Kann das Beten zu Gott für manche den Psychologen ersetzen?

vom 29.09.2013, 12:13 Uhr

Eine Bekannte ist mit sich und der Welt nicht zufrieden. Sie geht jeden Sonntag und manchmal auch an den Werktagen in die Kirche und zu hause wird auch ständig gebetet. Alles Reden, dass sich sich Hilfe von einem Fachmann holen soll hilft nicht. Sie meint, dass sie Gott hat und zu ihm betet und er würde auch helfen und sie braucht deswegen keinen Psychologen, Psychotherapeuten oder ähnliches.

Kann das Beten zu Gott wirklich einen Psychologen oder Psychotherapeuten bei manchen Leuten ersetzen? Woher kommt dieser Effekt? Kann man das mit einem Placeboeffekt bei Medikamenten vergleichen? Was hat der Glaube an Gott, dass man durch das Beten auch Krisen überwinden kann. Man hört ja oft von Leuten, die etwas Schlimmes erlebt haben, dass der Glaube an Gott geholfen hat.

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» supermami » Beiträge: 2317 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



Ich kann mir das eigentlich nur so vorstellen, dass man sich in dem Moment wo man betet, und zwar in der Form, dass man mit Gott "spricht" und nicht einen festen Text herunter leiert, einfach aktiv mit seinen Problemen umgeht und diese in Worte fasst. Ähnlich wie ein Psychologe das auch wollen würde. Man erhält da durch einfach einen Fokus, während sonst Probleme zwar da sind, aber irgendwo im Alltag nebenher laufen, weil man möglichst versucht sie zu verdrängen. Ferner mag es sicherlich immer noch Menschen geben, die sich aufgehobener fühlen, wenn sie sich eine höhere Instanz einreden, die vielleicht die Hand oben drüber hält.

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» Bellikowski » Beiträge: 7700 » Talkpoints: 16,89 » Auszeichnung für 7000 Beiträge


Das kann man hier wohl kaum beantworten. Ich weiß ja nicht, was deine Bekannte so beschäftigt und wie tiefgreifend das Problem wirklich ist. Ich denke, dass bei kleineren Alltagsproblemen schon Gott helfen kann. Und hätte man diesen nicht,dann würde sich das vielleicht summieren und dann mal richtig krachen.

Aber bei tiefgreifenden Problemen braucht man sicherlich eine Therapie. Weil man nicht nur jemanden braucht, der einem zuhört, sondern auch jemanden, der einen behandelt und zwar gezielt auf das Problem hin. Und das kann Gott nun einmal leider nicht.

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» winny2311 » Beiträge: 15159 » Talkpoints: 4,91 » Auszeichnung für 15000 Beiträge



Ich denke nicht, das man diese Frage so verallgemeinern kann. Jeder Mensch geht schließlich anders mit Problemen und Lebenssituationen um, dem einen fällt manches leichter als dem anderen.

Wenn der Glaube an Gott deiner Freundin Halt und Kraft gibt, dann lass sie beten so oft sie will. Wenn sie allerdings nur betet in der Hoffnung das sich ihre Probleme dadurch auflösen, dann sollte sie sich wirklich mal nach Hilfe umsehen. Ich weiß ja nicht genau um was es geht oder bzw. was für Probleme sie hat, aber falls es etwas ernstes ist, dann ist ein Therapeut doch die richtige oder bzw. effektivere Anlaufstelle.

» Anja81 » Beiträge: 57 » Talkpoints: 17,49 »



Ich glaube auch, dass man da den Einzelfall betrachten muss. Jeder Mensch geht schließlich anders mit Krisen um und für manche ist eben der Glaube an Gott hilfreich. Andere treiben Sport, nehmen Drogen, schreiben Gedichte oder suchen sich Hilfe beim Spezialisten. Was dem einen hilft, treibt den anderen nur weiter in die Depression oder in den Wahnsinn.

Ich kann mir beispielsweise schon vorstellen, dass der Glaube, dass Gott, wie auch immer man ihn oder sie sich vorstellt, einen nicht im Stich lässt, egal, wie mies und erbärmlich man sich fühlt, für eine bestimmte Zielgruppe hilfreich sein kann. Auch eher esoterische Konzepte wie Engel, hilfreiche Naturgeister oder was auch immer schlagen in die gleiche Kerbe. Wieso sollten schließlich nur zertifizierte Therapeuten gegen Probleme helfen können?

» Gerbera » Beiträge: 11346 » Talkpoints: 56,04 » Auszeichnung für 11000 Beiträge


Es soll ja Leute geben, die einen Therapeuten als Ersatz für einen besten Freund nutzen. Die bezahlen jemanden dafür, dass er sich eine Stunde lang das anhört, für das andere eben einen Freund oder eine Freundin anrufen würden. Für so jemanden wird es im Prinzip relativ egal sein, ob da nun ein Therapeut auf dem Stuhl gegenüber sitzt oder ob sie mit ihrem Gott reden. Es geht denen ja nur um das Gefühl, dass ihnen jemand zuhört und manch einer stellt sich seinen Gott eben als guten Zuhörer vor.

In den meisten Fällen macht ein Therapeut ja aber mehr als nur dasitzen und zuhören und da wird es mit einem Gott natürlich schwierig. Wenn man sich vorstellt, dass der Gott antwortet und hilft dann können diese Antworten ja nur von einem selber kommen. Sicher kann man auch zu neuen Erkenntnissen kommen, wenn man sich nur mit seinen eigenen Gedanken beschäftigt, aber dieser Aspekt, dass man jemanden hat, der eine ganz andere Sichtweise hat und neue Ideen einbringt und kreative Lösungsvorschläge hat und so weiter fällt weg.

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» Cloudy24 » Beiträge: 27476 » Talkpoints: 0,60 » Auszeichnung für 27000 Beiträge


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