Können MRTs falsch interpretiert werden?
Herr A hat vor 7 Monaten eine Magnetresonanztomographie gemacht und beim Nervenarzt demnächst einen Termin. Nachdem noch immer einige Bereiche im Bereich der Schädeldecke nicht stimmen, fragt sich Herr A, ob eine Magnetresonanztomographie auch falsch oder unrichtig interpretiert worden sind könnte oder ist das schier unmöglich? Herr A fragt sich, ob er eine neue Magnetresonanztomographie begehren soll, was in Österreich nur mit Stempel eines Chefarztes und deren Unterschrift möglich ist!
Ist eine Magnetresonanztomographie eine eindeutige Angelegenheit oder sieht jeder Auswerter in ihr etwas anderes? Kann eine Magnetresonanztomographie alle Störfaktoren im Kopf sehen oder sind auch andere Methoden einzusetzen, um alles ausschließen zu können?
Eine MRT ist natürlich irgendwie "Ansichtssache". Du nutzt ja selbst das Wort "interpretieren" und das zu Recht. Es ist ein Abbild. Da steht nirgendwo daneben: "Dieser Fleck ist ein Tumor" oder "dieser Schatten ist ganz normal". Zur richtigen Deutung gehören Wissen und Erfahrung. Demzufolge kann es selbstverständlich auch falsch gedeutet werden. Daher braucht Herr A keine neue MRT, sondern sollte mit den gleichen Bildern zu einem anderen Arzt gehen.
Die MRT wurde nicht vom Arzt interpretiert, sondern vom Institut. Eigentlich müsste sie fehlerfrei sein, aber sie zeigt sicher auch nur Tumore an, die ich nicht vermute. Mal sehen, was der Neurologe sieht, denn die Analyse konnte rein gar nichts Auffälliges entdecken. Ich denke, dass entzündete Nerven mit dieser sowieso nicht ausfindig gemacht werden können.
celles hat geschrieben:Herr A hat vor 7 Monaten eine Magnetresonanztomographie gemacht und beim Nervenarzt demnächst einen Termin. Nachdem noch immer einige Bereiche im Bereich der Schädeldecke nicht stimmen, fragt sich Herr A, ob eine Magnetresonanztomographie auch falsch oder unrichtig interpretiert worden sind könnte oder ist das schier unmöglich? Herr A fragt sich, ob er eine neue Magnetresonanztomographie begehren soll, was in Österreich nur mit Stempel eines Chefarztes und deren Unterschrift möglich ist!
Was bringt eine neue Aufnahme, wenn sie nur von jemand anderem interpretiert werden soll? Das erschließt sich mir nicht. Natürlich kann man alles falsch interpretieren. Wenn Herr A. dem Arzt nicht traut, kann er sie einem anderen Experten vorlegen oder die entsprechende Fachliteratur lesen, um sie selber zu interpretieren. Da wird er aber ein paar Jährchen beschäftigt sein.
celles hat geschrieben:Kann eine Magnetresonanztomographie alle Störfaktoren im Kopf sehen oder sind auch andere Methoden einzusetzen, um alles ausschließen zu können?
Alles ausschließen kann man selbstverständlich nicht. Man kann nie alles ausschließen, weil es unzählig viele Möglichkeiten von Störungen gibt, auch solche, die man nicht sehen kann.
Ein MRT kann schon falsch interpretiert werden, nämlich insofern, dass der behandelnde Arzt noch nicht einmal erkennt, dass es sich um ein MRT handelt. Ihr haltet mich jetzt bestimmt für verrückt, aber das ist mir echt schon passiert. Ich leide seit ca. drei Jahren an sehr starken Migräneattacken, die von einer sogenannten Aura begleitet werden. Diese Aura ist so stark, dass die Symptome meiner Migräne einem Schlaganfall ähneln. Um der Sache auf den Grund zu gehen, wurde deshalb schnellstmöglich ein MRT von meinem Kopf gemacht.
Einen Monat nach diesem MRT musste ich mit meinen Kopfschmerzen ins Krankenhaus, weil ich mich nur noch übergeben habe und nicht mehr richtig sprechen und fühlen konnte. Ich befand mich vier Tage stationär in Behandlung und die Krankenschwestern forderten in meinem Auftrag die Bilder des MRTs an, damit meine Ärzte im Krankenhaus diese auswerten konnten. Ihr glaubt nicht, was die Ärzte danach machen wollten? Richtig, sie wollten ein MRT von meinem Kopf machen.
Als ich den Arzt darauf hingewiesen habe, dass ich bereits vor kurzem ein MRT gemacht bekommen habe, meinte dieser nur, dass das gar nicht sein könne, und das die vorliegenden Bilder und Befunde von einem CT stammen. Als ich ihm dann erklärte, dass es unmöglich ein CT gewesen sein kann, weil sich die beiden Methoden stark unterscheiden und ich definitiv laute Geräusche wäre der Aufnahme vernahm, die nur durch die vorhandene Technik eines MRTs resultieren können, wurde der Arzt sogar noch pampig.
Meine "Rettung" war ein Kollege des Arztes, der das Spiel mitbekommen und sich eingemischt hat. Er sah sich die Aufnahmen an, wonach er seinen Kollegen schräg von der Seite anguckte und ihm im Originalton folgendes mitteilte: "Bist du wirklich so doof, kannst du ein CT nicht von einem MRT unterscheiden?". Daraufhin verzichteten beide von einer erneuten MRT-Aufnahme. Passiert ist das ganze übrigens in einem weltweit anerkannten Krankenhaus mit gutem Ruf, in dem manchmal sogar arabische Multimillionäre behandelt werden. Wenn die wüssten, dass dort drin so etwas abgeht, würden sich das die Herrschaften aber bestimmt sehr gut überlegen, ob sie sich dort noch einmal operieren lassen. ![]()
Die Auswertung einer Magnetresonanztomographie ist stark stark Untersucher- bzw. Arzt-abhängig, genau wie alle anderen apparativen Diagnostiken auch. Gut, Röntgen ist da vielleicht das Eindeutigste von allen, aber dennoch gibt es auch hier Ärzte, insbesondere junge Assistenzärzte, die mal gerne offensichtliche Brüche übersehen. Insofern kann es also schon sein, dass der Arzt Y sagt, dass nichts Pathologische zu sehen ist, während Arzt X den Fleck unterhalb der Schädelkalotte als Tumor ausmacht und weitere Diagnostik einleitet.
In die Auswertung fließen natürlich eine Menge Sachen ein, insbesondere aber Wissen und Erfahrung. Wenn ich beispielsweise gewisse Tumoren nur in der Theorie kenne, aber sie noch nie im Leben im MRT gesehen habe, wird mir schwer fallen, dass mir in dem Moment der Befund bzw. die Diagnose einfällt. Umgekehrt wird ein erfahrener Facharzt, der tagtäglich mit solchen Erkrankungen zu tun hat, wohl auf Anhieb auf eine Verdachtsdiagnose kommen. Die Erfahrung des Arztes spielt da also schon eine große Rolle.
Was man evtl. noch anmerken kann, ist, dass das MRT insbesondere in der Weichteildiagnostik eingesetzt wird - und wenn das CT aus irgendeinem Grund, z.B. wegen der hohen Strahlenbelastung, kontraindiziert ist, bei jungen Patienten macht man vorzugsweise MRTs als CTs. Aber auch hier hat jeder Arzt seine eigenen Prioritäten, die er sich im Laufe seiner Karriere angeeignet hat. Während einige Fachärzte die Weichteile selbst mit dem MRT nicht befunden können, können andere Fachärzte wiederum beide Verfahren sehr gut auswerten.
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