publikums fest verankert ist.

» Gerbera » Beiträge: 11346 » Talkpoints: 56,04 » Auszeichnung für 11000 Beiträge


Ich denke, dass man das nicht so verallgemeinern darf. Es gibt ja verschiedene Patienten und so verträgt der eine die Chemo eben besser und der andere eben nicht. Mittlerweile gibt man aber zu einer Chemo auch Medikamente, die gegen die Übelkeit wirken. Ich denke, dass sich eben auch dieser Bereich weiter entwickelt hat und man den Menschen ein bisschen die Last einer solchen Chemo versucht zu nehmen und deswegen auch an leichter verträglichen Varianten arbeitet. Chemo ist aber nie leicht und deswegen hat jeder damit auch zu kämpfen.

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» Ramones » Beiträge: 47758 » Talkpoints: 8,52 » Auszeichnung für 47000 Beiträge



Wenn es tatsächlich eine "milde" Variante der Chemotherapie geben würde, würde diese mit Sicherheit bei jedem angewandt werden, wenn es Erfolgs versprechend ist. Aber es kommt wirklich auf die jeweilige Person und auch auf den Krebs an, beziehungsweise inwieweit der Krebs bereits gestreut hat.

Meine Mutter hatte auch Krebs und als es noch nicht so schlimm war, hat sie wohl auch noch keine absolute Dröhnung während der Chemotherapie bekommen. Als es immer mehr Metastasen wurden, wurde auch die Therapie entsprechend angepasst und es dauerte nicht lange, bis ihr die Haare ausfielen und sie auch stark abgemagert ist. Solche Nebenwirkungen hatte sie anfangs nicht, das kam erst später.

Selbst bei gleicher "Krebs-Stärke" und Chemotherapie, kann es aber dennoch sein, dass die Nebenwirkungen unterschiedlich ausfallen. Mit Sicherheit hat sich auch die Medizin weiter entwickelt und Möglichkeiten gefunden, die Chemotherapie "angenehmer" zu gestalten, dennoch kann es auch sein, dass die Nebenwirkungen mit der Zeit kommen und man nur am Anfang verschont bleibt.

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» Nana_2011 » Beiträge: 2250 » Talkpoints: 0,21 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



Ich bin ja Arzthelferin, und bekomme das daher persönlich des Öfteren mit, und ich muss dir da zustimmen, das die Chemotherapie heutzutage wesentlich besser vertragen wird, wie noch vor 10 Jahren. Die Haare fallen heute allerdings immer noch aus, aber den Patienten geht es besser, was Übelkeit, Schwindel, etc. betrifft. Glaube aber auch das es an den Medikamenten die zusätzlich zu der Therapie angeboten werden, die immer noch sehr aggressive Chemotherapie auffangen. Es ist ja auch toll, das sich die Therapie weiter entwickelt.

» laraluca » Beiträge: 1068 » Talkpoints: 9,76 » Auszeichnung für 1000 Beiträge


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