Fühlt ihr euch bei der Visite im Krankenhaus gut informiert?
Herr Sch. lag wegen eines Unfalls im Krankenhaus. Bei ihm kam täglich die Visite. Aber er fühlte sich bei der Visite alles andere als gut informiert. Es kamen immer mehrere "Weißkittel", die im "Fachchinesisch" eine Unterhaltung führten. Das einzige was sie deutlich den Patienten fragten ist "Wie geht es ihnen heute". Aber diese Frage stellten sie allen Patienten. Wenn Herr Sch. nachgefragt hat wurde nur gesagt, dass die Schwestern Bescheid wissen und sie diese dann fragen können. Da eben das Krankenhaus sehr voll war, hatten sie kaum Zeit.
Wenn Sch. dann eine Schwester fragen wollte kam oft die Antwort, dass das nur ein Arzt sagen darf und die Schwestern das nicht dürfen. Seid ihr schon mal im Krankenhaus gelegen und wie zufrieden und wie informiert wart ihr mit der Visite? Wurde euch immer anstandslos alles berichtet? Habt ihr Schwestern und Ärzte verstanden?
Ich habe bisher sehr unterschiedliche Erfahrungen mit der Visite im Krankenhaus machen können. Manche Ärzte und Schwestern waren sehr nett und haben auch, auf vielleicht etwas nervige Fragen, gut geantwortet und sind nicht ausgewichen, haben sich die Zeit für die Patienten genommen.
Leider hatte ich auch schon den Fall, dass der Arzt mal eben schnell hereinkam, kurz alles schnell erzählte und dann wieder weg war. ich hatte keine Chance noch etwas zu fragen. Auch die Schwestern konnten nicht weiterhelfen. Man kann halt Glück haben und auch Pech haben.
Ich muss sagen dass ich bei den letzten beiden Malen im Krankenhaus sehr gut bei der Visite informiert wurde. Das war bei der Geburt und dann noch bei den Komplikationen danach. Es wurde alles gesagt was ich möchte und mehr brauche ich nicht. Nur das die Ärzte nicht immer ganz einer Meinung waren. Das ist mir aufgefallen und man dann schauen musste was jetzt wirklich ist. Aber am Ende habe ich immer die gewünschte Information erhalten. Sowohl von den Schwestern als auch von den Ärzten.
Sherlock-Holmes hat geschrieben:Herr Sch. lag wegen eines Unfalls im Krankenhaus. Bei ihm kam täglich die Visite. Aber er fühlte sich bei der Visite alles andere als gut informiert. Es kamen immer mehrere "Weißkittel", die im "Fachchinesisch" eine Unterhaltung führten.
In den Unfallabteilungen ist das oft so. Da werden ja die Visiten meistens gleich morgens gemacht, wenn noch möglichst viele Ärzte da sind, die dann zusammen diese Visite durchgehen. Der Großteil verschwindet dann ja für den restlichen Tag in den OP und operiert und hat da keine Zeit mehr für die Visite und für Patientenfragen. Da muss man dann also morgens schnell durchvisitieren.
Das ist so natürlich nicht optimal, aber anders oft nicht zu bewerkstelligen und erst mal auch nicht so tragisch. Natürlich muss es dann aber so geregelt sein, dass es auch über den restlichen Tag noch einen Ansprechpartner gibt, den man fragen kann und wo man dann auch detaillierter den Behandlungsverlauf besprechen kann und eben auch mal die kleinen Probleme zur Sprache kommen, an die man vielleicht gar nicht denkt, wenn da plötzlich eine ganze Horde Ärzte in einem Zwei-Bett-Zimmer stehen.
Wenn es natürlich so ist, dass die Visite nur schnell abgearbeitet wird und man auch danach keinen mehr fragen kann, dann muss da dringend was geändert werden. Aber man muss sich natürlich auch selber hinterfragen, ob man denn selber nachgefragt hat. Viele warten ja auch darauf, dass ihnen alles erzählt wird, fragen aber nie selber mal nach, falls einfach nur was vergessen wurde.
Ich war noch nicht ganz so oft im Krankenhaus. Nur einmal bei der Geburt meines großen Sohnes und einmal mit meinem großen Sohn, als er krank war. Beide Male waren die Visiten eigentlich ganz ok. Die Ärzte haben zwar miteinander gesprochen, aber ich habe einiges verstanden, nachdem ich auch aus dem Gesundheitswesen komme. Zudem haben sie auch Fragen zugelassen und ich konnte mich so über meinen Zustand bzw. den Zustand meines Sohnes gut informieren, so dass ich die Schwestern erst gar nichts fragen musste.
Ich habe sowohl gute, als auch schlechte Erfahrungen in Krankenhäusern gemacht. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass es nicht nur auf die Ärzte ankam, sondern auch auf die Organisation. Gerade bei einem Unfall vor einigen Jahren, als ich zwei Monate im Krankenhaus lag, hatte ich die beste Betreuung. Der Stationsarzt gab immer Auskunft und wenn Visite kam, wurde ich ebenfalls informiert.
Bei anderen Aufenthalten war die Visite nicht optimal und eher kühl und knapp, bis auf die übliche Frage nach dem Befinden. Ich finde es sowieso eigenartig, dass so viele Ärzte auf einmal kommen. Die meisten Patienten sind dann schon eingeschüchtert und stellen keine detaillierten Fragen.
Für die Ärzte sind die Visiten ohnehin zeitlich knapp bemessen, da kommen Fragen seitens der Patienten - so hart es auch klingen mag - echt ungelegen. Ich konnte nämlich das ganze Geschehen aus der Ärztesicht betrachten: Man steht selbst morgens unter Zeitdruck, möchte so schnell wie möglich mit der Visite durchkommen. Zumal die Zimmer zur Visite ohnehin recht voll sind und man teilweise an der Tür steht und gar nicht mitkriegt, was am Patienten besprochen wird. Detaillierte Fragen konnten dann nachmittags oder nach der Visite gestellt werden, dann hatten die entsprechenden Stationsärzte auch Zeit und konnten sich die Zeit nehmen.
Man muss aber auch zugute halten, dass ich nur auf der unfallchirurgischen Abteilung gewesen bin, keine Ahnung, wie es auf anderen Stationen abläuft. Auf einer gastroenterologischen Station sah es zwar insgesamt wesentlich besser aus, aber es war auch eine Privatstation, auf der die Visite bei 6 Patienten stolze 45 Minuten dauerte. Auch kleine Privatgespräche waren also möglich, sodass sich die Patienten auch sehr wohl fühlten.
Ich selbst habe nur einmal im Krankenhaus gelegen wegen eines operativen Eingriffes am Knie. Der stationäre Aufenthalt dauerte rund eine Woche, an die Visiten kann ich mich ehrlich gesagt kaum erinnern. Täglich schaute der Stationsarzt kurz vorbei, um sich nach meinem Zustand zu erkundigen, Verbandswechsel erfolgten durch die Schwestern. Ansonsten hatte ich meine Fragen größtenteils vor dem Eingriff mit dem Operateur geklärt und noch offene Fragen stellte ich dann nach der Entlassung, als ich beim Operateur zur Nachkontrolle war. Insofern war ich persönlich recht zufrieden mit dem Aufenthalt, immerhin ist es ein Krankenhaus gewesen und ich konnte mich auch in die Lage des Pflege- und Arztpersonals hineinversetzen, sodass ich zufrieden war.
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