Bei Bluttransfusion die falsche Blutgruppe ein Todesurteil?
Ist es eigentlich immer ein Todesurteil, wenn man bei einer Bluttransfusion eine falsche Blutgruppe bekommt? Das Thema kam auf, weil ein Bekannter von mir bald eine geplante Operation hat und schon überlegt eine Eigenblutspende zu machen, wie ich hier schon geschrieben habe.
Wie geht Eigenblutspende vor geplanter Operation vonstatten?
Was aber passiert, wenn man eine falsche Blutgruppe bekommt? Wird es schnell bemerkt, kann man da noch was retten oder ist es immer ein Todesurteil, wenn der Körper eine falsche Blutgruppe bekommt? Hättet ihr Angst vor so einer Verwechslung? Ist so was schon mal in eurer nächsten Umgebung passiert?
Ich nehme mal an, dass du mit falscher Blutgruppe eine solche meinst, die zu Komplikationen führen kann. Denn es gibt ja auch die Möglichkeit, dass etwa jemand mit der Blutgruppe 0 spendet, obwohl der Empfänger etwa die Blutgruppe A hat. Das würde aber im Normalfall nicht zu Komplikationen führen und ich denke mal, dass das deshalb nicht unter "falsch" fällt.
Wenn etwa jemand mit Blutgruppe A eine Bluttransfusion mit der Gruppe B erhält, dann führt das zu einer Verklumpung im Blut. Der Grund dafür ist, dass das Blut der Gruppe A Antigene gegen das Blut der Gruppe B enthält. Diese greifen dann die "falschen" roten Blutkörperchen an und zerstören sie. Das nennt man Hämolyse. Und diese Hämolyse führt zwar unter normalen Umständen nicht unbedingt und schnell zum Tod - aber man muss bedenken, dass der Körper des Empfängers im Normalfall eine schwere Operation hinter sich hat oder auch eine schwere Krankheit. Immerhin braucht er ja eine Transfusion.
Und in diesem Fall, wo der Körper schon geschwächt ist, kann die Hämolyse dann doch lebensbedrohlich werden. Der Körper hatte schon zu wenig Blut und greift dann noch das ihm zugeführt an. Allerdings ist der Tod auch hier nicht zwangsläufig, sondern der Arzt kann noch gegensteuern mit Medikamenten und Therapien, die ich dann aber auch nicht im einzelnen kenne. Insgesamt ist eine falsche Blutgruppe meines Wissens also nicht von sich aus lebensbedrohlich, aber kann es im Zusammenhang mi anderen Faktoren werden.
Man muss zwischen einer Spende von Vollblut, von Blutplasma und von Erythrozytenblut unterscheiden. Vollblut wird kaum verwendet, weil es sich nur wenige Tage bis Wochen lagern lässt, bevor es gerinnt. Die Verträglichkeit hängt sehr davon ab, welche Blutgruppe man hat und welche man fälschlicherweise bekommt.
Bei einer Blutplasmaspende ist die Blutgruppe AB der Universalspender, der von allen anderen vertragen wird, bei einer Vollblut- oder Erythrozytenspende ist es die Blutgruppe 0. Ebenso gibt es einen Universalempfänger, bei dem es egal ist, was er im Notfall bekommt. Bei Blutplasma ist es die Blutgruppe 0, bei einer Vollblut- oder Erythrozytenspende die Blutgruppe AB. Also genau andersherum. Als Empfänger verträgt man also seine eigene Blutgruppe und die jeweilige Universalspenderblutgruppe; es sei denn man ist der Universalempfänger, der alles verträgt.
Bekommt man fälschlicherweise Blut einer nicht passenden Blutgruppe, kommt es zu einer Immunabwehrreaktion. Der Körper bildet Antikörper, die die Fremdkörper bekämpfen. Dabei verklumpt das Blut. Ich denke also, dass es sehr auf den Zeitpunkt ankommt, an dem der Fehler entdeckt wird. Gleich zu Beginn kann der Patient wahrscheinlich noch gerettet werden, aber nach einer Weile befindet es sich ja im ganzen Körper, was tödlich endet. Vor der Entdeckung der Blutgruppen war eine Transfusion daher reine Glückssache.
Ebenso spielt übrigens der Rhesusfaktor eine Rolle, zumindest bei negativem Rh-Faktor. Ist man Rh-positiv hat es keine Nebenwirkungen, wenn man Rh-negatives Blut erhält. Ist man Rh-negativ und erhält Rh-positives Blut, hat es beim ersten Mal zunächst die Auswirkung, dass Antikörper gebildet werden. Diese hätte bei einer zweiten Transfusion negative Auswirkungen.
Um Verwechslungen auszuschließen, findet vor jeder Transfusion der sogenannte Bedside-Test statt. Dabei wird im Patientenzimmer die Verträglichkeit geprüft ohne das Blut ins Labor zu schicken, wo es vertauscht werden könnte. Dabei wird das Blut des Patienten und der Blutkonserve auf zwei Karten, auf denen sich Blutkomponenten anderer Blutgruppen befinden, gegeben und mit diesen vermischt. Je nach Reaktion des Blutes kann man sehen, welche Blutgruppen vorliegen und ob es dieselben sind.
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