Wie sieht eine Parodontitisbehandlung aus?

vom 23.09.2013, 21:48 Uhr

Mein Mann war heute beim Zahnarzt und ihm wurde bei der Prophylaxe gesagt, dass er am besten eine Parodontitisbehandlung mit machen sollte. Das würde wohl mehrere Sitzungen brauchen. Aber die Behandlung wäre sehr effektiv. Ihm würde wohl auch genau erklärt werden, wie er sich mit welchen Mitteln am besten die Zähne putzt usw.

Mein Mann hat wohl auch nicht richtig hingehört. Denn er meinte, dass er das nicht braucht. Mich aber würde mal interessieren, wie so eine Parodontitisbehandlung ausschaut und was da genau gemacht wird. Die Sitzungen sollen alles in allem ca. 200 Euro kosten und die Behandlung wird nicht von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt. Was ist an dieser Behandlung so teuer?

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» supermami » Beiträge: 2317 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



Wenn der Zahnarzt diese Behandlung vorschlägt, dann sollte Dein Mann sie machen lassen. Paradentose ist eine Entzündung, die im schlimmsten Fall den Kieferknochen schrumpfen lassen kann. Wenn er sich nicht sicher ist, sollte er einen anderen Zahnarzt aufsuchen und eine zweite Meinung einholen. Bei dieser Behandlung geht es vor allem darum, die Zähne, die vorhanden sind, zu schützen. Als erstes werden die Zähne gereinigt, sodass Zahnstein und Plaque entfernt wird. Es kann sein, dass die Zahnfleischtaschen aufgeschnitten werden, weil diese oft schon befallen sind.

Sobald die Zähne gereinigt wurden, kann das Zahnfleisch sich wieder an den Zahn legen, sonst ist alles freigelegt. Wenn das Zahnfleisch anliegt, können sich die Zahnfleischtaschen auch wieder schließen. Wenn sie das nicht können, kommt es unweigerlich dazu, dass Dein Mann seine Zähne verlieren wird, sie werden einfach herausfallen, weil sie keinen Halt haben. Sollte die Paradentose schon im Kiefer sein, wird der Zahnarzt von Deinem Mann ein Antibiotika einsetzen, damit die Krankheitserreger komplett vernichtet werden.

Sobald diese Behandlung abgeschlossen ist, wird oft eine regelmäßige Zahnreinigung empfohlen, damit die vorherige Behandlung nicht mehr notwendig ist. 200 Euro finde ich persönlich zu teuer, normalerweise kostet diese Behandlung zwischen 40 und 100 Euro. Da würde ich mich auf jeden Fall bei einem anderen Zahnarzt erkundigen, ob der das günstiger macht. Sobald ein Zahnarzt einen Kostenplan aufstellt und die Behandlung medizinisch erforderlich ist, wird die Krankenkasse zahlen.

Ein Teil der Kosten übernimmt meine Krankenkasse, sodass ich mich auch da noch einmal erkundigen würde. Kosten für eine Zahnreinigung muss ein Patient selber zahlen, aber nicht bei einer Paradentosebehandlung, da werden ein Teil oder sogar die ganze Behandlung bezahlt. Sollte die Behandlung aber nicht notwendig sein, dann zahlt auch die Kasse nicht. Also lieber eine zweite Meinung einholen!

» davinca » Beiträge: 2246 » Talkpoints: 1,09 » Auszeichnung für 2000 Beiträge


So, wie ich das verstanden habe, geht es in diesem Fall nicht um eine Behandlung wegen Paradontitis, sondern um eine Paradontitis-Prophylaxe. Verstehe ich das richtig? Bei einer wirklich notwendigen Behandlung bei vorhandener Paradontitis würde der Arzt wohl kaum bloß eine Empfehlung machen. Denn da wäre es wirklich dringend nötig, einzugreifen, um das Ausfallen der Zähne zu verhindern.

Was aber nun die Prophylaxe betrifft: Das ist im Grunde eine etwas intensivere Zahnreinigung, teilweise noch kombiniert mit einer Art Zahnputz-Beratung und teilweise auch noch mit einer Kontrolle darüber, ob die Zähne auch korrekt geputzt werden. Dazu wird irgendeine unter UV-Licht leuchtende Farbe auf die geputzen Zähne aufgetragen, und wenn man dann mit UV-Licht drüberleuchtet, sieht man, wo ordentlich geputzt worden ist, und wo nicht. Das Prozedere wird auch oft mit Kindern gemacht, wenn diese das Zähneputzen gerade erst richtig lernen sollen.

Wobei ich auch sagen muss, dass dieses Prophylaxe-Programm immer etwas variiert. Ich bin bei der aktuellen Beschreibung von dem ausgegangen, was einer meiner ehemaligen Zahnärzte so darunter verstanden hat. Auch bei ihm sollten es drei Tage und insgesamt 200 Euro sein. Am ersten Tag Zahnsteinentfernung, am zweiten Probeputzen und Kontrolle der Ergebnisse, und am dritten ein Beratungs- und Frage-Stündchen. Ganz schön teuer, finde ich übrigens.

Tatsächlich wird diese Sache leider von einigen Zahnärzten auch als reine Methode zur Geldmacherei verwendet. Bei dem Arzt, der damals diese 200-Euro-Prophylaxe empfohlen hat, gab es etliche Angebote, die die Krankenkassen nicht zahlen. Verschiedene Methoden Zahnbleaching, Richtenlassen von medizinisch nicht behandlungsbedürftigen Zahnlücken, außerdem sogar Zahnschmuck, wo Strass-Steine auf den Schneidezahn geklebt werden, wo sie dann Monate halten sollen. Da war die Seriösität schon fragwürdig.

Mein aktueller Zahnarzt nimmt Zahnsteinentfernungen bei mir übrigens kostenfrei vor. Gerne streicht er auch noch etwas Lack zur Versiegelung über bestimmte Stellen. Putztrainings bietet er bei Interesse auch an, die kosten bei ihm keine 200 Euro, sondern 20, hauptsächlich für Zeit und Material. Und was Beratungen bei ihm betrifft, bei ihm kann man sich wirklich heiser quatschen, er rechnet dafür keinen Extra-Tag á 67 Euro an. Da sieht man eben die Unterschiede, die bei Zahnärzten vorherrschen, je nachdem, wie "geschäftsorientiert" der Arzt ist, oder nicht. Von daher lohnt es sich sehr, sich zu informieren, ob es diese Prophylaxe nicht möglicherweise anderswo günstiger gibt. Die Qualität der Prophylaxe variiert nämlich kaum. Diese Preise umso mehr.

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» Wawa666 » Beiträge: 7277 » Talkpoints: 23,61 » Auszeichnung für 7000 Beiträge



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