Wie kritisch sind Knochenbrüche bei älteren Menschen?

vom 30.08.2013, 18:24 Uhr

Meine Großtante hat sich den Arm gebrochen und liegt deswegen im Krankenhaus. Mein Großonkel hat sie gefunden. Sie ist auf den letzten zwei Stufen auf der Treppe fehl getreten und hin gefallen. Mein Onkel hat direkt den Krankenwagen gerufen. Nun meinte der Arzt, dass sie Glück hatte und sie sich "nur" den Arm gebrochen hat. Er meinte, dass wohl Knochenbrüche bei älteren Menschen sehr schlimm wären.

Wie kritisch aber sind Knochenbrüche bei älteren Menschen wirklich? Was ist, wenn sich ältere Menschen den Arm oder das Bein brechen anders, als wenn es jungen Menschen passiert? Was könnten Folgen eines Knochenbruchs im Alter sein?

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» MissMarple » Beiträge: 6786 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 6000 Beiträge



Ältere Menschen brechen sich leichter die Knochen, weil diese oft durch Osteoporose und eine anderen Zusammensetzung als bei jungen Menschen spröde und nicht mehr elastisch sind. Außerdem sind Narkosen gefährlicher, falls der Bruch operiert werden muss, weil der Allgemeinzustand von alten Leuten nicht immer gut ist.

» anlupa » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »


Die Problematik bei Älteren Menschen ist auch, dass sie allgemein nicht mehr so kräftig sind und oft mehrere Wehwehchen haben. Rehabilitation ist dann nicht mehr so einfach. Meine Tante musste ihre Physiotherapie beispielsweise abbrechen, weil eine Lungenentzündung dazu kam. Ein Knochenbruch endet daher schnell in der Pflegebedürftigkeit.

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» Bellikowski » Beiträge: 7700 » Talkpoints: 16,89 » Auszeichnung für 7000 Beiträge



Das Problem liegt meiner Meinung nach in der Genesung. Wenn sich ältere Menschen beispielsweise ein Bein brechen, dann sind sie eben nicht mehr so mobil und müssen eben auch eine Weile liegen. Dann kommt es leider eben auch mal zu Störungen in der Wundheilung, weil das alles länger dauert und dann kann man dann eben länger nicht laufen. Beim Liegen liegen sich die Leute dann eben auch schnell mal wund und dann kommen die nächsten Probleme. Bei vielen älteren Menschen ist es auch so, dass sie wenn die Mobilität wegfällt schnell abbauen.

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» Ramones » Beiträge: 47758 » Talkpoints: 8,52 » Auszeichnung für 47000 Beiträge



An sich sind Frakturen heutzutage relativ gut therapierbar, insbesondere bei jungen Menschen. Das Problem bei den älteren Patienten ist in erster Linie die postoperative Mobilisation bzw. die postoperativen Komplikationen: Da sind in erster Linie Wundinfektionen oder aber auch Lungenembolien zu erwähnen, damit einhergehend letztlich dann auch Lungenentzündungen. Trotz antithrombotischer Therapie mit Antithrombosespritzen kommt es insbesondere nach Hüft- bzw. Knieeingriffen immer wieder gehäuft zu Thrombosebildungen, die dann leider bei multimorbiden Patienten sehr schnell mal das Ende bedeuten können. Deshalb ist rasche Mobilisation das A und O bei Frakturen der unteren Extremitäten bei älteren Patienten.

Ein weiterer Aspekt ist die Osteoporose, die überhaupt dazu führt, dass man sich bei einem leichten Sturz mal schnell den Oberschenkelhals bricht - junge Menschen würden solch einen Sturz vielleicht höchstens als Prellung wahrnehmen, aber bei älteren Patienten kommen auf diese Art die meisten Brüche zustande. Man kann nun hingehen und die Frakturen mit Platten oder ähnlichem versorgen, aber die Verankerung im Knochen ist entsprechend der niedrigen Knochendichte eben um ein Vielfaches schlechter. Da operative Eingriffe nunmal sehr große Reize für den Körper darstellen, baut sich die ohnehin spärliche Muskulatur schnell ab (das tut sie übrigens auch bei jungen Menschen, wenn auch nicht so schnell!), sodass der Bewegungsapparat nach dem Eingriff erneut gehandikapt ist.

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» getku » Beiträge: 883 » Talkpoints: 11,06 » Auszeichnung für 500 Beiträge


Es gibt verschiedene "Horrorszenarien", weshalb Knochenbrüche bei Alten Menschen sehr gefährlich sein können. Dabei muss man unterscheiden zwischen bestimmten Knochen oder allgemein Knochenbrüchen.

Allgemeine Knochenbrüche können sehr gefährlich sein, weil viele ältere Menschen an Diabetes erkrankt sind und eine kleine innere Verletzungen einen großen Blutverlust nach sich ziehen kann. Wenn ein alter Mensch in einem solchen Szenario nicht schnell gefunden wird, dann kann das schon einmal dazu führen, dass es das Schlimmste nach sich zieht.

Eine andere Sache sind bestimmte Knochenbrüche, wie der Oberschenkelhalsbruch. Diese Fraktur ist als solche nicht gefährlich, aber ältere Menschen müssen durch sie eine bestimmte Zeit im Krankenhaus verbringen, dürfen nicht gehen und liegen somit sehr viel. Die Risiken, die hiermit einhergehen sind zum Beispiel Lungenerkrankungen vom vielen Liegen oder die bekannten Krankenhauskeime, die dem geschwächten Immunsystem eines alten Menschen ebenfalls zu viel sein können.

» benutzer7 » Beiträge: 2116 » Talkpoints: 49,80 » Auszeichnung für 2000 Beiträge


Bei älteren Leuten sind die ganzen Stoffwechselprozesse verlangsamt. So baut sich der Knochen im Alter eher ab, als dass er sich wieder aufbaut. Insofern brauchen gebrochene Knochen bei älteren Menschen sehr viel länger bis sie wieder zusammenheilen wie es bei jungen Menschen der Fall ist. Manchmal hat man das Problem, dass sie sogar gar nicht mehr richtig zusammenwachsen. Vielfach sind dafür auch noch zusätzliche Erkrankungen schuld, wie zum Beispiel Diabetes, was die Heilung zusätzlich hinauszögert.

Da die Knochen bei älteren Menschen brüchiger sind, kommen bei einem Sturz vielfach auch Oberschenkelhalsbrüche oder Hüftfrakturen vor, die bei weitem schmerzhafter sind und bei weitem schwerer heilbar sind, wie ein Arm- oder Beinbruch. Vielfach heilen solche Verletzung eben nur schlecht oder sogar gar nicht mehr. Insofern hat deine Großtante, wenn sie nun wirklich schon älter ist, tatsächlich noch sehr viel Glück bei ihrem Sturz gehabt.

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» Nettie » Beiträge: 7637 » Talkpoints: -2,59 » Auszeichnung für 7000 Beiträge



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