Pfeiffersches Drüsenfieber - Wann und wie stark?
Vor einiger Zeit wurde bei mir Pfeiffersches Drüsenfieber diagnostiziert und mein Arzt meinte, dass ich eher spät sei und die meisten das Drüsenfieber im Kindesalter bzw. im Teenager-Alter bekommen würden. Die Krankheit sei in der Bevölkerung sehr weit verbreitet und nach meiner Google-Recherche habe ich herausgefunden, dass von den über Dreißigjährigen über 95% in Europa schon einmal infiziert waren. Pfeiffersches Drüsenfieber kann man in der Regel nur einmal bekommen.
Mir ging es in der Zeit nie so schlecht und habe mich eigentlich immer ganz in Ordnung gefühlt. Ich war zwar häufig müde und fühlte mich schlapp, aber das war meistens alles. Einzig hatte ich unglaubliche Halsschmerzen, die ich bis dato noch nicht erlebt hatte. Ansonsten verlief das Drüsenfieber bei mir zwar sehr langwierig, aber wohl eher harmlos. Zudem hatte ich jedoch eine angeschwollene Leber und Milz, was sich jedoch wieder von alleine zurückgebildet hatte.
Könnt ihr euch daran erinnern, wann und ob ihr Pfeiffersches Drüsenfieber hattet? In meiner Familie und Bekanntenkreis konnte sich so gut wie niemand daran erinnern, obwohl es schon so viele in Europa hatten. Ich könnte mir vorstellen, dass es bei vielen einfach nur nicht diagnostiziert wurde, obwohl sie infiziert waren. Ich habe schon oft gehört, dass gerade Erwachsene schwere Symptome hatten und sehr lange krank waren. Wie erging es euch damals als ihr das Drüsenfieber hattet?
Ich selber kann mich nicht erinnern, ob ich es hatte und wenn ja wie lange. Aber der Freund meiner Tochter hatte das gerade. Er ist 16 Jahre alt und musste vier Wochen zu Hause bleiben. Er konnte die Abschlussklassenreise nicht mitmachen. Er hatte ständig hohes Fieber mit fast 40 Grad.
Ich habe meine Tochter testen lassen und der Test ergab, dass sie es auch irgendwann hatte. Wir selber haben nichts ungewöhnliches festgestellt, sodass man eindeutig sagen konnte, dass sie genau das hat. Bei ihr muss es also sehr harmlos verlaufen sein.
Mir wurde vor ein paar Jahren auch gesagt, dass ich Pfeiffersches Drüsenfieber gehabt hätte. Ich war damals auch schon Mitte 20. Mir ging es da allerdings wirklich schlecht. Ich hatte hohes Fieber und alles, was man bei einer Erkältung auch bekommt oder einer Grippe. Dazu war mir aber auch noch dauernd schlecht und ich musste mich häufig übergeben, so dass ich kaum Essen bei mir behalten konnte. Ich weiß noch, dass ich außerdem schrecklich schlapp war und das sich das über 6 Wochen zog.
Ich war froh, als das endlich vorbei war und hoffe, dass man das wirklich nur einmal im Leben bekommen kann. Meine Blutwerte waren damals wohl auch nicht gut und die Ärztin wollte mich dann schon ins Krankenhaus einweisen, was dann aber zum Glück wohl doch nicht nötig war.
Ich hatte nie Pfeiffersches Drüsenfieber oder zumindest ist es mir nicht bewußt. Ich kenne eigentlich auch niemanden, der es hatte. In meiner Jugend hatte ich einen Bekannten, der bekam das mal, da war er ungefähr 20 und ihm ging es ziemlich lange richtig dreckig. Ich wusste gar nicht, dass man diese Krankheit auch unbemerkt haben kann.
Da die Krankheit gerade bei Kindern manchmal sogar ohne Symptome abläuft, bemerkt man sie manchmal gar nicht. Schwerere Symptome werden oft mit Grippe verwechselt. Meine Nichte hatte das Pfeiffersche Drüsenfieber in einer chronischen Form. Sie war fast ein Jahr lang dauernd müde, geschwächt und hatte morgens leichtes Fieber. Bei dauernder Müdigkeit sollte der Arzt auch immer auf das Pfeiffersche Drüsenfieber untersuchen.
Der Virus bleibt, genau so wie beispielsweise der Herpesvirus, das Leben lang im Körper und kann in seltenen Fällen reaktiviert werden. Diese Krankheitsverläufe sind aber schwächer.
Ich hatte vor zwei Jahren im März Pfeiffersches Drüsenfieber und es war so ziemlich die schlimmste Krankheit, die ich je hatte. Ich gehe normalerweise sehr ungern zum Arzt und nehme äußerst selten Medikamente, aber in dem Fall war ich heilfroh, als ich endlich Antibiotikum verschrieben bekommen habe und es mir dann nach einiger Zeit auch wieder besser ging.
Angefangen hat das Pfeiffersche Drüsenfieber bei mir mit ein wenig Halsweh. Da habe ich mir aber nicht so viel dabei gedacht, denn es war noch Anfang März und ziemlich kalt. Ich bin dann am Wochenende sogar noch ins Stadion gegangen, was wohl dann den letzten Anstoß dazu gegeben hat, dass die Krankheit wirklich schlimm wurde. Am nächsten Tag tat jeder Schluck weh und ich konnte kaum mehr essen. Nach einigen Stunden habe ich mich dann dazu überwindet, zum Notdienst zu gehen. Dort wurde zunächst eine Mandelentzündung diagnostiziert, doch es bestand bereits der Verdacht, dass es auch Pfeiffersches Drüsenfieber sein könnte.
Ein Tag später bestätige sich dann dieser Verdacht und der Arzt hat mir mächtig Angst eingejagt, da er unter anderem gesagt hat, dass die Krankheit noch bis zu einem halben Jahr oder sogar einem ganzen Nachwirkungen haben kann. Was mir besonders missfallen ist, war die Tatsache, dass ich auch meinem Freund nicht mehr küssen durfte und die Krankheit noch sehr lange ansteckend ist.
Essen konnte ich eigentlich so gut wie gar nichts, denn ich hatte tagelang Schluckbeschwerden. Das einzige, was geholfen hat und was ich runter bekommen habe, war Eis, denn das hat gekühlt und so habe ich im Mundraum fast nichts mehr gespürt. Daher stand bei mir wirklich zwei Tage lang nur Eis auf dem Speiseplan, danach wurde es dann stetig besser.
anlupa hat geschrieben:[...]Der Virus bleibt, genau so wie beispielsweise der Herpesvirus, das Leben lang im Körper und kann in seltenen Fällen reaktiviert werden.Diese Krankheitsverläufe sind aber schwächer.
Das Virus kann reaktiviert werden, je nach Abwehrlage des Menschen. Ob das selten ist, wage ich zu bezweifeln, denn man geht ja schließlich nicht bei jeder Kleinigkeit im Sinne eines leichten, grippalen Infektes zum Arzt. Ist das Immunsystem noch in Ordnung - wenn man also keine das Immunsystem schwächende Grunderkrankung hat -, dann schafft der Körper dagegen anzukommen, sowohl gegen die Erstmanifestation als auch gegen die Reaktivierungen. Denn bei vielen Menschen verläuft selbst die Erstmanifestation asymptomatisch. Hält sie nicht lange, wird auch der Arztbesuch vermieden, sodass man es dann hinter sich hat.
Eine Freundin von mir hatte nämlich vor wenigen Wochen eine recht starke Reaktivierung: Ihre Milz war vergrößert, die Leber war relativ groß, sie hatte multiple Lymphknotenschwellungen im Bauchraum, sie hatte starke Halsschmerzen, geschwollene, druckschmerzhafte Lymphknotenschwellungen am Hals und aufgrund der Halsschwellung Schluckbeschwerden. Fieber hatte sie übrigens auch. So sieht das typische Bild des Pfeifferschen Drüsenfiebers aus. Der Schnelltest war bei ihr negativ, der Test zur Bestimmung einer Reaktivierung jedoch tendenziell hinweisend für eine reaktivierte Mononukleose.
Ich beispielsweise soll es auch irgendwann mal gehabt haben, weil die entsprechenden Blutparameter bei mir nachweisbar sind. Ich kann mich allerdings nicht daran erinnern, mal die entsprechenden Symptome gehabt zu haben. Sicherlich hatte ich mal einen geschwollenen Hals, Fieber und grippeähnliche Symptome, aber wirklich explizit auf Pfeiffersches Drüsenfieber kann ich mich nicht erinnern.
Das EBV-Virus, welches für die Mononukleose verantwortlich ist, wird übrigens in Zusammenhang gebracht mit dem sogenannten Burkitt-Lymphom, einem hochmalignen Lymphnknotenkrebs. Ebenso wird es heutzutage für Nasopharynxkarzinome (Nasenrachenraum-Krebs) und Hodgkin-Lymphome verantwortlich gemacht. Natürlich in Anwesenheit weiterer, u.a. toxischer Faktoren.
Das Pfeifferische Drüsenfieber kann auch ohne große Beschwerden durchgemacht werden. Meine Tochter hatte nur eine leichte Halsentzündung, die war nach ein paar Tagen wieder vergessen und wenn ihr Freund nicht wegen des Pfeifferischen Drüsenfieber im Krankenhaus gelegen hätte, dann hätte sie wahrscheinlich noch nicht einmal gewusst ,das sie die Krankheit durchgemacht hat.
Bei ihrem Freund war es allerdings sehr schlimm, vergrößerte Milz und Leber und lange Zeit ständig irgendwelche Beschwerden. Die Halsschmerzen kamen in regelmäßigen Abständen immer wieder zurück. Selbst jetzt, nach gut 4 Monaten ist er immer noch nicht richtig fit. Das Virus selbst war lange Zeit aktiv und kann wohl jederzeit wieder auftreten. Bei einigen Personen kann es ein sehr langer Krankheitsprozess sein.
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